Beize, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beize · Nominativ Plural: Beizen
Aussprache
WorttrennungBei-ze (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Beize‹ als Letztglied: ↗Gerberbeize · ↗Heißwasserbeize · ↗Nachbeize · ↗Nassbeize · ↗Nussbaumbeize · ↗Nussbeize · ↗Schwarzbeize · ↗Trockenbeize · ↗Vorbeize
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Mittel zur Oberflächenbehandlung fester Körper
a)
Handwerk färbendes Mittel, das auf Holz aufgetragen wird und dessen Maserung hervorhebt
Beispiele:
die Beize in heißem Wasser lösen
Beize ansetzen
die Beize wird auf das Holz aufgetragen
die Beize auf den Möbeln wird im Laufe der Zeit abgenutzt
b)
Landwirtschaft Mittel, um beim Saatgut die Krankheitserreger abzutöten
c)
Handwerk Mittel, um Häute weich zu machen
d)
Hüttenwesen Flüssigkeit, mit der Metall behandelt wird
α)
um es von Oxyd zu befreien
β)
um einen Farbton auf ihm hervorzurufen oder es korrosionsfest zu machen
e)
Textilindustrie Flüssigkeit, mit der Gespinstfasern getränkt werden, um sie zur Aufnahme von Farbstoff vorzubereiten
f)
Kochkunst saure Brühe für Fisch oder Fleisch, Marinade
Beispiele:
eine Beize fertigmachen
Fleisch, Fisch in die Beize (ein)legen
2.
das Beizen, die Beizung
entsprechend der Bedeutung von beizen1 (Lesart 1)
Beispiele:
Landwirtschaft die Beize des Saatgutes
Handwerk die Beize von Häuten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beizen · Beize1
beizen Vb. ‘mit Beize behandeln, scharf, ätzend einwirken, mit abgerichteten Raubvögeln jagen’. Das germ. Verb ahd. beizen ‘mit Beize behandeln, mit Vögeln jagen, aufzäumen’ (10. Jh.), mhd. beiʒen ‘mit Beize behandeln, mit Falken, Hunden jagen, mürbe machen, peinigen’ und ‘vom Pferd steigen’ (eigentlich ‘das Pferd beißen, fressen lassen’), asächs. undbētian ‘absitzen’, mnd. bēten ‘mit Beize behandeln, mit Falken, Hunden jagen’, aengl. bǣtan ‘beizen, jagen, aufzäumen, zügeln’, engl. to bait ‘ködern, mit Hunden hetzen, reizen, quälen, peinigen’, anord. beita ‘beißen lassen, zäumen, weiden, jagen, segeln’ ist Kausativum zu dem unter ↗beißen (s. d.) behandelten Verb und bedeutet daher eigentlich ‘beißen machen, beißen lassen’. Das führt zu zwei verschiedenen Verwendungsweisen: ‘mit Raubvögeln’, früher auch ‘mit Hunden jagen’, eigentlich ‘Raubvögel, Hunde beißen lassen’, und ‘mit einem scharfen Mittel, mit Beize behandeln’. Im Part. Präs. werden beizend und beißend zuweilen ohne Unterschied gebraucht (beizender und beißender ‘stechender, ätzender’ Rauch, Qualm, Geruch). Hinsichtlich der inlautenden Konsonanz, und zwar Spirans beim starken (beißen) und Affrikata beim schwachen (beizen) Verb sowie den zugehörigen Bildungen (Biß, Beize), hat sich eine konsequente Scheidung erst in der nhd. Literatursprache durchgesetzt. Im Ahd. und Mhd. ist (besonders für die hier unter beizen genannten Wörter) mit Doppelformen zu rechnen, im Mhd. mit einem Überwiegen der Spirans (die sich noch heute in Mundarten findet). Die Affrikata entstammt den Flexionsformen, in denen (vor Eintritt der hd. Lautverschiebung) ein j der Folgesilbe Konsonantengemination bewirkte. Unterschiedliche Ausgleichsbewegungen haben zu Doppelformen (und ihrer Beseitigung) geführt. Beize1 f. ‘Mittel zur Oberflächenbehandlung von Holz, Metall, Mittel zum Gerben, Jagd mit abgerichteten Raubvögeln’, ahd. beiza ‘Beize, Lauge’ (zum Aufweichen von Schmutz), ‘Alaun’ als Beize in Färbereien (Hs. 12. Jh.), dafür auch beiz(i)stein (10. Jh.), mhd. beiʒe ‘Falkenjagd, scharfe, beißende Flüssigkeit’.

Beiz · Beize2 · Beis(e)l
Beiz, Beize2 f. schweiz., mit Deminutivsuffix -(e)l Beis(e)l n. öst. ‘Wirtshaus, Kneipe’, Entlehnung (19. Jh.) von rotw. Bajis ‘Haus’ (Buß, 1490), ‘Gastwirtschaft, Herberge’ (Baitz, Beitzle, Baisel, 19. Jh.), aus jidd. bajis, hebr. bajiṯ ‘Haus’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beize · ↗Farbe · ↗Färbemittel
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Beize · ↗Lake · ↗Marinade
Chemie
Synonymgruppe
Beize · Ätzflüssigkeit · Ätzmittel
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Färberei Lack

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beize‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Danach wird er ihn in einer Beize leicht gelb grundieren.
Süddeutsche Zeitung, 09.03.2001
Obwohl zumeist mit schwarzer Beize überzogen, verliert das Holz keineswegs seine Materialität.
Der Tagesspiegel, 21.07.2004
Im nächsten Raum ist es zwar ruhiger, dafür treibt einem die Beize Tränen in die Augen.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 230
Die älteste und auch heute noch viel verwendete saure Beize ist das Tannin (S. 277).
Langenbeck, Wolfgang: Lehrbuch der Organischen Chemie, Dresden: Steinkopff 1938, S. 375
Nach dem Beizen, Grundieren und Mattieren werden die Einzelteile wieder zusammengebaut und verschraubt.
Bernd Käsch, Heimwerker-Handbuch: Wiesbaden: Falken-Verlag Erich Sicker 1968, S. 178
Zitationshilfe
„Beize“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beize#1>, abgerufen am 19.01.2019.

