Belag, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Belag(e)s · Nominativ Plural: Beläge
Aussprache 
Worttrennung Be-lag
Wortbildung  mit ›Belag‹ als Letztglied: Außenbelag · Betonbelag · Bodenbelag · Bremsbelag · Brotbelag · Fliesenbelag · Fußbodenbelag · Gummibelag · Holzbelag · Innenbelag · Lederbelag · Linoleumbelag · Metallbelag · Plattenbelag · Schimmelbelag · Straßenbelag · Terrazzobelag · Zahnbelag
eWDG

Bedeutungen

1.
das Aufgelegte
entsprechend der Bedeutung von belegen (1 a)
a)
Beispiele:
der Belag des Fußbodens
der Belag der Bremsen muss erneuert werden
b)
Aufschnitt
Beispiele:
Schnitten mit Butter und Belag
Willkommen, Hering, du Belag des armen Volkes! [ BrechtPuntila9]
c)
Schneiderei Besatz; Futter zum Absteifen
2.
(dünne) Schicht, die sich auf etw. gelegt hat
Beispiele:
der weißgraue Belag auf Pralinen bei zu hoher Temperatur
der krankhafte weiße Belag auf der Zunge, den Mandeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

belegen · Belegschaft · Belegung · Beleg · Belag
belegen Vb. ‘durch Darauflegen bedecken’, auch ‘auferlegen, besetzen, beweisen’. Ahd. bileggen ‘bedecken, umgeben’ (8. Jh.), mhd. belegen ‘besetzen, einhüllen, einschließen, belagern’, asächs. bileggian, mnd. mnl. nl. beleggen, afries. bilegga, aengl. belecgan ist eine Präfixbildung zu ahd. leggen, mhd. legen ‘legen, setzen’, dem Kausativum zum starken Verb ahd. liggen, mhd. ligen ‘liegen, sich befinden’ (s. legen und liegen). Daspräfigierte Verb, das ursprünglich das schmückende oder schützende Bedecken und Umkleiden eines Gegenstands bezeichnet, entwickelt im Dt. vielfältige Verwendungsweisen, z. B. ‘besetzen, belagern’ und ‘durch Zeugnis beweisen’ (beide schon mhd. und mnd.), ‘begatten’ (mnd. und frühnhd., heute noch von Tieren) sowie in der älteren Rechtssprache ‘auferlegen, entschädigen’ und ‘gewinnbringend anlegen’ (alle zuerst mnd. bezeugt). An ‘besetzen’ schließt sich im Bergbau der Sondergebrauch ‘ein Bergwerk mit Arbeitskräften versehen’ (16. Jh.) an, wozu als junge Ableitung Belegschaft f. ‘Gesamtheit der Arbeiter eines Bergwerks’ (1. Hälfte 19. Jh.), heute überhaupt ‘alle Beschäftigten eines Betriebes’, gebildet ist. Belegung f. ‘der Vorgang und das Ergebnis des Belegens’, mnd. belegginge, frühnhd. belegunge stellt sich als Verbalsubstantiv zu den verschiedenen Bedeutungen von belegen; in älterer Zeit ist es vor allem ‘Belagerung’, dann ‘Bedeckung, Besetzung, Geldanlage, Entschädigung’ u. ä., jetzt meist ‘Zustand des Besetztseins, Auslastung’. Beleg m. ‘Beweisstück, dokumentarischer Nachweis’, Rückbildung aus belegen ‘durch Zeugnis beweisen’ (und nicht aus dem älteren Neutr. mnd. belech, belach ‘Belagerung’, frühnhd. belege ‘Belagerung’ und ‘Besatz am Rocksaum’ hervorgegangen), kommt seit Ende des 17. Jhs. namentlich im Rechtswesen (hier auch ‘dauerhafte Grenzmarkierung’) und im Geschäftsverkehr, vom 18. Jh. an auch allgemeiner vor. Der Plural wird im 18./19. Jh. häufig Beläge geschrieben, woraus sich fälschlich eine Nebenform Belag als Singular ergibt. Dagegen wird Belag m. ‘das Daraufliegende, Bedeckende’, zum heute nicht mehr gebräuchlichen starken Verb beliegen ‘liegen bleiben’ (ahd. biliggen, mhd. beligen) gehörend, in der 2. Hälfte des 19. Jhs. üblich.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Belag · Zahnbelag  ●  Plaque  fachspr.
Oberbegriffe
  • Biofilm
Synonymgruppe
Belag · Beschichtung · Kruste · Schicht · Überzug
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Belag · Film · Schicht · Vergütung
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt

Typische Verbindungen zu ›Belag‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Belag‹.

Verwendungsbeispiele für ›Belag‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Griffige Straßen fressen mehr Reifen als schlüpfriger Belag – Sicherheit kostet auch Geld! [Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 291]
Die weichen Beläge ziehen besser von der ersten Stunde an. [Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 106]
Am Schluß liegt der Belag knapp hinter dem vorderen Rand. [Janusch, Antonie: Unser Schneiderbuch, Leipzig: Verlag für d. Frau 1979 [1965], S. 66]
Doch hat der Stein diesen Belag meist wieder völlig abgestoßen. [o. A.: Lexikon der Kunst - H. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 16626]
Da wird zwar auf Sand gespielt, aber den Haas des Jahres 2013 scheint mittlerweile auch der einstmals verhasste rote Belag nicht mehr schrecken zu können. [Die Zeit, 02.07.2013 (online)]
Zitationshilfe
„Belag“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Belag>.

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