Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Begriff, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Begriff(e)s · Nominativ Plural: Begriffe
Aussprache 
Worttrennung Be-griff
Wortbildung  mit ›Begriff‹ als Erstglied: Begriffsabgrenzung · Begriffsanalyse · Begriffsapparat · Begriffsbestimmung · Begriffsbildung · Begriffserklärung · Begriffsfeld · Begriffsform · Begriffsinhalt · Begriffsklitterung · Begriffsklärung · Begriffslogik · Begriffspaar · Begriffsschema · Begriffsschrift · Begriffssystem · Begriffstrübung · Begriffsumfang · Begriffsvermögen · Begriffsverständnis · Begriffsverwechslung · Begriffsverwendung · Begriffsverwirrung · Begriffszeichen · begriffsmäßig · begriffsstutzig
 ·  mit ›Begriff‹ als Letztglied: Allgemeinbegriff · Alltagsbegriff · Arbeitsbegriff · Artbegriff · Beziehungsbegriff · Bildungsbegriff · Demokratiebegriff · Diskursbegriff · Doppelbegriff · Ehrbegriff · Eigentumsbegriff · Elementarbegriff · Entwicklungsbegriff · Epochenbegriff · Erfahrungsbegriff · Erkenntnisbegriff · Fachbegriff · Formbegriff · Fortschrittsbegriff · Freiheitsbegriff · Friedensbegriff · Funktionsbegriff · Ganzheitsbegriff · Gattungsbegriff · Gegenbegriff · Gerechtigkeitsbegriff · Geschichtsbegriff · Gesellschaftsbegriff · Gesetzesbegriff · Gewaltbegriff · Gottesbegriff · Grundbegriff · Gummibegriff · Handlungsbegriff · Hauptbegriff · Heimatbegriff · Identitätsbegriff · Ideologiebegriff · Inbegriff · Individualbegriff · Informationsbegriff · Kampfbegriff · Kernbegriff · Kirchenbegriff · Klassenbegriff · Kommunikationsbegriff · Kompetenzbegriff · Komplementärbegriff · Kostenbegriff · Krankheitsbegriff · Kulturbegriff · Kunstbegriff · Lebensbegriff · Leistungsbegriff · Leitbegriff · Literaturbegriff · Machtbegriff · Medienbegriff · Moralbegriff · Nationenbegriff · Nationsbegriff · Naturbegriff · Oberbegriff · Ordnungsbegriff · Personbegriff · Pflichtbegriff · Politikbegriff · Qualitätsbegriff · Rationalitätsbegriff · Raumbegriff · Rechtsbegriff · Reflexionsbegriff · Relationsbegriff · Religionsbegriff · Revolutionsbegriff · Risikobegriff · Sammelbegriff · Schlüsselbegriff · Schönheitsbegriff · Seinsbegriff · Sicherheitsbegriff · Sinnbegriff · Souveränitätsbegriff · Sprachbegriff · Staatsbegriff · Stilbegriff · Strukturbegriff · Subjektbegriff · Substanzbegriff · Suchbegriff · Symbolbegriff · Systembegriff · Teilbegriff · Textbegriff · Unbegriff · Unterbegriff · Verfassungsbegriff · Vernunftbegriff · Verstandesbegriff · Volksbegriff · Wahrheitsbegriff · Weltbegriff · Werkbegriff · Wertbegriff · Wesensbegriff · Wirklichkeitsbegriff · Wissensbegriff · Wissenschaftsbegriff · Zahlbegriff · Zeichenbegriff · Zeitbegriff · Zentralbegriff · Zweckbegriff · Überbegriff
Mehrwortausdrücke  ein Begriff sein · schwer von Begriff
eWDG

