Belastungsstörung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Belastungsstörung · Nominativ Plural: Belastungsstörungen
WorttrennungBe-las-tungs-stö-rung
WortzerlegungBelastungStörung
Wahrig und DWDS, 2018

Bedeutung

Psychologie, Medizin als Reaktion auf ein einmaliges traumatisches Ereignis oder eine dauerhafte schwere psychische Belastung auftretende Störung des Befindens oder Verhaltens
Beispiele:
Am ehesten entspricht sie [die Klassifizierung des Nervenzusammenbruchs] der akuten Belastungsstörung – und bezeichnet einen psychischen Ausnahmezustand. Der kann sich in fast allen körperlichen Ausprägungen äußern, in Ängsten, Erschöpfung, Unruhe, Herzklopfen, Schwitzen – und dem überwältigenden Gefühl, nicht mehr zu können. [Süddeutsche Zeitung, 12.04.2006]
Der Angreifer hatte sich aufgrund einer akuten psychosozialen Belastungsstörung in die Klinik eingeliefert. [Neue Zürcher Zeitung, 14.04.2017]
Den gerichtlichen Feststellungen zufolge war bei dem knapp 14-Jährigen unmittelbar nach dem Ableben des Vaters eine akute, mit starken Schmerzen gleichgestellte Belastungsstörung aufgetreten. [Der Standard, 11.03.2016]
Pflegekräfte auf Intensivstationen sind nach einer neuen Studie stärker psychisch belastet als bisher angenommen. Rund 40 Prozent von 144 befragten Mitarbeitern klagten über erhebliche Belastungsstörungen […]. Besonders die Konfrontation mit schwersten Verletzungen und todkranken Kindern sei für das Personal kaum zu verkraften. [Die Welt, 12.06.1999]
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: eine Belastungsstörung diagnostizieren
in Präpositionalgruppe/-objekt: an, unter einer Belastungsstörung leiden
häufig
Phrasem:
posttraumatische Belastungsstörung (= schwere psychische Beeinträchtigung infolge einer erlittenen Traumatisierung, z. B. durch Vergewaltigung, Entführung, Unfall, Kriegsgeschehen oder Naturkatastrophen hervorgerufen, abgekürzt »PTBS«)
Beispiele:
Die Forschung über Kriegs- und Folteropfer in verschiedenen Ländern hat […] bewiesen, dass die schweren posttraumatischen Belastungsstörungen – Gesundheitsprobleme, depressive Zustände, qualvolle Erinnerungen – fern vom Ort des erlittenen Horrors eher verarbeitet werden könnten als in jener Umgebung. [Neue Zürcher Zeitung, 09.03.1996]
Der Zimmermann leidet [nach dem Unfall] an einer posttraumatischen Belastungsstörung, zuckt an jeder Straßenkreuzung zusammen, nachts findet er kaum Ruhe. [Welt am Sonntag, 07.01.2018, Nr. 1]
Das Trauma, das Bundeswehrsoldaten aus ihren Auslandseinsätzen nach Hause mitbringen, ist so alt wie der Krieg: PTBS, posttraumatische Belastungsstörung. [Bild am Sonntag, 10.08.2014, Nr. 32]
»Heute wissen wir, dass manche Ereignisse häufiger eine posttraumatische Belastungsstörung zur Folge haben als andere: Vergewaltigungen zu 50 Prozent, Verkehrsunfälle lediglich in zehn bis 20 Prozent der Fälle«[…]. [Der Standard, 21.05.2004]
Jedes siebente Kind, das in Deutschland bei einem Verkehrsunfall verletzt wird, erleidet auch eine psychische Traumatisierung. […] Solche posttraumatischen Belastungsstörungen äußern sich noch lange nach dem Unfallereignis durch Leistungsabfall in der Schule, übertriebene Ängstlichkeit, Furcht vor dem Alleinsein oder durch eine verzögerte kindliche Entwicklung. [Frankfurter Rundschau, 26.06.1999]

Typische Verbindungen
computergeneriert

Behandlung Depression Krankheit Symptom behandeln bescheinigen diagnostizieren erkranken genannt leiden posttraumatisch sogenannt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Belastungsstörung‹.

Zitationshilfe
„Belastungsstörung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Belastungsstörung>, abgerufen am 11.12.2019.

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