Bekenntnis, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bekenntnisses · Nominativ Plural: Bekenntnisse
WorttrennungBe-kennt-nis
Wortbildung mit ›Bekenntnis‹ als Erstglied: ↗Bekenntnisschrift · ↗Bekenntnisschule · ↗bekenntnisfreudig · ↗bekenntnisgläubig · ↗bekenntnishaft · ↗bekenntnislos · ↗bekenntnismäßig · ↗bekenntnistreu
 ·  mit ›Bekenntnis‹ als Letztglied: ↗Glaubensbekenntnis · ↗Lippenbekenntnis · ↗Religionsbekenntnis · ↗Schuldbekenntnis · ↗Selbstbekenntnis · ↗Sündenbekenntnis · ↗Taufbekenntnis · ↗Treuebekenntnis
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Geständnis
Beispiele:
ein glühendes Bekenntnis seiner Liebe, zum Leben
das reuige Bekenntnis einer Schuld
er legte ein aufrichtiges, mutiges Bekenntnis (seines Unrechts) ab
Bekenntnisse einer schönen Seele [GoetheLehrjahre7,415]
2.
Erklärung für etw.
Beispiele:
die Versammlung legte ein Bekenntnis zum Sozialismus ab
ein politisches, flammendes, machtvolles Bekenntnis
es war ein überwältigendes Bekenntnis für die Sache des Friedens
ein klares Bekenntnis zur Demokratie
ein Bekenntnis zum Christentum
Religion das evangelische, katholische Bekenntnis (= Konfession)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bekennen · Bekenner · Bekenntnis
bekennen Vb. ‘gestehen’, auch ‘offen seine Überzeugung kundtun’, ahd. bikennen (8. Jh.), mhd. bekennen, eine Präfixbildung zu ↗kennen (s. d.), bedeutet zunächst ‘kennen, erkennen’ (bis ins ältere Nhd.; daher das aus dem Part. Prät. hervorgegangene Adjektiv ↗bekannt, s. d.). In der mhd. Rechtssprache entwickelt sich die Bedeutung ‘etw. bekanntmachen’ (‘die eigene Schuld eingestehen’ und ‘als Zeuge etw. zur Sache aussagen’), die wie die namentlich bei den Mystikern des 14. Jhs. hervortretende Variante ‘aus innerster Überzeugung öffentlich für etw. eintreten’ zu den heutigen Verwendungen hinführt. In letzterem Sinne wird das Verb im Nhd. auch reflexiv gebraucht (sich zu etw., jmdm. bekennen); vgl. dagegen ahd. sih bikennen ‘sich erinnern’, mhd. sich bekennen ‘Bescheid wissen, zur Erkenntnis kommen’. Bekenner m. ‘wer offen seine Überzeugung kundtut’, mhd. bekenner (14. Jh.), anfangs Nomen agentis in der juristischen Sphäre, dann unter Einfluß der Mystik in der Bedeutung ‘Verfechter einer Glaubenslehre’. Bekenntnis n. ‘Geständnis, öffentliches Eintreten für eine Überzeugung’, ahd. bikantnussi n. (Hs. 12. Jh.), mhd. bekantnisse, bekentnisse f. und n. ‘Kenntnis, Geständnis, Zeugnis’, Ableitung vom Part. Prät. mhd. bekant, deshalb auch im Frühnhd. noch Nebenformen wie Bekanntnuß oder (bis ins 18. Jh.) Bekänntnis. Der bei den Mystikern einsetzende religiöse Sondergebrauch ist vom 16. Jh. an verbreitet (‘Eintreten für eine Glaubenslehre’), dazu stellt sich die Bedeutung ‘christliche Glaubenslehre, Konfession’ (19. Jh.); im 18. Jh. setzt sich allgemein neutrales Genus durch.

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
Bekenntnis · ↗Denomination · ↗Glaube · ↗Konfession
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Augsburger Bekenntnis · Augsburger Konfession
  • Schiismus · Schiitentum
  • Sunnismus · Sunnitentum
Assoziationen
Synonymgruppe
Beichte · Bekenntnis · ↗Geständnis
Unterbegriffe
  • Urgicht · gichtiger Mund

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beschimpfung Demokratie Glauben Grundgesetz Grundordnung Hochstapler Homosexualität Marktwirtschaft Standort abgeben ablegen augsburgisch christlich demonstrativ eindeutig emphatisch flammend freimütig glühend intim klar leidenschaftlich lutherisch mutig persönlich religiös uneingeschränkt verbal weltanschaulich öffentlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bekenntnis‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sein Land verlange nicht mehr "als ein klares Bekenntnis zu unserer verfassungsmäßigen Ordnung".
Die Zeit, 23.01.2006, Nr. 04
Ein klares Bekenntnis zu einem Nein ist zwar auch das nicht.
Der Tagesspiegel, 11.01.2003
In die nüchterne Sprache der Planung übertragen, findet dieses Bekenntnis seinen konzentrierten Ausdruck in der vom VIII.
Einheit, 1972, Nr. 7, Bd. 27
Aber gerade dies ist die dem Bekenntnis der S. allein entsprechende gedankliche Situation.
Rott, W.: Sünde und Schuld. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 41425
Über dem Mute zum Bekenntnis, kam dann auch die Erkenntnis.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8350
Zitationshilfe
„Bekenntnis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bekenntnis>, abgerufen am 15.10.2019.

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