Beisteuer, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beisteuer · Nominativ Plural: Beisteuern
Aussprache
WorttrennungBei-steu-er
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltet, süddeutsch (finanzieller) Beitrag
Beispiele:
Sie war hauptsächlich ... gekommen, um bei den Familienmitgliedern eine Beisteuer für das Begräbnis zu erbitten [PolenzBüttnerbauer1,430]
Die Roman-Prosa eines Spielhagen ist heute so welk, daß man schließen darf, sie sei nie eine wirkliche Beisteuer zu dem gewesen, was wir den europäischen Roman nennen [Th. Mann11,469]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Steuer1 · steuern · aussteuern · Aussteuer · beisteuern · Beisteuer · besteuern · versteuern
Steuer1 f. ‘Geldabgabe (an den Staat)’. Die fem. jō-Bildung ahd. stiura ‘Stütze, stützender Pfahl, stützendes Fundament, Steuerruder’, übertragen ‘Unterstützung, Hilfe, Beistand’, auch bereits ‘rechtlich begründete, regelmäßige Geldabgabe an die Obrigkeit’ (um 900), mhd. stiur(e) ‘Stütze, Steuerruder, Hinterteil des Schiffes, Unterstützung, Hilfe, Gabe, Abgabe, Einkommen’, asächs. -stiuria (in heristiuria ‘Heersteuer, Sold’), mnd. stür(e) ‘Abwehr, Abhilfe, Unterstützung, Beistand, Gabe, finanzielle Abgabe’, mnl. sture ‘Hilfe, Stütze’ (germ. *steurijō-), aengl. stēor ‘Lenkung, Anordnung, (Ver)ordnung, Strafe, Bestrafung’ (germ. *steurō-) steht neben den unter ↗Steuer2 n. (s. d.) angegebenen Formen. Vergleichbar ist (ablautend) anord. staurr ‘Stange’, schwed. stör und griech. staurós (σταυρός) ‘Pfahl’. Es handelt sich um Bildungen mit r-Suffix zu ie. *st(h)āu-, *st(h)ū- (s. ↗stauen, ↗staunen, ↗stützen) bzw. ie. *stēu-, *stəu-, Erweiterungen bzw. Ablautformen der unter ↗stehen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’. Die Ausgangsbedeutung ‘(stützender) Pfahl, Stock’ entwickelt sich über ‘Unterstützung, helfende Abgabe’ zu ‘obligatorische Geldabgabe an den Staat’. Im Sinne von ‘Unterstützung, Hilfe, Beistand’ ist Steuer bis ins 16. Jh. allgemein üblich, danach nur noch resthaft, vgl. zur Steuer (‘Unterstützung’) der Wahrheit, Gerechtigkeit (bis 19. Jh.). Die Bedeutung ‘Steuerruder’ ist frühnhd. bereits selten (lexikographisch noch im 16. Jh.); sie wird von dem aus dem Nordd. stammenden ↗Steuer2 n. übernommen. steuern Vb. ‘mit dem Steuer lenken’, ahd. stiuren ‘lenken, leiten, (unter)stützen, fördern’ (8. Jh.), mhd. stiuren ‘lenken, stützen, treiben, stoßen, unterstützen, helfen, beschenken, ausstatten, eine Abgabe entrichten’, mnd. stǖren ‘in eine Richtung bringen, lenken’, mnl. stūren, stieren ‘steuern, richten’, nl. sturen, afries. stiūra, stiōra, aengl. stīeran, engl. to steer ‘lenken’, anord. stȳra ‘steuern, regieren, besitzen’, schwed. styra ‘steuern, lenken’, got. stiurjan ‘aufstellen, geltend machen’ (germ. *steurijan). aussteuern Vb. ‘ausstatten, mit Heiratsgut versehen’, spätmhd. ūʒstiuren; Aussteuer f. (16. Jh.). beisteuern Vb. ‘beitragen, dazugeben’ (Ende 16. Jh.); Beisteuer f. ‘Gabe, Geschenk’ (16. Jh.). besteuern Vb. ‘mit Abgaben belegen’, spätmhd. bestiuren. versteuern Vb. ‘die Abgaben für etw. entrichten’, mhd. verstiuren.

Verwendungsbeispiele für ›Beisteuer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was wird die Folge sein, wenn der Staat Anstalten macht, die Zahlung der vorgeschlagenen Beisteuer zu erlangen?
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 05.03.1903
Der 1739 ergangenen Aufforderung zur Beisteuer seiner Lebensbeschreibung für Matthesons Ehren-Pforte kam Schmid aus Bescheidenheit nicht nach.
Krautwurst, Franz: Schmid (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 22216
Zitationshilfe
„Beisteuer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beisteuer>, abgerufen am 30.03.2020.

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