Behausung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Behausung · Nominativ Plural: Behausungen
Aussprache 
Worttrennung Be-hau-sung
Wortzerlegung behausen -ung
eWDG

Bedeutung

Wohnstätte, Unterkunft
Beispiele:
eine enge, notdürftige, armselige, bescheidene, finstere, unwirtliche Behausung
eine geräumige, bequeme, stille Behausung
fern von allen menschlichen Behausungen
sich in seine Behausung zurückziehen
eine Behausung suchen
wogegen diese Behausung höchstens als eine Art Unterschlupf für Schafe und Ziegen bei plötzlichem Unwetter gelten konnte [ G. Hauptm.4,100]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Haus · Häuschen · hausen · behausen · Behausung · unbehaust · hausieren · Hausierer · Häusler · häuslich · Häuslichkeit · Hausfrau1 · Haushalt · haushalten · Haushälterin · haushälterisch · Hausherr · Hausmann · Hausmannskost · Hausrat · Haussuchung · Haustier · Hauswesen
Haus n. ‘Gebäude, Bewohner desselben, Geschlecht, Hauswesen’. Das gemeingerm. Substantiv ahd. hūs ‘Gebäude, Familie, Hauswesen, Geschlecht’ (8. Jh.), mhd. hūs ‘Gebäude, Wohnung, Hütte, Schloß, Rathaus, Haushaltung, Familie, Geschlecht’, asächs. mnd. aengl. anord. hūs, mnl. huus, nl. huis, engl. house, schwed. hus, got. in gudhūs ‘Gotteshaus’ läßt sich vielleicht im Sinne von ‘Bedeckendes’ an ie. *(s)keus- anschließen (wozu auch Hose und Hort, s. d.), eine s-Erweiterung der weitverbreiteten Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə-, *(s)kū- ‘bedecken, umhüllen’ (s. Haut, Hode, Hütte, Scheune, Schuh). Häuschen n. ‘kleines Haus’ (17. Jh.); vgl. ahd. hūsilī(n) (8. Jh.), hūsil (Hs. 13. Jh.), mhd. hiuselīn, hiusel. Die Wendung (ganz) aus dem Häuschen sein, geraten ‘aufgeregt, außer sich sein’ (um 1800) ist vielleicht beeinflußt von frz. Redensarten, die sich an den Namen Petites-Maisons eines ehemaligen Pariser Hospitals mit Irrenanstalt anschließen (vgl. z. B. frz. être un échappé des Petites-Maisons ‘sich wie ein aus dem Narrenhaus Entsprungener gebärden’). hausen Vb. ‘unter schlechten Bedingungen wohnen’, im Südd. und Schweiz. auch ‘sparsam wirtschaften’, ahd. hūsōn ‘wohnen’ (um 1000), mhd. hūsen ‘ein Haus bauen, sich häuslich niederlassen, wohnen, beherbergen, wirtschaften’, seit dem 15. Jh. auch ‘schlecht wirtschaften’, daraus ‘zerstören, verwüsten’ (16. Jh.). behausen Vb. ‘in einer Wohnung unterbringen’ (jetzt nur noch in gehobener Ausdrucksweise), mhd. behūsen ‘mit einem Haus versehen, besiedeln, beherbergen’; Behausung f. ‘Wohnstätte, Unterkunft’, mhd. behūsunge ‘Herberge, Wohnung’; unbehaust Part.adj. ‘keine Unterkunft, keine Wohnung habend, umherziehend’, mhd. unbehūset. hausieren Vb. ‘Waren von Haus zu Haus feilbieten’ (15. Jh.), vgl. mnd. hūsēren; Hausierer m. (16. Jh.). Häusler m. ‘als Tagelöhner arbeitender Dorfbewohner mit eigenem (kleinen) Haus, aber ohne oder mit nur wenig Landbesitz’ (17. Jh.). häuslich Adj. ‘das Haus(wesen), die Familie betreffend, gern zu Hause bleibend, in der Hauswirtschaft tüchtig, wirtschaftlich’ (15. Jh.); vgl. mhd. hiuslīche(n), hūslīche Adv. ‘häuslich, ein Haus besitzend’; Häuslichkeit f. ‘das Zuhause, hauswirtschaftliche Tüchtigkeit’ (16. Jh.). Hausfrau1 f. ‘das Hauswesen besorgende Frau’, mhd. hūsvrou(we), hūsvrowe ‘Herrin im Hause, Gattin’. Haushalt m. ‘Führung eines Hauswesens, alle Mitglieder eines Hauswesens, Aufrechnung von Einnahmen und Ausgaben eines Staates, einer öffentlichen Einrichtung für ein Jahr, Etat’ (15. Jh.), Rückbildung aus haushalten Vb. ‘sparsam wirtschaften, einteilen, den Haushalt führen’, mhd. hūshalten ‘ein Hauswesen führen’; Haushälterin f. ‘den Haushalt führende Angestellte, Wirtschafterin’ (16. Jh.), älter