Beilage, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beilage · Nominativ Plural: Beilagen
Aussprache
WorttrennungBei-la-ge
Grundformbeilegen
Wortbildung mit ›Beilage‹ als Letztglied: ↗Bildbeilage · ↗Gemüsebeilage · ↗Hartholzbeilage · ↗Knochenbeilage · ↗Kulturbeilage · ↗Kunstbeilage · ↗Kunstdruckbeilage · ↗Literaturbeilage · ↗Modebeilage · ↗Modenbeilage · ↗Packungsbeilage · ↗Reisebeilage · ↗Reklamebeilage · ↗Romanbeilage · ↗Sonderbeilage · ↗Sonntagsbeilage · ↗Unterhaltungsbeilage
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das Beigelegte, Beigefügte
a)
zu einem Druckerzeugnis
Beispiel:
die wissenschaftliche, literarische Beilage einer Zeitung, Zeitschrift
b)
zu einem Essen
Beispiele:
Salat als Beilage zu einer Aufschnittplatte
Gemüse, Kartoffeln als Beilage zum Fleischgericht
c)
veraltet, österreichisch zu einem Brief
Beispiele:
in der Beilage (= Anlage) übersenden wir Ihnen eine Abschrift
Darum schicke ich ... als Beilage diesen Brief, den ich nicht gelesen habe [A. ZweigJunge Frau237]
2.
Technik Unterlage
a)
zum Formen von Blech
b)
zur Erzielung des gewünschten Maßes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

legen · ablegen · Ableger · anlegen · Anlage · auflegen · aufgelegt · Auflage · auslegen · Auslage · beilegen · Beilager · Beilage · einlegen · Einlage · erlegen · niederlegen · Niederlage · überlegen1 · Überlegung · überlegen2 · unterlegen · Unterlage
legen Vb. ‘zum Liegen bringen’. Das gemeingerm. bezeugte Verb ahd. leg(g)en (8. Jh.), mhd. legen (auch lecken, leggen), asächs. leggian, mnd. leggen, mnl. legghen, lēghen, nl. leggen, aengl. lecgan, engl. to lay, anord. leggja, schwed. lägga, got. lagjan ist Kausativum im Sinne von ‘liegen machen’ zu dem unter ↗liegen (s. d.) dargestellten starken Verb wie russ.-kslaw. ložiti sja, russ. ložít’sja (ложиться) ‘sich legen’ zu aslaw. ležati, russ. ležát’ (лежать) ‘liegen’. ablegen Vb. ‘von sich tun, (Kleidung) ausziehen bzw. nicht mehr tragen, abladen, deponieren, vollziehen, leisten’, mhd. abelegen ‘(Kleidung) ausziehen, abladen, abgelten, auszahlen, außer Kraft setzen, Abbruch tun’; Ableger m. ‘junger Pflanzentrieb’ (18. Jh.), frühnhd. ‘Auf- und Ablader’ (15. Jh.). anlegen Vb. ‘an etw. legen, ankleiden, zielen, auf etw. abzielen, bezwecken, anzetteln, entwerfen, gestalten, bewirken, nutz- und gewinnbringend verwenden’, ahd. analeg(g)en ‘an-, auflegen, hineinschicken’ (8. Jh.), mhd. anelegen ‘ankleiden, anzetteln, vorbereiten, veranschlagen, auferlegen, auf Zinsen anlegen’; Anlage f. ‘Hinzu-, Beigefügtes, nutzen- und gewinnbringende Verwendung, Begabung, Neigung, das Gestaltete (Grünfläche, Baugestaltung)’, mhd. anlāge ‘Anliegen, Bitte, Hinterhalt’. auflegen Vb. ‘auf etw. legen, aufbürden, anordnen, (von Büchern) drucken und herausbringen’, ahd. ūfleg(g)en (um 1000), mhd. ūflegen ‘auf-, auslegen, aufstellen, zeigen, ausdenken, ersinnen, erschaffen, anordnen, bestimmen, veranstalten, stiften’; aufgelegt Part.adj. ‘geneigt, gestimmt zu etw., gelaunt’ (18. Jh.); Auflage f. ‘das Auferlegte, zu Leistende, Anweisung, Gebot, Beschwerde, Beschuldigung’ (16. Jh.), ‘Auferlegung, das Aufgelegte auf eine Unterlage, Anzahl der auf einmal gedruckten und verlegten Exemplare eines Druckes’ (17. Jh.). auslegen Vb. ‘ausbreiten, zur Schau stellen, mit einem Belag versehen, Geld vorschießen, deuten, interpretieren’, mhd. ūʒlegen ‘zum Verkauf anbieten, besetzen, verbrämen, ausrüsten, erfüllen, schmücken, darlegen, bestimmen, verabreden, deuten, erklären’; Auslage f. ‘Kosten, verauslagtes Geld, zur Ansicht ausgebreitete Ware, das Auslegen, zur Ansicht Bereitlegen’ (16. Jh.). beilegen