Beinkleid, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungBein-kleid
WortzerlegungBeinKleid
Wortbildung mit ›Beinkleid‹ als Letztglied: ↗Oberbeinkleid · ↗Unterbeinkleid
eWDG, 1967

Bedeutung

gespreizt (lange) Hose
Beispiele:
ein Herr in glockenförmigem Gehrock und erbsenfarbenem Beinkleid [Th. MannBuddenbrooks1,107]
Hosen gibts für die junge Frau; Verzeihung: Beinkleider sagt man in Ihren Kreisen [SternheimHoseII 4]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kleid · Klei · kleiden · kleidsam · Kleidung · Beinkleid
Kleid n. ‘Frauengewand’, im Plur. auch ‘Gesamtheit der auf dem Körper getragenen Kleidungsstücke’, mhd. kleit, mnd. klēt ‘Kleid, Kleidungsstück, Bekleidung’, mnl. cleet ‘Kleid, Kleidungsstück, Lappen, Tuch’, nl. kleed, aengl. clāþ ‘Tuch, Kleid, Segel’, engl. cloth ‘Tuch, Gewebe, Stoff’, clothes Plur. ‘Kleider, Kleidung, Wäsche’, anord. klæði ‘Kleidung’, schwed. kläde ‘Tuch’, afries. klāth, klād, klēth. Anzuschließen ist wohl an aengl. ætclīþan ‘festkleben, anhangen’, (schwundstufig) cliþa ‘Wundpflaster’ und an die unter ↗klettern und ↗Klette (s. d.) dargestellten Wortformen, so daß sich eine Verbindung zu ie. *gleit- herstellen läßt, eine Dentalerweiterung des unter ↗kleben (s. d.) angeführten ie. *glei- ‘kleben, schmieren’ zur Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’. Die t-Ableitung könnte partizipialen Sinn haben, Kleid würde danach das beim Walken mit fettem Ton (Walkerde) behandelte Wollgewebe, ‘das gekleite Tuch’ bedeuten und sich zu dem mit ↗kleben (s. d.) verwandten nd. Klei f. m. n. ‘fette Tonerde, schwerer Lehmboden’, asächs. klei, mnd. kley, kleye ‘Lehmboden, fetter, schwerer, fruchtbarer Boden’, mnl. clei, nl. klei, aengl. clǣg, engl. clay ‘Ton, Lehm’ stellen. kleiden Vb. ‘Kleidung anlegen, für Bekleidung sorgen, gut stehen, passen’, mhd. kleiden; dazu ankleiden, auskleiden (beide 15. Jh.), bekleiden (mhd. bekleiden), einkleiden (15. Jh.), entkleiden (mhd. en-, entkleiden), umkleiden (15. Jh.). kleidsam Adj. (18. Jh.). Kleidung f. spätmhd. kleidunge. Beinkleid n. (oft im Plur.) ‘Hose’ (Mitte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Hose · Hosen  ●  Beinkleid  ugs. · Bux(e)  ugs., norddeutsch · ↗Büx  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Beinkleid‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beinkleid‹.

Verwendungsbeispiele für ›Beinkleid‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch das Geld ist gut angelegt, denn die ledernen Beinkleider halten allerhand aus.
Süddeutsche Zeitung, 08.04.2002
Dann steht er auf und klopft wie besessen an seinen Beinkleidern.
Vossische Zeitung (Sonntags-Ausgabe), 06.03.1921
Ebenso dürfen wir auch nicht vergessen, die etwa aufgekrempelten Beinkleider herunterzuschlagen.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 21719
Die Galauniform, weiße Beinkleider und reich gestickter Rock, waren dem einfachen Mann wenig gemütlich.
Bismarck, Hedwig von: Erinnerungen aus dem Leben einer 95jährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 7301
Das vornehmdiskrete Beinkleid ist grau, hellbraun, dunkelblau und weiß, je nach Zweck und Gelegenheit.
Meißner, Hans-Otto: Man benimmt sich wieder, Giessen: Brühl 1950, S. 63
Zitationshilfe
„Beinkleid“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beinkleid>, abgerufen am 07.04.2020.

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