Haushälter (15. Jh.); haushälterisch Adj. ‘sparsam, wirtschaftlich’ (Anfang 18. Jh.), älter haushältisch (17. Jh.). Hausherr m. ‘Familienoberhaupt, Gastgeber’, (südd. öst.) ‘Hauswirt, Vermieter’, ahd. hūshērro ‘Familienoberhaupt’ (11. Jh.), mhd. hūsherre, auch ‘Hausverwalter’. Hausmann m. ‘mit der Instandhaltung und Reinigung eines Hauses Beauftragter’, früher ‘Vorstand einer Haushaltung, Hausvater, wer bei einem anderen zur Miete wohnt’, ahd. (11./12. Jh.), mhd. hūsman ‘Hausherr, Hausbewohner, Mietsmann’; Hausmannskost f. ‘einfache, nahrhafte, kräftige Kost’ (15. Jh.), wie sie ein Hausmann (‘Hausvater’) gewöhnlich für sich und die Seinen bereiten läßt. Hausrat m. ‘Hausgerät, für die Hauswirtschaft benötigte Gerätschaften und Möbel’, mhd. hūsrāt. Haussuchung f. ‘zur Aufklärung einer Straftat angeordnete Durchsuchung einer Wohnung, eines Gebäudes’ (14./15. Jh.); vgl. ahd. hūssuohha (um 1000), mhd. hūssuoche ‘Hausdurchsuchung’, dagegen mhd. hūssuochunge ‘Hausfriedensbruch’. Haustier n. ‘vom Menschen zur wirtschaftlichen Nutzung oder aus Liebhaberei in der Hauswirtschaft gehaltenes zahmes Tier’ (Mitte 18. Jh.). Hauswesen n. ‘alles, was zu Haushalt, Familie, Wohnung gehört’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Heim  ●  Haus  Hauptform · Behausung  ugs. · Bude  ugs. · Hütte  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandes) Zuhause · Bleibe · Domizil · Heim · Heimstatt · Herberge · Residenz · Unterkunft · Wohnstatt · Wohnstätte  ●  Apartment  engl. · Behausung  abwertend · Obdach  Amtsdeutsch · Wohneinheit  kaufmännisch · Wohnung  Hauptform · (die eigenen) vier Wände  ugs. · (jemandes) Reich  ugs., fig. · Bude  ugs., salopp · Butze  ugs., abwertend · Dach über dem Kopf  ugs. · Dach überm Kopf  ugs. · Logement  geh., franz., veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Heim  ●  Haus  Hauptform · Behausung  ugs. · Bude  ugs. · Hütte  ugs.
  • (etwas) sein Zuhause nennen · (irgendwo) zu Hause sein · (sein) Zuhause haben · jemandes Zuhause sein · leben  ●  hausen  abwertend · wohnen  Hauptform · (irgendwo) hocken  ugs., salopp · residieren  geh.
  • Am schönsten ist es doch zu Hause. · Zu Hause ist es doch am schönsten.  ●  Daheim ist es am schönsten.  Spruch · Trautes Heim, Glück allein.  sprichwörtlich
  • Es geht nichts über ein eigenes Zuhause.  ●  My home is my castle.  Sprichwort, engl.
  • Eigener Herd ist Goldes wert.  veraltend, Sprichwort · Dahoam is dahoam.  ugs., bayr.

Typische Verbindungen zu ›Behausung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Behausung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Behausung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er siedelt allerdings weit ab von menschlichen Behausungen in stillen Wäldern. [Dathe, Heinrich: Wegweiser durch den Tierpark, Berlin: OV 1976, S. 21]
Und wer zu uns kommt, soll von unserer Behausung begeistert sein. [Brief von Irene G. an Ernst G. vom 15.02.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Und damit die Wirtschaft floriert, brauchen diejenigen, die letztendlich das Wachstum produzieren, finanzierbare Behausungen. [Die Zeit, 08.11.1996, Nr. 46]
Die Spieler wohnen in kleinen Behausungen neben der Anlage, die meiste Zeit sind sie im Stall. [Die Zeit, 25.06.2008, Nr. 27]
Dann suchten sie sich in der Nähe der menschlichen Behausungen ihr Futter selbst. [Die Zeit, 01.10.1993, Nr. 40]
Zitationshilfe
„Behausung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Behausung>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Behauptungswillen
Behauptungswille
Behauptung
Behauchung
Beharrungsvermögen
Behauung
Behaviorismus
Beheber
Behebung
Behebungsfrist