Vb. ‘danebenlegen, hinzufügen, mitschicken, beseitigen, (Streit) schlichten’, ahd. bileg(g)en ‘be-, hinlegen, legend bedecken’ (8. Jh.), mhd. bīlegen ‘(sich) dazulegen (zum Beilager)’; Beilager n. ‘Eheschließung, Beischlaf’, mhd. bīleger, frühnhd. bī-, beilager (Ende 14. Jh.); Beilage f. ‘das Beigefügte’ (vielfach kanzleisprachlich von Schriften, Listen), ‘Zukost’, älter auch ‘anvertrautes Gut’ und ‘Beilager’ (15. Jh.). einlegen Vb. ‘hineinlegen, konservieren, mit einer Einlage verzieren, einzahlen’, mhd. īnlegen ‘ein-, hineinlegen, gegen jmdn. eine Klage vorbringen’; Einlage f. ‘das Hineingelegte, Versteifung (bei Kleidern), angelegtes oder eingezahltes Geld, Spargeld’ (16. Jh., bereits früh im Bankwesen). erlegen Vb. ‘(Wild) töten, (durch Tötung) niederlegen’, auch ‘einen Geldbetrag entrichten’, ahd. irleg(g)en ‘auferlegen, entgegensetzen, bestimmen’ (8. Jh.), mhd. erlegen ‘niederlegen, aus-, ein-, belegen, schlichten’. niederlegen Vb. ‘etw., sich hinlegen, ein Amt aufgeben’, ahd. nidarleg(g)en ‘hinwerfen, -legen, -stellen’ (9. Jh.), mhd. niderlegen ‘niederlegen, besiegen, beseitigen, abstellen, in Beschlag nehmen’; Niederlage f. ‘das Besiegtwerden, Unterlegensein, Warenlager, Großhandelszweigstelle’, mhd. niderlāge ‘das Niederlegen, -sinken, Sichniederlassen, Aufenthalt, Ruhe, Verlust, Schaden, das Niedermetzeln’. überlegen1 Vb. ‘überdecken, nachdenken, bedenken, erwägen’, ahd. ubarleg(g)en ‘vorwerfen, vorhalten’ (um 1000), mhd. überlegen ‘überziehen, bedecken, belegen mit, über-, zu-, zusammenrechnen’; Überlegung f. ‘Erwägung, das Bedenken’ (18. Jh.). überlegen2 Vb. ‘über etw. legen, ein Tuch umnehmen, ein Kind strafen’ (18. Jh.). unterlegen Vb. ‘als Unterlage darunterschieben, zuschreiben’, ahd. untarleg(g)en ‘stützen, unterstellen’ (8. Jh.), mhd. underlegen; Unterlage f. ‘Fundament, Grundlage, das Untergelegte, (beweisendes) Schriftstück, Beweisstück’, mhd. underlāge ‘Unterwerfung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anlage (im Brief) · Beilage  ●  ↗Addendum  geh., veraltet
Assoziationen
  • Dateianhang (an einer E-Mail)  ●  Attachment  engl.
Synonymgruppe
Anfügung · ↗Anhang · ↗Anlage · ↗Annex · ↗Appendix · Beilage · ↗Ergänzung · ↗Hinzufügung · ↗Nachtrag · ↗Zusatz  ●  ↗Addendum  geh., veraltet · Paralipomenon  geh., griechisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Braten Bratkartoffel Bundesanzeiger Börsenblatt Dessert Fischgericht Fleischgericht Gemüse Hauptgericht Krokette Pommes frites Reis Salat Sauce Sonderseite Soße Steak Vorspeise Wochenzeitung abdrucken achtseitig erscheinend illustriert pikant redaktionell sechsseitig servieren vierseitig wöchentlich zwölfseitig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beilage‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie das funktioniert, erklärt Ihnen eine Beilage in dieser Ausgabe.
Die Welt, 10.11.2003
Es sei denn, der Gast versteift sich energisch auf eine andere Beilage.
Süddeutsche Zeitung, 11.11.1995
Darin befand sich als Beilage die »Restnote« für die letzten Jahre.
Bode, Wilhelm von: Mein Leben, 2 Bde. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 2132
Beilage, die das auf die Expedition Bezügliche enthält, wollen Sie Uhle behändigen.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 7863
Den Ausführungen des gelehrten Verfassers gibt eine Anzahl Beilagen die erwünschte Ergänzung und Begründung.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1931, S. 893
Zitationshilfe
„Beilage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beilage>, abgerufen am 08.12.2019.

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