Beisel, das

Alternative Schreibung Beisl
Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Beisels · Nominativ Plural: Beisel
Aussprache  [ˈbaɪ̯zl̩]
Worttrennung Bei-sel ● Beisl
eWDG, 1967 und ZDL, 2020

Bedeutung

österreichisch, umgangssprachlich Kneipe
Beispiele:
Markus Mraz’ Großvater betrieb ein Kaffeehaus, sein Vater Karl-Heinz ein Beisl, wie die Lokale mit Versumpfungstendenz im lokalen Dialekt heißen. [Welt am Sonntag, 23.06.2019, Nr. 25]Quelle: ZDL, 2020
Zum Ausklang landete ich mit Freunden im Beisel[…] und bestellte ein Wiener Schnitzel. [Der Standard, 03.03.2011]Quelle: ZDL, 2020
das is ein Beisel, da kehrt lauter powres G’sindel ein [NestroyLiebesgeschichtenI 6]

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Beiz · Beize2 · Beis(e)l
Beiz, Beize2 f. schweiz., mit Deminutivsuffix -(e)l Beis(e)l n. öst. ‘Wirtshaus, Kneipe’, Entlehnung (19. Jh.) von rotw. Bajis ‘Haus’ (Buß, 1490), ‘Gastwirtschaft, Herberge’ (Baitz, Beitzle, Baisel, 19. Jh.), aus jidd. bajis, hebr. bajiṯ ‘Haus’.

Thesaurus

Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Bar · ↗Bierkeller · ↗Kneipe · ↗Lokal · ↗Schankwirtschaft · ↗Schenke · ↗Schänke · ↗Wirtschaft  ●  Bierpalast  veraltet · ↗Dorfkrug  norddeutsch · ↗Gaststätte  Hauptform · ↗Pub  engl. · ↗Stampe  berlinerisch · Taferne  veraltet · Tafernwirtschaft  veraltet · ↗Taverne  veraltet · Tavernwirtschaft  veraltet · Beisel  ugs., ostösterreichisch · ↗Beiz  ugs., schweiz. · Boaz (Tirol, vereinzelt)  ugs. · Boiz (Neckarraum)  ugs., selten · ↗Gasthaus  ugs., südösterreichisch · ↗Pinte  ugs., ruhrdt., veraltend · ↗Schwemme  ugs. · Spunte (Graubünden)  ugs. · ↗Tanke  ugs. · ↗Tränke  ugs. · ↗Wirtshaus  ugs., österr., bair.
Unterbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Beisel‹, ›Beisl‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und natürlich wollten sie später im Beisel essen mit Melzer, hocherfreut.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 306
Kaum jemand kann sich noch die horrende Pacht leisten, die heute schon fürs kleinste Beisel verlangt wird.
Süddeutsche Zeitung, 14.12.1994
Im Frühling gibt ’s in den Beiseln noch keine Überstunden.
Die Zeit, 03.03.1969, Nr. 09
Er spielt nochmals das Mariandel und empfängt den Ochs zu einem Rendezvous in einem Beisel.
Fath, Rolf: Rollen - O. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 16664
Zitationshilfe
„Beisel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beisel>, abgerufen am 25.05.2020.

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