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Beize, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beize · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungBei-ze (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Beize‹ als Letztglied: ↗Entenbeize · ↗Falkenbeize · ↗Reiherbeize · ↗Vogelbeize
eWDG, 1967

Bedeutung

Jägersprache Jagd mit abgerichteten Raubvögeln auf Federwild, Niederwild
Beispiele:
Falken zur Beize abrichten
die Beize auf Rebhühner, Fasanen, Hasen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beizen · Beize1
beizen Vb. ‘mit Beize behandeln, scharf, ätzend einwirken, mit abgerichteten Raubvögeln jagen’. Das germ. Verb ahd. beizen ‘mit Beize behandeln, mit Vögeln jagen, aufzäumen’ (10. Jh.), mhd. beiʒen ‘mit Beize behandeln, mit Falken, Hunden jagen, mürbe machen, peinigen’ und ‘vom Pferd steigen’ (eigentlich ‘das Pferd beißen, fressen lassen’), asächs. undbētian ‘absitzen’, mnd. bēten ‘mit Beize behandeln, mit Falken, Hunden jagen’, aengl. bǣtan ‘beizen, jagen, aufzäumen, zügeln’, engl. to bait ‘ködern, mit Hunden hetzen, reizen, quälen, peinigen’, anord. beita ‘beißen lassen, zäumen, weiden, jagen, segeln’ ist Kausativum zu dem unter ↗beißen (s. d.) behandelten Verb und bedeutet daher eigentlich ‘beißen machen, beißen lassen’. Das führt zu zwei verschiedenen Verwendungsweisen: ‘mit Raubvögeln’, früher auch ‘mit Hunden jagen’, eigentlich ‘Raubvögel, Hunde beißen lassen’, und ‘mit einem scharfen Mittel, mit Beize behandeln’. Im Part. Präs. werden beizend und beißend zuweilen ohne Unterschied gebraucht (beizender und beißender ‘stechender, ätzender’ Rauch, Qualm, Geruch). Hinsichtlich der inlautenden Konsonanz, und zwar Spirans beim starken (beißen) und Affrikata beim schwachen (beizen) Verb sowie den zugehörigen Bildungen (Biß, Beize), hat sich eine konsequente Scheidung erst in der nhd. Literatursprache durchgesetzt. Im Ahd. und Mhd. ist (besonders für die hier unter beizen genannten Wörter) mit Doppelformen zu rechnen, im Mhd. mit einem Überwiegen der Spirans (die sich noch heute in Mundarten findet). Die Affrikata entstammt den Flexionsformen, in denen (vor Eintritt der hd. Lautverschiebung) ein j der Folgesilbe Konsonantengemination bewirkte. Unterschiedliche Ausgleichsbewegungen haben zu Doppelformen (und ihrer Beseitigung) geführt. Beize1 f. ‘Mittel zur Oberflächenbehandlung von Holz, Metall, Mittel zum Gerben, Jagd mit abgerichteten Raubvögeln’, ahd. beiza ‘Beize, Lauge’ (zum Aufweichen von Schmutz), ‘Alaun’ als Beize in Färbereien (Hs. 12. Jh.), dafür auch beiz(i)stein (10. Jh.), mhd. beiʒe ‘Falkenjagd, scharfe, beißende Flüssigkeit’.

Beiz · Beize2 · Beis(e)l
Beiz, Beize2 f. schweiz., mit Deminutivsuffix -(e)l Beis(e)l n. öst. ‘Wirtshaus, Kneipe’, Entlehnung (19. Jh.) von rotw. Bajis ‘Haus’ (Buß, 1490), ‘Gastwirtschaft, Herberge’ (Baitz, Beitzle, Baisel, 19. Jh.), aus jidd. bajis, hebr. bajiṯ ‘Haus’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beize · ↗Farbe · ↗Färbemittel
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Beize · ↗Lake · ↗Marinade
Chemie
Synonymgruppe
Beize · Ätzflüssigkeit · Ätzmittel
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Färberei Lack

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beize‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Danach wird er ihn in einer Beize leicht gelb grundieren.
Süddeutsche Zeitung, 09.03.2001
Obwohl zumeist mit schwarzer Beize überzogen, verliert das Holz keineswegs seine Materialität.
Der Tagesspiegel, 21.07.2004
Im nächsten Raum ist es zwar ruhiger, dafür treibt einem die Beize Tränen in die Augen.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 230
Die älteste und auch heute noch viel verwendete saure Beize ist das Tannin (S. 277).
Langenbeck, Wolfgang: Lehrbuch der Organischen Chemie, Dresden: Steinkopff 1938, S. 375
Nach dem Beizen, Grundieren und Mattieren werden die Einzelteile wieder zusammengebaut und verschraubt.
Bernd Käsch, Heimwerker-Handbuch: Wiesbaden: Falken-Verlag Erich Sicker 1968, S. 178
Zitationshilfe
„Beize“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beize#2>, abgerufen am 19.01.2019.

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