Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Beinkleid, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Beinkleid(e)s · Nominativ Plural: Beinkleider
Aussprache 
Worttrennung Bein-kleid
Wortzerlegung Bein Kleid
Wortbildung  mit ›Beinkleid‹ als Letztglied: Oberbeinkleid · Unterbeinkleid
eWDG

Bedeutung

gespreizt (lange) Hose
Beispiele:
ein Herr in glockenförmigem Gehrock und erbsenfarbenem Beinkleid [ Th. MannBuddenbrooks1,107]
Hosen gibts für die junge Frau; Verzeihung: Beinkleider sagt man in Ihren Kreisen [ SternheimHoseII 4]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kleid · Klei · kleiden · kleidsam · Kleidung · Beinkleid
Kleid n. ‘Frauengewand’, im Plur. auch ‘Gesamtheit der auf dem Körper getragenen Kleidungsstücke’, mhd. kleit, mnd. klēt ‘Kleid, Kleidungsstück, Bekleidung’, mnl. cleet ‘Kleid, Kleidungsstück, Lappen, Tuch’, nl. kleed, aengl. clāþ ‘Tuch, Kleid, Segel’, engl. cloth ‘Tuch, Gewebe, Stoff’, clothes Plur. ‘Kleider, Kleidung, Wäsche’, anord. klæði ‘Kleidung’, schwed. kläde ‘Tuch’, afries. klāth, klād, klēth. Anzuschließen ist wohl an aengl. ætclīþan ‘festkleben, anhangen’, (schwundstufig) cliþa ‘Wundpflaster’ und an die unter klettern und Klette (s. d.) dargestellten Wortformen, so daß sich eine Verbindung zu ie. *gleit- herstellen läßt, eine Dentalerweiterung des unter kleben (s. d.) angeführten ie. *glei- ‘kleben, schmieren’ zur Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’. Die t-Ableitung könnte partizipialen Sinn haben, Kleid würde danach das beim Walken mit fettem Ton (Walkerde) behandelte Wollgewebe, ‘das gekleite Tuch’ bedeuten und sich zu dem mit kleben (s. d.) verwandten nd. Klei f. m. n. ‘fette Tonerde, schwerer Lehmboden’, asächs. klei, mnd. kley, kleye ‘Lehmboden, fetter, schwerer, fruchtbarer Boden’, mnl. clei, nl. klei, aengl. clǣg, engl. clay ‘Ton, Lehm’ stellen. kleiden Vb. ‘Kleidung anlegen, für Bekleidung sorgen, gut stehen, passen’, mhd. kleiden; dazu ankleiden, auskleiden (beide 15. Jh.), bekleiden (mhd. bekleiden), einkleiden (15. Jh.), entkleiden (mhd. en-, entkleiden), umkleiden (15. Jh.). kleidsam Adj. (18. Jh.). Kleidung f. spätmhd. kleidunge. Beinkleid n. (oft im Plur.) ‘Hose’ (Mitte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Hose · Hosen  ●  Beinkleid  ugs. · Bux(e)  ugs., norddeutsch · Büx  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Beinkleid‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beinkleid‹.

Verwendungsbeispiele für ›Beinkleid‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ebenso dürfen wir auch nicht vergessen, die etwa aufgekrempelten Beinkleider herunterzuschlagen. [Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 21719]
Dann steht er auf und klopft wie besessen an seinen Beinkleidern. [Vossische Zeitung (Sonntags-Ausgabe), 06.03.1921]
Doch das Geld ist gut angelegt, denn die ledernen Beinkleider halten allerhand aus. [Süddeutsche Zeitung, 08.04.2002]
Viele Hanseaten kamen dann auch mit verdreckten Beinkleidern ins Büro. [Die Welt, 08.12.1999]
Noch vor 100 Jahren war es Frauen gesetzlich verboten, sich öffentlich in Beinkleidern zu zeigen. [Der Tagesspiegel, 03.12.1999]
Zitationshilfe
„Beinkleid“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beinkleid>.

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