Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Beleuchtung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beleuchtung · Nominativ Plural: Beleuchtungen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Be-leuch-tung

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. das Beleuchten
  2. 2. das Erleuchtetsein, das Licht
    1. [übertragen] ...
  3. 3. [übertragen] Behandlung
eWDG

Bedeutungen

1.
das Beleuchten
entsprechend der Bedeutung von beleuchten (1)
Beispiel:
die Beleuchtung der Bühne, eines Bauwerks durch Scheinwerfer
2.
das Erleuchtetsein, das Licht
Beispiele:
eine helle, gute, schlechte, trübe, matte, sparsame, schwache Beleuchtung des Raumes
künstliche, elektrische, (in)direkte Beleuchtung
die festliche, bengalische, gedämpfte Beleuchtung des Ballsaales
die richtige Beleuchtung der Straßen, Fahrzeuge
die Stadt bei nächtlicher Beleuchtung
die malerische Beleuchtung der abendlichen Landschaft
die Sonne war fort, aber gerade diese Beleuchtung ließ die Baumgruppen … in um so wundervollerer Klarheit erscheinen [ FontaneUnwiederbringlich425]
übertragen
Beispiele:
ein Problem in einer bestimmten Beleuchtung sehen
Es rückt mir seine Person in eine neue Beleuchtung [ Th. MannZauberb.2,17]
3.
übertragen Behandlung
entsprechend der Bedeutung von beleuchten (3)
Beispiele:
die Beleuchtung einer Frage, verschiedener Punkte
eine neue, falsche, wissenschaftliche Beleuchtung des Problems
umgangssprachlicheine schiefe Beleuchtung des Problems
die psychologische Beleuchtung des Kriminalfalles
die Beleuchtung der innerpolitischen Zustände
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leuchten · beleuchten · Beleuchter · Beleuchtung · durchleuchten · einleuchten · einleuchtend · erleuchten · Erleuchtung · Leuchter · Leuchtgas · Leuchtturm
leuchten Vb. ‘Licht ausstrahlen, glänzen, schimmern, auf jmdn., etw. Licht fallen lassen, jmdm. den Weg erhellen’. Das germ. Verb ahd. (8. Jh.), mhd. liuhten (md. lūchten), asächs. liohtian, liuhtian, mnd. lüchten, lochten, aengl. līhtan, engl. to light, got. liuhtjan ‘leuchten’ ist eine Denominativbildung zu dem unter licht (s. d.) behandelten Adjektiv und bedeutet ursprünglich ‘hell sein’. beleuchten Vb. ‘in helles Licht setzen, erhellen, anstrahlen’, übertragen ‘ins Blickfeld rücken, behandeln’, ahd. biliuhten (8. Jh.), mhd. beliuhten; dazu Beleuchter m. ‘wer etw. beleuchtet, wer etw. erklärt, ins rechte Licht rückt’ (um 1600); Beleuchtung f. (16. Jh.). durchleuchten Vb. ‘mit Licht erfüllen, hell, leuchtend machen, durch etw. hindurchleuchten’, auch (Anfang 20. Jh.) übertragen ‘kritisch untersuchen’ und ‘mit Hilfe von Röntgenstrahlen durchdringen, durchsichtig machen, untersuchen’, ahd. thuruhliuhten (um 1000), mhd. durchliuhten ‘durchstrahlen, erklären’; s. auch Durchlaucht. einleuchten Vb. ‘klar, deutlich werden, überzeugend wirken’, ahd. inliuhten ‘(er)leuchten, sehend machen, hell werden, zum Licht führen’ (um 800), mhd. īnliuhten (in mystischem Sinne) ‘wie ein Licht hell eindringen’ (dazu īnliuhtunge f. und īnliuhtende Part. Präs.); bis ins 17. Jh. (Pietismus) bleibt einleuchten ein Wort der religiösen Sprache, erst die Aufklärung (18. Jh.) verwendet es im Sinne von ‘klar, augenscheinlich werden’, wozu einleuchtend Part. Präs. ‘klar, deutlich, verständlich’ (18. Jh.). erleuchten Vb. ‘hell machen, durch Leuchten erhellen’, übertragen ‘mit (geistiger) Klarheit erfüllen, eingeben’, ahd. irliuhten (9. Jh.), mhd. erliuhten (md. erlūchten) ‘hell machen, erleuchten, sehend machen, aufleuchten’; s. auch erlaucht; Erleuchtung f. ‘oft wunderbar anmutende Klarheit über Probleme, Fragen’, mhd. erliuhtunge, auch ‘Aufleuchten, Glanz’. Leuchter m. ‘Halter für Kerzen oder kleine Lämpchen, Kerzenständer’, mhd. liuhtære, (md. lūchtære). Leuchtgas n. ‘zum Heizen und zur Beleuchtung verwendetes Gasgemisch, Stadtgas’ (20er Jahre 19. Jh.). Leuchtturm m. ‘Turm mit einem Leuchtfeuer als Seezeichen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Beleuchtung · Belichtung · Helligkeit · Licht
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Beleuchtung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beleuchtung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Beleuchtung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Andererseits darf die Beleuchtung jedoch auch nicht zu kontrastarm sein. [Opfermann, Hans Carl: Die neue Schmalfilm-Schule, Harzburg: Heering 1940, S. 112]
So schlecht diese Beleuchtung auch war, billig war sie keineswegs. [Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 278]
Damit zeigt sich aber das Problem der Wirklichkeit in völlig neuer Beleuchtung. [Lukács, Georg: Geschichte und Klassenbewußtsein, Neuwied u. a.: Leuchterhand 1970 [1923], S. 305]
Je nach Beleuchtung schimmert er mal in dieser, mal in jener Farbe. [Die Zeit, 15.04.1999, Nr. 16]
Zudem wird eine Beleuchtung für die Nacht installiert – damit rund um die Uhr gearbeitet werden kann. [Die Zeit, 05.06.2013 (online)]
Zitationshilfe
„Beleuchtung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beleuchtung>.

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