Beil, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Beil(e)s · Nominativ Plural: Beile
Aussprache  [baɪ̯l]
Wortbildung  mit ›Beil‹ als Erstglied: ↗Beilhieb · ↗Beilpicke · ↗Beilschlag
 ·  mit ›Beil‹ als Letztglied: ↗Eisbeil · ↗Enterbeil · ↗Hackbeil · ↗Hackebeil · ↗Henkerbeil · ↗Henkersbeil · ↗Kappbeil · ↗Klauenbeil · ↗Küchenbeil · ↗Mordbeil · ↗Richtbeil · ↗Tischlerbeil · ↗Zimmermannsbeil
eWDG, 1967

Bedeutung

Spaltwerkzeug, Hauwerkzeug, das aus einem keilförmigen Eisenteil mit breiter geschwungener Schneide besteht, in den rechtwinklig ein Holzstiel eingepasst ist
Beispiele:
ein kleines, leichtes, scharfes, stumpfes Beil
das Öhr, der Rücken, die Schneide des Beils
das Beil schleifen, härten
das Beil zum Schlage erheben
mit dem Beil zum Schlage ausholen
das Beil gleitet ab
mit dem Beil einen Strauch abhauen, Brennholz klein machen, einen Pfahl in die Erde schlagen
mit dem Beil die Tür zu dem brennenden Zimmer einschlagen
der Fleischer teilt das Fleisch mit dem Beil
jmdn. mit dem Beil hinrichten
der (schmachvolle) Tod durch das, unterm Beil
bildlich
Beispiel:
Das Beil des Gesetzes schwebt über allen Häuptern [ BüchnerDantonII]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Beil n. ‘kurzstieliges Spalt-, Hauwerkzeug mit breiter Schneide’. Ahd. bīhal ‘Beil, Axt’ (9. Jh.), mhd. bīhel, bīel, bīl(e), mnd. bīl n., bīle f., mnl. bīle f., bijl m. n.?, nl. bijl f. sind verwandt mit anord. bīlda ‘Pfeil’ und bīldr ‘Aderlaßmesser’. Ablautend stehen daneben ahd. billi ‘Schwert, Streitaxt’ (9. Jh.), mhd. bil n., bille f., nhd. Bille ‘doppelschneidige Hacke, Steinhaue’, mhd. billen ‘mit der Steinhaue schlagen, behauen, schärfen’, asächs. aengl. bil(l) n. ‘Schwert, Streitaxt’. Mit den außergerm. Verwandten griech. phitrós (φιτρός) ‘Baumstamm, Holzscheit’, air. biāil ‘Beil’, aslaw. biti, russ. bit’ (бить) ‘schlagen’, bílo (било) ‘Klöppel, Klopfbrett’ führen sie auf die Wurzel ie. *bhei-, *bhei̯ə-, *bhī- ‘schlagen’, zu der, über eine d-Erweiterung, vielleicht auch ↗beißen (s. d.) zu rechnen ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
Axt · Beil · ↗Hackbeil · ↗Hackebeil  ●  ↗Hacke  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Beil‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beil‹.

Verwendungsbeispiele für ›Beil‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als er schlief, schlug sie mit einem Beil auf ihn ein.
Bild, 29.11.2005
Nun fielen sie über ihn her, und es gelang ihnen, ihm das Beil zu entwinden.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 828
Er gibt ihr ein Beil - zum Absplittern des überflüssigen Holzes.
Die Zeit, 20.02.1998, Nr. 9
Diesmal gehst du nicht auf die Jagd mit Netz und Beil.
Hofmannsthal, Hugo von: Elektra. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1903], S. 5537
Plötzlich zerriß ein langer Schrei die Nacht, scharf wie mit einem Beil.
Heym, Georg: Der Dieb. In: Deutsche Literatur, Berlin: Directmedia Publ. 1998 [1911], S. 10745
Zitationshilfe
„Beil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beil>, abgerufen am 26.11.2020.

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