Behauptung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Behauptung · Nominativ Plural: Behauptungen
Aussprache  [bəˈhaʊ̯ptʊŋ]
Worttrennung Be-haup-tung
Wortbildung  mit ›Behauptung‹ als Erstglied: Behauptungswille · Behauptungswillen  ·  mit ›Behauptung‹ als Letztglied: Gegenbehauptung · Lebensbehauptung · Machtbehauptung · Schutzbehauptung · Selbstbehauptung
eWDG

Bedeutungen

1.
bestimmt ausgesprochene, aber unbewiesene Meinungsäußerung
Beispiele:
eine kühne, gewagte, dreiste, unverschämte, dumme, unüberlegte, wahre, unsachliche, wissenschaftlich unhaltbare, umstrittene Behauptung
das sind leere Behauptungen
eine Behauptung aufstellen, vorbringen, bezweifeln, anfechten, widerlegen, entkräften, umstoßen, verteidigen, erhärten, begründen, beweisen, einschränken, zurücknehmen, aufrechterhalten
die Wirklichkeit rechtfertigt seine Behauptung
er blieb bei seiner Behauptung, ging von seiner Behauptung nicht ab
von einer Behauptung ausgehen
seine Behauptung gründet sich auf Tatsachen
seine Behauptung entspricht nicht der Wahrheit
daß sie jede Behauptung durch Tatsachen zu erweisen hatten [ SchweitzerAus meinem Leben104]
Mathematik, Philosophie aufgestellter, unbewiesener Satz
2.
entsprechend der Bedeutung von behaupten (2)
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
die siegreiche Behauptung der umzingelten Stadt
die feste Behauptung des Rechtes, der Macht, seiner Stellung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

behaupten · Behauptung
behaupten Vb. ‘ohne Beweis mit Bestimmtheit für wahr erklären, seine Meinung ausdrücken’. Von mhd. houbet ‘Kopf, Haupt, Oberhaupt’ (s. Haupt) ist das Verb mhd. houbeten, houpten ‘als Haupt anerkennen’, reflexiv ‘sich als Haupt ansehen’ abgeleitet, zu dem spätmhd. behoubeten ‘festhalten, bekräftigen’ tritt, das in die Rechtssprache (eine Sache, einen Rechtshandel behaupten, eigentlich ‘sich als Haupt einer Sache erweisen’) aufgenommen wird. Anfang des 16. Jhs. auch in der Fachsprache des Militärs ‘mit Erfolg verteidigen’. Die heutige Bedeutung ‘erklären, seine Meinung ausdrücken’, die sich unmittelbar aus der Rechtssprache ableiten läßt und im 17. Jh. in Gebrauch kommt, wird vermittelt durch Wendungen wie seine Meinung, seine Aussage behaupten (‘verteidigen’). Ein vereinzelter Frühbeleg mhd. behoubeten ‘enthaupten’ (13. Jh.) bleibt ohne Nachfolge. Behauptung f. Ende des 16. Jhs., entsprechend den Bedeutungen von behaupten.

Thesaurus

Synonymgruppe
Annahme · Behauptung · Mutmaßung · Spekulation · These · Vermutung  ●  Hypothese  fachspr. · Stochern im Nebel  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
Ansicht · Behauptung · These · Unterstellung
Synonymgruppe
Aussage · Behauptung · Erklärung · Stellungnahme · Äußerung  ●  Statement  engl. · Einlassung  fachspr., Jargon, juristisch

Typische Verbindungen zu ›Behauptung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Behauptung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Behauptung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man ihn aber hängte, wäre seine Behauptung richtig gewesen. [Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 157]
An den Esel schlossen sich nämlich kühne Behauptungen an, über die Stabilität symmetrischer Situationen. [Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 89]
Es wurden in dieser agitatorischen Rede viele, oft ungeheuerliche Behauptungen aufgestellt. [Barthel, Henner (Hg.), Politische Reden in der DDR, St. Ingbert: Röhrig 1998, S. 43]
Diese Behauptung läßt sich mit den bisher berichteten Ergebnissen nicht direkt belegen. [Rösler, Frank: Hirnelektrische Korrelate Kognitiver Prozesse, Berlin: Springer 1982, S. 130]
Abwegig erscheint allerdings die Behauptung, das Sparen wirke durch den Ausfall staatlicher Nachfrage wachstumshemmend. [Die Zeit, 21.10.1999, Nr. 43]
Zitationshilfe
„Behauptung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Behauptung>.

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