Belang, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Belang(e)s · Nominativ Plural: Belange
Aussprache
WorttrennungBe-lang
Wortbildung mit ›Belang‹ als Erstglied: ↗belanglos · ↗belangreich · ↗belangvoll
 ·  mit ›Belang‹ als Letztglied: ↗Fanbelang · ↗Sicherheitsbelang · ↗Umweltbelang · ↗Wirtschaftsbelang
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
nur im Plural
Interessen
Beispiele:
die sozialen, wirtschaftlichen, künstlerischen, politischen, dienstlichen, betrieblichen, überseeischen, deutschen Belange
die Wahrung und Förderung der kulturellen Belange
die Belange des Staates, der Wirtschaft
seine Belange wahren
sich über die Belange der Wissenschaftler, Rentner Gedanken machen
2.
von, ohne Belangvon, ohne Wichtigkeit, Bedeutung
Beispiele:
dieses Ereignis war nicht von Belang, war ohne Belang
was da gesagt wurde, geschehen ist, veröffentlicht wurde, war nichts von Belang
Er war wohl kein Schriftsteller von Belang [Feuchtw.Teufel58]
3.
papierdeutsch Hinsicht
Beispiel:
jmd. hat in einem bestimmten Belang enttäuscht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

belangen · anbelangen · Belang · belanglos · Belanglosigkeit
belangen Vb. ‘verklagen, zur Verantwortung ziehen’, bei (heute veraltetem) unpersönlichem Gebrauch ‘angehen, betreffen’. Ahd. bilangēn (11. Jh.), mhd. belangen, blangen, Präfixbildung zu gleichbed. ahd. langēn, mhd. langen (zu ↗lang, s. d.), heißt (unpersönlich, meist mit Genitiv) ‘es verlangt, gelüstet jmdn. wonach’. Diese Verwendung geht (bis auf Reste in obd. Mundarten) im Frühnhd. unter. Im Mhd. und Mnd. entwickelt sich die Bedeutung ‘erreichen, sich erstrecken’ (vgl. ahd. gilangōn), an die sich ‘zur Verantwortung ziehen’ (als Rechtsausdruck mnd. und vom 15. Jh. an frühnhd., jetzt allgemein verbreitet) und ‘angehen, betreffen’ (15. Jh.; vgl. nl. belangen ‘betreffen’, engl. to belong ‘gehören, in Beziehung stehen’) anschließen. anbelangen Vb. ‘angehen, betreffen’, bereits im 15. Jh. neben gleichbed. belangen und anlangen stehend (vgl. entsprechendes nl. aanbelangen ‘betreffen’), verdrängt in dieser Bedeutung einfaches belangen zunehmend seit dem 18. Jh. Belang m. ‘Bedeutung, Wichtigkeit’. Mhd. belanc ‘Verlangen’, rückgebildet aus mhd. belangen ‘verlangen, gelüsten’, lebt nur noch im Frühnhd. bis zum 16. Jh. weiter. Gleichbed. mnl. belanc bildet daneben die Variante ‘Vorteil, Gewinn’ aus, zu der sich mnd. belanc ‘Bedeutung, Interesse’ stellt. In diesem Sinne erscheint nhd. Belang vor allem in Fügungen wie von (geringem, hohem, keinem) Belang, ohne Belang seit Mitte des 18. Jhs. im Hd., zunächst im Kanzleistil, dann auch, namentlich durch Lessings Einfluß, im allgemeinen Sprachgebrauch. Im 20. Jh. breitet sich die schon im 19. Jh. vorkommende Verwendung des Plur. Belange als ‘Interessen, Angelegenheiten’ rasch aus. belanglos Adj. ‘bedeutungslos, unwichtig’, Ende des 19. Jhs. zu Belang gebildet, sehr gebräuchlich im 20. Jh.; dazu Belanglosigkeit f. ‘Unwichtigkeit’, auch ‘unbedeutende Sache’ (um 1900).

Thesaurus

Synonymgruppe
(Grad an) Interesse · ↗Ausmaß · ↗Aussagekraft · ↗Bedeutsamkeit · ↗Bedeutung · Belang · ↗Dimension · ↗Geltung · ↗Gewicht · ↗Maßgeblichkeit · ↗Relevanz · ↗Signifikanz · ↗Stellenwert · ↗Tragweite · ↗Wichtigkeit
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwägung Behinderte Berücksichtigung Denkmalschutz Einmischung Naturschutz Rücksicht Träger Umweltschutz Wahrung abwägen außenpolitisch berechtigt berücksichtigen berühren betrieblich dienstlich einmischen einsetzen entgegenstehen kulturell kümmern schulisch schutzwürdig sozial sportlich studentisch vertreten öffentlich ökologisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Belang‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von Interesse ist nur, was über dem Tisch geschieht, was darunter vorgeht, ist ohne Belang.
Der Tagesspiegel, 02.02.2000
Allerdings soll das Kind sich eigenständig um seine Belange kümmern.
Süddeutsche Zeitung, 10.08.1999
Im allgemeinen gehörten achtzehn bis vierundzwanzig Männer zum Rat, davon waren jeweils ein Drittel unmittelbar für die Belange der Stadt tätig.
Lachs, Johannes u. Raif, Friedrich Karl: Rostock, VEB Hinstorff-Verlag 1968, S. 17
Für die fränkische Zeit ist der Aufsatz nicht ohne Belang.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1937, S. 946
Gewiß waren bei diesem Schaffen nicht alle gesundheitlichen Belange gesichert.
Buchinger, Otto: Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden als biologischer Weg, Stuttgart: Hippokrates-Verl. 1982 [1935], S. 48
Zitationshilfe
„Belang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Belang>, abgerufen am 23.10.2019.

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