Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Behandlung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Behandlung · Nominativ Plural: Behandlungen
Aussprache 
Worttrennung Be-hand-lung
Wortzerlegung behandeln -ung
Wortbildung  mit ›Behandlung‹ als Erstglied: Behandlungsansatz · Behandlungsbeginn · Behandlungserfolg · Behandlungsergebnis · Behandlungsfall · Behandlungsfehler · Behandlungsform · Behandlungskosten · Behandlungsmaßnahme · Behandlungsmethode · Behandlungsmöglichkeit · Behandlungspflege · Behandlungsplan · Behandlungsplatz · Behandlungsprogramm · Behandlungsprozess · Behandlungsraum · Behandlungsschein · Behandlungsstelle · Behandlungsstuhl · Behandlungsverfahren · Behandlungsweise · Behandlungszentrum · Behandlungsziel · Behandlungszimmer · behandlungsbedürftig
 ·  mit ›Behandlung‹ als Letztglied: Abwasserbehandlung · Akutbehandlung · Ballbehandlung · Blutegelbehandlung · Düngerbehandlung · Eigenblutbehandlung · Farbenbehandlung · Fehlerbehandlung · Feuchtbehandlung · Folgebehandlung · Freiluftbehandlung · Frischzellenbehandlung · Frühbehandlung · Gichtbehandlung · Gleichbehandlung · Grundbehandlung · Heilbehandlung · Heilstättenbehandlung · Herzbehandlung · Hormonbehandlung · Kaltwasserbehandlung · Krankenbehandlung · Krankenhausbehandlung · Krebsbehandlung · Kundenbehandlung · Kurbehandlung · Langzeitbehandlung · Lungenbehandlung · Malariabehandlung · Massenbehandlung · Menschenbehandlung · Nervenbehandlung · Niederdruckbehandlung · Oberflächenbehandlung · Privatbehandlung · Problembehandlung · Rohstoffbehandlung · Röntgenbehandlung · Sanatoriumsbehandlung · Schlafbehandlung · Schockbehandlung · Serumbehandlung · Sofortbehandlung · Sonderbehandlung · Spezialbehandlung · Sprachbehandlung · Starkstrombehandlung · Stationsbehandlung · Stoffbehandlung · Strahlenbehandlung · Themenbehandlung · Tuberkulosebehandlung · Ungleichbehandlung · Vorbehandlung · Vorzugsbehandlung · Wasserbehandlung · Weinbehandlung · Weiterbehandlung · Wundbehandlung · Wurzelbehandlung · Wärmebehandlung · Zahnbehandlung
eWDG

Bedeutungen

1.
das Behandeln, Umgehen mit jmdm., etw.
Beispiele:
eine schlechte, schnöde, üble, empörende, kränkende, herablassende, ungerechte Behandlung
eine gute, freundliche Behandlung
eine schonende, rücksichtsvolle Behandlung des Schwachen
eine individuelle, unbürokratische, zuvorkommende Behandlung der Kunden
er ließ sich eine solche Behandlung gern gefallen
die pflegliche Behandlung der Maschinen, Anlagen
eine sorgsame, vorsichtige Behandlung des Motors
die sachgemäße Behandlung von Textilien
Einer von uns / Über diese unwürdige Behandlung außer sich [ BrechtGedichte146]
2.
ärztliche Betreuung
Beispiele:
die Behandlung eines Kranken durch den Facharzt
eine Behandlung mit Serum, gegen Rheuma
eine ambulante, stationäre, chirurgische, homöopathische Behandlung
die gezielte, örtliche Behandlung eines Geschwürs
die aktive Behandlung der Lungentuberkulose
eine vorbeugende, erfolgreiche Behandlung eines Kranken
der Patient ist in (ärztlicher) Behandlung
jmdn. aus der Behandlung entlassen
3.
das Bearbeiten
a)
Beispiele:
die chemische Behandlung von Rohstoffen
die Behandlung eines Fleckes mit Benzin
b)
(mündliche) Darlegung, Abhandlung
Beispiele:
die Behandlung einer Frage, eines Stoffes im Unterricht
eine eingehende, genaue, sachliche, wissenschaftliche, künstlerische Behandlung eines Themas
eine allgemeinverständliche, oberflächliche Behandlung eines Problems
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

