Belag, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Belag(e)s · Nominativ Plural: Beläge
Aussprache
WorttrennungBe-lag
Wortbildung mit ›Belag‹ als Letztglied: ↗Außenbelag · ↗Betonbelag · ↗Bodenbelag · ↗Bremsbelag · ↗Brotbelag · ↗Fliesenbelag · ↗Fußbodenbelag · ↗Gummibelag · ↗Holzbelag · ↗Innenbelag · ↗Lederbelag · ↗Linoleumbelag · ↗Metallbelag · ↗Plattenbelag · ↗Schimmelbelag · ↗Straßenbelag · ↗Terrazzobelag · ↗Zahnbelag
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das Aufgelegte
entsprechend der Bedeutung von belegen (Lesart 1 a)
a)
Beispiele:
der Belag des Fußbodens
der Belag der Bremsen muss erneuert werden
b)
Aufschnitt
Beispiele:
Schnitten mit Butter und Belag
Willkommen, Hering, du Belag des armen Volkes! [BrechtPuntila9]
c)
Schneiderei Besatz; Futter zum Absteifen
2.
(dünne) Schicht, die sich auf etw. gelegt hat
Beispiele:
der weißgraue Belag auf Pralinen bei zu hoher Temperatur
der krankhafte weiße Belag auf der Zunge, den Mandeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

belegen · Belegschaft · Belegung · Beleg · Belag
belegen Vb. ‘durch Darauflegen bedecken’, auch ‘auferlegen, besetzen, beweisen’. Ahd. bileggen ‘bedecken, umgeben’ (8. Jh.), mhd. belegen ‘besetzen, einhüllen, einschließen, belagern’, asächs. bileggian, mnd. mnl. nl. beleggen, afries. bilegga, aengl. belecgan ist eine Präfixbildung zu ahd. leggen, mhd. legen ‘legen, setzen’, dem Kausativum zum starken Verb ahd. liggen, mhd. ligen ‘liegen, sich befinden’ (s. ↗legen und ↗liegen). Daspräfigierte Verb, das ursprünglich das schmückende oder schützende Bedecken und Umkleiden eines Gegenstands bezeichnet, entwickelt im Dt. vielfältige Verwendungsweisen, z. B. ‘besetzen, belagern’ und ‘durch Zeugnis beweisen’ (beide schon mhd. und mnd.), ‘begatten’ (mnd. und frühnhd., heute noch von Tieren) sowie in der älteren Rechtssprache ‘auferlegen, entschädigen’ und ‘gewinnbringend anlegen’ (alle zuerst mnd. bezeugt). An ‘besetzen’ schließt sich im Bergbau der Sondergebrauch ‘ein Bergwerk mit Arbeitskräften versehen’ (16. Jh.) an, wozu als junge Ableitung Belegschaft f. ‘Gesamtheit der Arbeiter eines Bergwerks’ (1. Hälfte 19. Jh.), heute überhaupt ‘alle Beschäftigten eines Betriebes’, gebildet ist. Belegung f. ‘der Vorgang und das Ergebnis des Belegens’, mnd. belegginge, frühnhd. belegunge stellt sich als Verbalsubstantiv zu den verschiedenen Bedeutungen von belegen; in älterer Zeit ist es vor allem ‘Belagerung’, dann ‘Bedeckung, Besetzung, Geldanlage, Entschädigung’ u. ä., jetzt meist ‘Zustand des Besetztseins, Auslastung’. Beleg m. ‘Beweisstück, dokumentarischer Nachweis’, Rückbildung aus belegen ‘durch Zeugnis beweisen’ (und nicht aus dem älteren Neutr. mnd. belech, belach ‘Belagerung’, frühnhd. belege ‘Belagerung’ und ‘Besatz am Rocksaum’ hervorgegangen), kommt seit Ende des 17. Jhs. namentlich im Rechtswesen (hier auch ‘dauerhafte Grenzmarkierung’) und im Geschäftsverkehr, vom 18. Jh. an auch allgemeiner vor. Der Plural wird im 18./19. Jh. häufig Beläge geschrieben, woraus sich fälschlich eine Nebenform Belag als Singular ergibt. Dagegen wird Belag m. ‘das Daraufliegende, Bedeckende’, zum heute nicht mehr gebräuchlichen starken Verb beliegen ‘liegen bleiben’ (ahd. biliggen, mhd. beligen) gehörend, in der 2. Hälfte des 19. Jhs. üblich.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Belag · ↗Zahnbelag  ●  ↗Plaque  fachspr.
Oberbegriffe
  • Biofilm
Synonymgruppe
Belag · ↗Beschichtung · ↗Überzug
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Belag · ↗Film · ↗Schicht · ↗Vergütung
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufstrich Bremsscheibe Butterbrot Estrich Mandel Noppe Pizza Reibwert Sandwich Schliff Unebenheit Vollkornbrot abgenutzt bituminös elastisch glitschig holprig keramisch körnig lärmmindernd rutschfest rutschig schadhaft schmierig stumpf textil uneben wasserdurchlässig weißlich wellig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Belag‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und wir werden sicherlich versuchen, auf einem schnellen Belag zu spielen.
Die Welt, 06.10.2005
Viele Spuren auf dem glatten Belag künden von einer starken Nutzung.
Der Tagesspiegel, 01.03.2001
Auch konnte jener schwarze schmierige Belag, der auf allen lag, und den wir geduldig vorsichtig lösten, seine Schönheit nicht mindern.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 205
Griffige Straßen fressen mehr Reifen als schlüpfriger Belag - Sicherheit kostet auch Geld!
Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 291
Die weichen Beläge ziehen besser von der ersten Stunde an.
Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 106
Zitationshilfe
„Belag“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Belag>, abgerufen am 22.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Beladung
beladen
belackmeiern
belachen
belächeln
Belagerer
belagern
Belagerung
Belagerungsheer
Belagerungskrieg