Bedeutungen

1.
wesentliche Merkmale einer Sache oder einer Gruppe von Erscheinungen, die zu einer gedanklichen Einheit zusammengefasst sind
Beispiele:
der Begriff der Pflicht, Ehre
ein klarer, fester, bestimmter, allgemeiner, relativer, abstrakter, weiter, enger, vager, leerer, schillernder, dehnbarer Begriff
verwandte Begriffe
ein ästhetischer, physikalischer, philosophischer Begriff
einen Begriff bilden, definieren, umgrenzen, abgrenzen
etw. in Begriffe kleiden, fassen
in neuen Begriffen denken
zwei Begriffe miteinander verwechseln, vermengen
die Verwässerung eines Begriffes
die Verwirrung der Begriffe
sein Name, Werk war mir ein Begriff
Buna ist in aller Welt ein Begriff (= ist bekannt)
2.
a)
Vorstellung
Beispiele:
das ist für menschliche Begriffe unmöglich
das gibt einen ungefähren Begriff davon
alle Begriffe von Anstand in Frage stellen
einen Begriff mit etw. verbinden
ich kann mir keinen (rechten) Begriff davon machen
über alle Begriffe schön
etw. übersteigt alle Begriffe
umgangssprachlichdas geht über meine Begriffe
Ich hatte einen dunklen Begriff (= eine dunkle Ahnung) davon, daß ihr ein Unglück widerfahren … sei [ HeyseIII 3,302]
b)
Auffassung, Meinung
Beispiele:
einen hohen Begriff von etw. haben
jmdm. einen besseren Begriff von etw. beizubringen suchen
du hast einen sonderbaren Begriff von der Sache
falsche Begriffe von etw. haben
3.
umgangssprachlich, abwertend schwer, langsam von Begriff sein (= schwer, langsam auffassen)
Beispiel:
sie war schnell von Begriff
4.
im Begriff sein, stehen (= etw. tun wollen, gerade anfangen, etw. zu tun)
Beispiele:
er ist im Begriff abzureisen, aufzubrechen, fortzugehen, etw. zu sagen
ich war eben im Begriff, an dich zu schreiben, als dein Brief ankam
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

begreifen · Begriff · begreiflich · begrifflich · begriffsstutzig
begreifen Vb. ‘verstehen, geistig voll erfassen, umfassen, einschließen’. Ahd. bigrīfan (8. Jh.), mhd. begrīfen, mnd. begrīpen, nl. begrijpen bedeuten ursprünglich ‘ergreifen, betasten’, auch ‘umfassen, enthalten’ (zur Herkunft s. greifen). Schon in ahd. Zeit, wo es lat. comprehendere ‘begreifen’ übersetzt, später vor allem bei den Mystikern, erfährt das Wort eine Bedeutungserweiterung, indem körperliches ‘Greifen, Fassen’ auf geistige Aneignung, ‘mit dem Verstande erfassen, verstehen’, ausgedehnt wird. Begriff m. mhd. begrif ist zu begreifen im Sinne von ‘umfassen, enthalten’ gebildet und bedeutet ‘Umfang, Bezirk, Umfang und Inhalt einer Vorstellung’, ferner ‘Zusammenfassung, kurzer Auszug’. Begriff kommt durch die philosophischen Aufklärer Wolff und Thomasius allgemein in Gebrauch; Begriff und Vorstellung werden in der philosophischen Terminologie bald gegeneinander abgegrenzt, so daß Begriff die heute vorherrschende Bedeutung ‘wesentliche Merkmale einer Sache oder einer Gruppe von Erscheinungen, die zu einer gedanklichen Einheit zusammengefaßt sind’ erhält. begreiflich Adj. ‘verständlich’ ist aus mhd. begrīflich ‘faßbar, leicht fassend, begreifend’ hervorgegangen, während begrifflich Adj. vom Substantiv abgeleitet, ‘einen Begriff, eine gedankliche Einheit betreffend’ bedeutet (17. Jh.). begriffsstutzig Adj. ‘schwerfällig im Begreifen, schwer von Begriff, verdutzt’ (Mitte 19. Jh.), s. stutzen; anfangs oft mit Umlaut begriffsstützig.

Thesaurus

Synonymgruppe
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Begriff · Name  ●  Bezeichnung  Hauptform · (das richtige) Wort für  ugs. · Begrifflichkeit  fachspr., Amtsdeutsch · Bezeichner (Linguistik)  fachspr. · Designator  geh., lat.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Begriff‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Begriff‹.

Verwendungsbeispiele für ›Begriff‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das scheint nach landesüblichen Begriffen eines Sozialisten völlig unwürdig zu sein. [Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 344]
Unsere Sprache enthält heute viele Begriffe aus diesen beiden Sprachen. [Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 123]
Es war nämlich damals üblich, von übergeordneten allgemeinen Begriffen deduktiv zur Wirklichkeit herabzusteigen. [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 40]
Ein zentraler Begriff, der gleich sechsmal vorkommt, ist der Begriff "Leistungen". [Barthel, Henner (Hg.), Politische Reden in der DDR, St. Ingbert: Röhrig 1998, S. 142]
Das ist der Begriff dieser Welt der Frau, und der Mann hat seine Welt. [o. A.: Tagung der NS-Reichsfrauenschaft auf dem Reichsparteitag der NSDAP in der Nürnberger Kongresshalle, 11.09.1936]
Zitationshilfe
„Begriff“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Begriff>.

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