Begründer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Begründers · Nominativ Plural: Begründer
Aussprache
WorttrennungBe-grün-der
Wortzerlegungbegründen-er
Wortbildung mit ›Begründer‹ als Erstglied: ↗Begründerin
eWDG, 1967

Bedeutung

Gründer
Beispiele:
der Begründer einer Stadt, eines Verbandes
der Begründer einer Theorie, der Agrobiologie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grund · gründen · Gründer · Gründerjahre · Gründerzeit · begründen · Begründer · ergründen · gründeln1 · grundieren · gründlich · Gründlichkeit · Grundbesitz · Grundbesitzer · Grundlage · grundlos · Grundriß · Grundsatz · grundsätzlich · Grundstück · Grundel · Gründel · Gründling · Grundfisch · gründeln2
Grund m. ‘unterste Fläche, Erdboden, Bodenvertiefung, Tiefe und Boden eines Gewässers, eines Gefäßes, Fundament, Grundlage, das innerste, tiefste Wesen, Ursache, Veranlassung’, ahd. grunt (8. Jh.), mhd. mnd. grunt, asächs. grund, nl. grond, aengl. grund, engl. ground, anord. grunnr m. ‘Grund, Boden’, grund f. ‘Feld, Erde’, schwed. dän. grund, got. *grundus (in grunduwaddjus ‘Grundmauer’). Unter Annahme einer (nicht belegbaren) ursprünglichen Bedeutung ‘körniger Boden, Sandboden’ kann für germ. *grundu- über ‘Zerriebenes’ ein Anschluß an ie. *ghren-, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’, hergestellt werden. Dabei ergibt sich über die dentale Erweiterung ie. *ghrendh- Verwandtschaft mit ↗Grind (s. d.). gründen Vb. ‘die Grundlage schaffen, den Grundstein legen, ins Leben rufen, auf etw. basieren, aufbauen’, ahd. grunten ‘ergründen, erforschen’ (um 1000), mhd. gründen; Gründer m. ‘Erbauer, Urheber, Begründer’ (17. Jh.); Gründerjahre Plur. und Gründerzeit f. ‘Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland nach 1871’ (19. Jh.). begründen Vb. ‘Gründe angeben, den Grund legen, neu schaffen’, mhd. begründen; Begründer m. (Anfang 19. Jh.). ergründen Vb. ‘einer Sache auf den Grund gehen, sie erforschen’, ahd. irgrunten (um 1000), mhd. ergründen. Nur vereinzelt gründeln1 Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). grundieren Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). ‘die Grundfarbe, den ersten Anstrich auftragen’ (2. Hälfte 18. Jh.), in formaler Anlehnung an ältere maltechnische Begriffe wie ↗schattieren, ↗lackieren, ↗schraffieren (s. d.). gründlich Adj. ‘allem auf den Grund gehend, sorgfältig, gewissenhaft, genau’, ahd. gruntlīhho Adv. (9. Jh.), mhd. grüntlich, gruntlich; Gründlichkeit f. ‘Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit’, allgemein seit Anfang des 18. Jhs., vereinzelt bereits im Sinne von ‘Seelen-, Herzenstiefe’ in der deutschen Mystik (14. Jh.). Grundbesitz m. Grundbesitzer m. (beide 18. Jh.). Grundlage f. ‘Unterlage, Basis, Fundament’ (Ende 16. Jh.). grundlos Adj. ‘ohne Grund und Boden, sehr tief, ohne Ursache, unbegründet’, mhd. gruntlōs, grundelōs; vgl. ahd. gruntlōsī ‘bodenlose Tiefe, Abgrund’ (8. Jh.). Grundriß m. ‘senkrechte Projektion eines Körpers auf eine waagerechte Ebene, maßstabgerechter Übersichtsplan’ (1. Hälfte 17. Jh.), älter (vereinzelt) ‘Grundlage’ (16. Jh.). Grundsatz m. ‘feste Regel, Richtlinie des Denkens und Handelns’ (17. Jh.); grundsätzlich Adj. (16. Jh.; allgemein verbreitet erst um 1800). Grundstück n. ‘abgegrenztes, als jmds. Besitz ausgewiesenes Stück Land’ (16. Jh.). Grundel, Gründel m. f. Name einiger auf dem Grund eines Gewässers lebender Fische, ahd. gruntila, grundila (Hs. 12. Jh.), mhd. grundel, mnd. grundel(e), mnl. grondel(e), nl. grondel, aengl. gryndle. Auch Gründling m. mnd. grundelingk, frühnhd. grundeling (15. Jh.) und Grundfisch m. spätmhd. gruntvisch. gründeln2 Vb. (von Wasservögeln) mit Kopf und Hals zur Nahrungssuche unter Wasser (gleichsam auf den Grund) tauchen (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Begründer · ↗Erschaffer · ↗Gründer · ↗Gründervater · ↗Gründungsvater · ↗Schöpfer  ●  ↗Mutter  fig., weibl. · ↗Vater  fig., männl.
Assoziationen
Synonymgruppe
Ahn · ↗Ahne · ↗Ahnherr · Begründer · ↗Gründer · ↗Stammvater · ↗Urahn · ↗Vorläufer
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altertumswissenschaft Anthroposophie Archäologie Bakteriologie Betriebswirtschaftslehre Dynastie Evolutionstheorie Homöopathie Individualpsychologie Jesuitenorden Klassizismus Logotherapie Marxismus Paneuropa-Bewegung Phänomenologie Positivismus Pragmatismus Psychoanalyse Psychophysik Rationalismus Rechtsschule Relativitätstheorie Sowjetstaat Soziologie Sprachwissenschaft Völkerpsychologie Zellularpathologie Zionismus eigentlich Ägyptologie

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Begründer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gestern wäre der Begründer des staatlichen Naturschutzes 150 Jahre alt geworden.
Der Tagesspiegel, 21.01.2005
Besonders gilt Salomo der nachexilischen Zeit als Vater der Sprachdichtung und Begründer einer nationalen Weisheitslehre.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 19
Der Zeitzer Stellmacher Ernst Albert Naether war der Begründer der Kinderwagenfabrikation in Zeitz.
Tippach-Schneider, Sabine: Das große Lexikon der DDR-Werbung, Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf 2002, S. 399
Er war recht eigentlich der Begründer der systematischen Erforschung der ägyptischen Sprache.
Die Welt, 04.12.1999
Mit Recht gilt er als Begründer der Praktischen Theologie als wissenschaftlicher Disziplin.
Weißgerber, H.: Hyperius. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 18819
Zitationshilfe
„Begründer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Begründer>, abgerufen am 07.12.2019.

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