Beiz, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beiz · Nominativ Plural: Beizen
Aussprache [baɪ̯ʦ]
Wortbildung  mit ›Beiz‹ als Erstglied: Beizentour
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

meist CH , gelegentlich D-Südwest Gastwirtschaft, Kneipe mit einem Angebot an meist deftigen, landestypischen Speisen
Beispiele:
Die Untereggerinnen und Unteregger freuen sich […], dass die traditionsreiche Beiz […] ab dem 12. Juni wieder Schnitzel und Pommes frites serviert. [St. Galler Tagblatt, 13.06.2020]
Am Dorfeingang weist ein Schild den Weg zur Molkerei, im Zentrum befinden sich Beiz, Metzger, Gemischtwarenladen und Beck in Gehdistanz zueinander. [Neue Zürcher Zeitung, 05.01.2018]
Es war gemütlich, wir Narren sind von Beiz zu Beiz gezogen, Hits waren schöne Schlager, es wurde geschunkelt, es war eine gemütliche Fasnacht. [Badische Zeitung, 15.02.2014]
Nennen Sie mir eine Beiz, die nur eine Sorte Bier anbietet. [Luzerner Zeitung, 20.06.2020]
»Bauer sucht Beiz« war das Motto der Veranstaltung, […] nachdem im vergangenen Jahr die letzte Kneipe im Dorf ihre Pforten schloss und von einer, ehedem blühenden Gastronomie, lediglich eine verdorrte Wüste übrig blieb. [Südkurier, 14.02.2018]
Endlich hat in seiner Beiz seine Leibspeise in die Menükarte Eingang gefunden. Wirtin Nadia B[…] erweist ihm [dem Besitzer der Beiz] die Referenz mit »Flühmanns Hausmannskost«[;] dahinter verbirgt sich Hackbraten mit Härdöpfelstock. [Luzerner Zeitung, 13.02.2007]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Beiz · Beize2 · Beis(e)l
Beiz, Beize2 f. schweiz., mit Deminutivsuffix -(e)l Beis(e)l n. öst. ‘Wirtshaus, Kneipe’, Entlehnung (19. Jh.) von rotw. Bajis ‘Haus’ (Buß, 1490), ‘Gastwirtschaft, Herberge’ (Baitz, Beitzle, Baisel, 19. Jh.), aus jidd. bajis, hebr. bajiṯ ‘Haus’.
Zitationshilfe
„Beiz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beiz#1>, abgerufen am 26.01.2022.

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Beiz, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beiz · wird nur im Singular verwendet
Im Sprachgebrauch wird auf die pluralische Verwendung von Beiz verzichtet, stattdessen auf die Pluralform des Synonyms Beizjagd ausgewichen.
Aussprache [baɪ̯ʦ]
Wortbildung  mit ›Beiz‹ als Erstglied: Beizhund
ZDL-Verweisartikel

Bedeutung

Jägersprache
Synonym zu Beize², Beizjagd
Beispiele:
Im Glauben, er habe das belagerte Parma fest im Griff, gab Friedrich II. am 18. Februar 1248 einer Laune seiner Jagdleidenschaft nach und ritt mit großem Gefolge auf die Beiz. [Die Zeit, 24.10.1986]
Heute ist Kaninchenjagd angesagt, welche es im Hallstadter Revier in großer Zahl geben soll. Nördlich der A 70 angekommen ist es so weit. Die Beiz kann beginnen. [Fränkischer Tag, 26.10.2018]
[…]Es ist ganz wichtig, dass wir immer abstimmen, welcher Vogel auf die Beiz gehen soll, wenn sich ein Kaninchen zeigt[…]. [Fränkischer Tag, 26.10.2018]
Wenn Scheich Zayed auf die Beiz geht, sind L[…] und seine Mitarbeiter Teil eines Spektakels. [Hamburger Abendblatt, 07.10.2000]
Wie war man doch glücklich gewesen – als minorenner (= minderjähriger, noch nicht volljähriger) König in der fernen Jugend, da man auf die Beiz mit Jagdfalken ritt und durchaus nicht wußte, wohin der Staat wohl treiben würde. [Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 345]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beizen · Beize1
beizen Vb. ‘mit Beize behandeln, scharf, ätzend einwirken, mit abgerichteten Raubvögeln jagen’. Das germ. Verb ahd. beizen ‘mit Beize behandeln, mit Vögeln jagen, aufzäumen’ (10. Jh.), mhd. beiʒen ‘mit Beize behandeln, mit Falken, Hunden jagen, mürbe machen, peinigen’ und ‘vom Pferd steigen’ (eigentlich ‘das Pferd beißen, fressen lassen’), asächs. undbētian ‘absitzen’, mnd. bēten ‘mit Beize behandeln, mit Falken, Hunden jagen’, aengl. bǣtan ‘beizen, jagen, aufzäumen, zügeln’, engl. to bait ‘ködern, mit Hunden hetzen, reizen, quälen, peinigen’, anord. beita ‘beißen lassen, zäumen, weiden, jagen, segeln’ ist Kausativum zu dem unter beißen (s. d.) behandelten Verb und bedeutet daher eigentlich ‘beißen machen, beißen lassen’. Das führt zu zwei verschiedenen Verwendungsweisen: ‘mit Raubvögeln’, früher auch ‘mit Hunden jagen’, eigentlich ‘Raubvögel, Hunde beißen lassen’, und ‘mit einem scharfen Mittel, mit Beize behandeln’. Im Part. Präs. werden beizend und beißend zuweilen ohne Unterschied gebraucht (beizender und beißender ‘stechender, ätzender’ Rauch, Qualm, Geruch). Hinsichtlich der inlautenden Konsonanz, und zwar Spirans beim starken (beißen) und Affrikata beim schwachen (beizen) Verb sowie den zugehörigen Bildungen (Biß, Beize), hat sich eine konsequente Scheidung erst in der nhd. Literatursprache durchgesetzt. Im Ahd. und Mhd. ist (besonders für die hier unter beizen genannten Wörter) mit Doppelformen zu rechnen, im Mhd. mit einem Überwiegen der Spirans (die sich noch heute in Mundarten findet). Die Affrikata entstammt den Flexionsformen, in denen (vor Eintritt der hd. Lautverschiebung) ein j der Folgesilbe Konsonantengemination bewirkte. Unterschiedliche Ausgleichsbewegungen haben zu Doppelformen (und ihrer Beseitigung) geführt. Beize1 f. ‘Mittel zur Oberflächenbehandlung von Holz, Metall, Mittel zum Gerben, Jagd mit abgerichteten Raubvögeln’, ahd. beiza ‘Beize, Lauge’ (zum Aufweichen von Schmutz), ‘Alaun’ als Beize in Färbereien (Hs. 12. Jh.), dafür auch beiz(i)stein (10. Jh.), mhd. beiʒe ‘Falkenjagd, scharfe, beißende Flüssigkeit’.
Zitationshilfe
„Beiz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beiz#2>, abgerufen am 26.01.2022.

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