Beherrschung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beherrschung · Nominativ Plural: Beherrschungen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungBe-herr-schung (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Beherrschung‹ als Letztglied: ↗Erdbeherrschung · ↗Körperbeherrschung · ↗Marktbeherrschung · ↗Naturbeherrschung · ↗Selbstbeherrschung · ↗Sprachbeherrschung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Herrschaft über etw., jmdn.
Beispiele:
die Beherrschung eines Staates
die Beherrschung der Situation
daß sie ihm in der Beherrschung der Länder beistehen [StifterWitiko2,137]
Herrschaft über sich
Beispiele:
die Beherrschung seiner Leidenschaften
seine Beherrschung verlieren, zurückfinden
mit Fassung und Beherrschung etw. hinnehmen
eine mühsame, äußerliche Beherrschung
2.
entsprechend der Bedeutung von beherrschen (Lesart 2)
Beispiele:
die Beherrschung der Sprache, Rechtschreibung
eine gute, souveräne, meisterhafte, vollendete Beherrschung der Technik (des Klavierspiels)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

herrschen · Herrscher · anherrschen · beherrschen · Beherrschung · vorherrschen
herrschen Vb. ‘die Gewalt eines Herrn haben, befehlen, regieren’, ahd. hērisōn (um 900), mhd. hērschen, hē̌rsen ‘Herr sein, die Macht eines Herrn haben’ sowie (aus dem Hd. übernommen?) mnd. hērschen, mnl. heerscen, nl. heersen ist zum Komparativ des unter ↗hehr (s. d.) behandelten Adjektivs gebildet (ahd. hēriro) und bedeutet daher eigentlich ‘älter, würdiger sein’, wird aber bald inhaltlich an das unter ↗Herr (s. d.) dargestellte Substantiv angelehnt. Im Mhd. bzw. Nhd. wird rs zu rsch weiterentwickelt. Herrscher m. ‘wer herrscht, Gewalt, Macht ausübt, Regent’, ahd. hērisāri ‘Herrscher, Imperator’ (11. Jh.), mhd. herscher. anherrschen Vb. ‘herrisch anreden, anfahren’ (Mitte 19. Jh.). beherrschen Vb. ‘über etw. oder jmdn. Gewalt, Macht haben, regieren, (seine Gefühle) in der Gewalt haben, zügeln, bezwingen’ (15. Jh.); dazu Beherrschung f. ‘Herrschaft, Regierung, Regiment, das Bezähmen, Sichzügeln, Diszipliniertsein’ (15. Jh.). vorherrschen Vb. ‘vor anderem Einfluß, Wirkung haben, überwiegen, dominieren’ (15. Jh., geläufig seit 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Beherrschung · ↗Hegemonie · ↗Herrschaft · ↗Präponderanz · ↗Vorherrschaft · ↗Vormachtstellung · ↗Übergewicht
Assoziationen
Synonymgruppe
Beherrschung · ↗Gewalt · ↗Herrschaft · ↗Macht · ↗Machtausübung · ↗Stärke  ●  ↗Power  ugs., engl.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Beherrschung · ↗Fassung · ↗Haltung · ↗Kontrolle  ●  ↗Contenance  geh., franz.
Synonymgruppe
Abgeklärtheit · ↗Ausgeglichenheit · ↗Beherrschtheit · Beherrschung · ↗Besonnenheit · ↗Charakterstärke · ↗Fassung · ↗Gefasstheit · ↗Gelassenheit · ↗Gemütsruhe · ↗Gleichmut · ↗Gleichmütigkeit · ↗Kaltblütigkeit · ↗Leidenschaftslosigkeit · ↗Seelenruhe · ↗Selbstbeherrschung · ↗Unerschütterlichkeit · stoische Haltung · unerschütterlicher Gleichmut  ●  ↗Ataraxie  geh. · ↗Contenance  geh., franz. · ↗Kontenance  geh.
Assoziationen
  • (sich) nicht aus der Fassung bringen lassen · nicht zu erschüttern (sein)  ●  die Ruhe weghaben  ugs.
  • Ausgeglichenheit · ↗Seelenfrieden · innere Ruhe · innerer Frieden
  • Gelassenheit · ↗Gemütsruhe · ↗Gleichmut · ↗Seelenruhe · ↗Unerschütterlichkeit · innere Ruhe · stoische Ruhe · unerschütterlicher Gleichmut  ●  ↗Ataraxie  geh.
  • (etwas) mit Fassung tragen · (sich) unter Kontrolle halten · (äußerlich) gefasst reagieren · kaltes Blut bewahren · keine Regung zeigen · ruhig bleiben · sich nichts anmerken lassen
Synonymgruppe
Abbremsung · ↗Abschwächung · Beherrschung · ↗Zähmung · ↗Zügelung
Synonymgruppe
Abbremsung · ↗Abschwächung · Beherrschung · ↗Bändigung · ↗Mäßigung · ↗Zähmung · ↗Zügelung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Affekt Ausbeutung Brennstoffkreislauf Englische Fremdsprache Grundrechenart Handwerk Instrument Kulturtechnikum Landessprache Materie Metier Muttersprache Naturkraft Schriftsprache Sprache Störfall Technikum Unterwerfung kolonial mangelhaft mangelnd meisterhaft meisterlich perfekt souverän stupend virtuos vollendet vollkommen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beherrschung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beim Tod seiner Frau hatte er sich niemals gehenlassen, aber jetzt war es mit seiner Beherrschung vorbei.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 25
Von einer Beherrschung dieser Technik kann nicht die Rede sein.
Süddeutsche Zeitung, 21.02.2004
Er kämpfte jetzt sichtlich mit letzter Kraft um seine Beherrschung.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 274
Was sind das für körperliche Qualen, wenn ein Kind kurz davor ist, die Beherrschung zu verlieren?
Die Zeit, 14.11.1980, Nr. 47
Das industrielle Proletariat ist, wenn es geschlossen auftritt, sicherlich eine gewaltige Macht, auch in der Beherrschung der Straße.
Weber, Max: Wahlrecht und Demokratie in Deutschland. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Politische Schriften, München: Drei Masken Verl. 1921 [1917], S. 309
Zitationshilfe
„Beherrschung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beherrschung>, abgerufen am 26.03.2019.

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