Bekömmlichkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Aussprache 
Worttrennung Be-kömm-lich-keit
Wortzerlegung bekömmlich -keit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bekommen · bekömmlich · Bekömmlichkeit
bekommen Vb. ‘erhalten, in den Besitz einer Sache gelangen’ und unpersönlich mit Dativ ‘jmdm. zuträglich sein’, ahd. biqueman ‘(heran)kommen, begegnen, passen, nützen’ (8. Jh.), mhd. bekomen ‘kommen, begegnen, wachsen, erhalten’. Die zum Verb kommen (s. d.) gehörende, in den meisten germ. Sprachen vorhandene Präfixbildung (vgl. auch als außergerm. Parallele lat. convenīre ‘zusammenkommen, eintreffen, übereinstimmen, passen’) bedeutet ursprünglich ‘hinzu-, herbeikommen’, unterliegt aber in den einzelnen germ. Sprachen einer starken Bedeutungsdifferenzierung, z. B. got. biqiman ‘überfallen’, asächs. bikuman ‘kommen’, aengl. becuman ‘sich ereignen, eintreffen, gelangen’, engl. to become ‘werden, sich ziemen’, nl. bekomen ‘erhalten, zuträglich sein’. Im Dt. wird räumliche Annäherung (frühnhd. vor allem ‘begegnen, treffen’) noch bis ins 17. Jh. ausgedrückt, daneben entwickeln sich seit dem Ahd. die Bedeutungen ‘erhalten’ (zunächst intransitiv mit Genitiv, so ahd. bei Otfrid und häufig im Mhd.) und ‘hervorkommen, wachsen, gedeihen’ (bis Anfang des 19. Jhs.) sowie, an die letztere anschließend, der unpersönliche Gebrauch ‘gedeihlich, zuträglich sein’ (‘etw. einbringen, zu etw. gereichen’ bereits im Freisinger Paternoster, 9. Jh.). Zu bekommen mit dem Sinn ‘erhalten, kriegen’ entstehen in jüngerer Zeit Zusammensetzungen wie abbekommen (Anfang 19. Jh.), freibekommen (Ende 19. Jh.), herausbekommen (18. Jh.). bekömmlich Adj. ‘zuträglich’, zu bekommen ‘zuträglich sein’ gehörend, wird in der 2. Hälfte des 19. Jhs. üblich; dagegen ist spätmhd. bekemelich, frühnhd. bekommlich, bekömmlich (vereinzelt bis ins 17. Jh.) bedeutungsgleich mit ahd. biquāmi, mhd. bequæme ‘angemessen, passend, tauglich’ (s. bequem). Bekömmlichkeit f. ‘Zuträglichkeit’, junge Ableitung von bekömmlich ‘zuträglich’ (Anfang 20. Jh.), die nicht frühnhd. Bekommlichkeit, Bekömmlichkeit ‘Angemessenheit, Tauglichkeit’ (15./16. Jh.; s. Bequemlichkeit) fortsetzt.

Typische Verbindungen zu ›Bekömmlichkeit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bekömmlichkeit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bekömmlichkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Daß Bier und Whisky lauwarm sind, erhöht vielleicht ihre Bekömmlichkeit. [Die Zeit, 29.05.1964, Nr. 22]
Gute Mixgetränke unterscheiden sich davon eben gerade auch durch ihre Bekömmlichkeit. [Die Zeit, 20.07.1973, Nr. 30]
Hauptsächlich schufen die niveauvollen Theaterschauspieler alter Schule, die auftraten, eine Aura von Bekömmlichkeit. [Süddeutsche Zeitung, 10.02.1995]
Dabei kommt es vor allem darauf an, die Köche eher für Geschmack und Bekömmlichkeit als für die Menge des produzierten Breis zu belohnen. [Die Zeit, 16.05.1997, Nr. 21]
Diese Kennzeichnung sagt zwar nichts aus über Qualität, Bekömmlichkeit oder Ökologie. [Die Welt, 12.11.2003]
Zitationshilfe
„Bekömmlichkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bek%C3%B6mmlichkeit>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Bekämpfungsmittel
Bekämpfungsmaßnahme
Bekämpfung
Bekundung
Bekunden
Beköstigung
Bekümmernis
Bekümmerung
Bel
Bel Paese