handeln · Handel · Händler · Handlung · abhandeln · Abhandlung · behandeln · Behandlung · mißhandeln · unterhandeln · verhandeln · Verhandlung
handeln Vb. ‘etw. tun, tätig sein, Handel treiben, feilschen, betreffen’, ahd. hantalōn (9. Jh.), mhd. handeln, asächs. handlon, mnd. mnl. nl. handelen, aengl. handlian, engl. to handle, anord. handla, hǫndla, schwed. handla gehören als Ableitungen zu den unter Hand (s. d.) angegebenen Formen und bedeuten zunächst ‘in die Hand nehmen, nach etw. greifen’, ferner ‘behandeln, bearbeiten’. Stark differenziert sich der Gebrauch im Mhd., insbesondere im Sinne von ‘etw. tun, verrichten, betreiben’. Frühnhd. setzen (im Anschluß an Handel ‘Kaufgeschäft’, s. unten) mit kaufmannssprachlich ‘Handel treiben’ (16. Jh.), ‘den Preis festlegen, feilschen’ (17. Jh.) neue Gebrauchstraditionen ein. Auf (wissenschaftliche) Untersuchung und Darstellung bezieht sich handeln in der seit Luther geläufigen Verwendung ‘beschreiben, behandeln’, jünger oft mit unpersönlichem Subjekt ‘zum Inhalt haben’. Handel m. ‘gewerbsmäßiger Ein- und Verkauf, Geschäft, Angelegenheit’, mhd. handel ‘Handlungsweise, Vorgang, Begebenheit’, auch ‘Gerichtsverhandlung, Rechtssache’ (dazu der seit frühnhd. Zeit häufige Plural Händel ‘Streitigkeiten, Zwist’) ist Rückbildung zu handeln; seit dem Frühnhd. (15. Jh.) im Sinne von ‘Kaufgeschäft, Kaufmannsgewerbe’. Händler m. ‘Ein- und Verkäufer, Handeltreibender’, mhd. handeler, handler ‘wer etw. tut, vollbringt, Unterhändler’ (14. Jh.); die im Nhd. allein geläufige Bedeutung ‘Warenverkäufer’ ist seit 1500 nachweisbar und bleibt in zahlreichen Zusammensetzungen bis in jüngste Zeit lebendig, u. a. Buch-, Briefmarken-, Einzel-, Kohlenhändler. Handlung f. ‘Tat, Geschehen, Geschäft, Laden’, mhd. handelunge, in mannigfacher Verwendung, u. a. bereits ‘Kaufhandel’; vgl. ahd. hantalunga ‘Behandlung’ (10. Jh.). abhandeln Vb. ‘ein Thema erörtern, behandeln, durch Kauf oder Tausch erlangen, (den Preis) herunterhandeln’, geläufig seit dem 16./17. Jh.; vgl. mnd. afhandelen im Sinne von ‘abfinden’ (um 1300); Abhandlung f. ‘Unterhandlung, (schriftliche) Darlegung’ (16. Jh.). behandeln Vb. ‘bearbeiten, mit jmdm. umgehen, jmdn. zu heilen suchen’, frühnhd. auch ‘verhandeln’ (16. Jh.), mhd. ‘die Hand reichen’ (12. Jh.); vgl. mnd. behandelen ‘in die Hände bekommen, in die Hände liefern, ein-, aushändigen’; Behandlung f. ‘Bearbeitung, Umgang mit jmdm., ärztliche Betreuung, (wissenschaftliche) Darstellung’, frühnhd. ‘das Betasten’ und ‘Verhandlung’ (16. Jh.). mißhandeln Vb. ‘übel behandeln’, mhd. missehandeln, auch reflexiv ‘sich vergehen, verfehlen’; dazu Mißhandlung, mhd. missehandelunge. unterhandeln Vb. ‘zu vermitteln suchen’; dazu Unterhändler (beide 16. Jh.). verhandeln Vb. ‘über etw. sprechen, um eine Einigung zu erzielen’, mhd. verhandeln, verhendeln ‘verkehrt handeln, schlecht behandeln’, reflexiv ‘sich zutragen, verlaufen’; Verhandlung f. ‘Unterredung, Auseinandersetzung’ (15. Jh.), mhd. (und frühnhd.) verhandelunge ‘falsche Handlung, Vergehen’.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Behandlung · Behandlungsverfahren · Heilverfahren · Therapie · medizinische Versorgung
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Behandlung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Behandlung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Behandlung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor allem birgt die Behandlung als solche ein nicht unerhebliches Risiko in sich. [Feuerlein, Wilhelm u. Dittmar, Franz: Wenn Alkohol zum Problem wird, Stuttgart: Thieme 1978, S. 35]
Weil der Wein ein so edles Getränk ist, darf er von uns auch eine besonders sorgfältige Behandlung beanspruchen. [Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 130]
Seine geschlossene theoretische Behandlung ist nach bislang erarbeitetem Wissen noch nicht möglich. [Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 180]
Insgesamt entsprachen die experimentellen Daten den Erwartungswerten der mathematischen Behandlung des Problems. [Bresch, Carsten: Klassische und molekulare Genetik, Berlin u. a.: Springer 1965 [1964], S. 87]
Aber auch im Bauer sah man nicht immer den schicksalsverbundenen Stand, sehr oft glaubte man ihn bevorzugt in der Behandlung der Regierungen früherer Zeiten. [o. A.: Germanische Osterfeier von den "Sieben Steinhäusern" bei Fallingbostel, 16.04.1933]
Zitationshilfe
„Behandlung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Behandlung>.

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