Beleuchtung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beleuchtung · Nominativ Plural: Beleuchtungen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungBe-leuch-tung (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das Beleuchten
entsprechend der Bedeutung von beleuchten (Lesart 1)
Beispiel:
die Beleuchtung der Bühne, eines Bauwerks durch Scheinwerfer
2.
das Erleuchtetsein, das Licht
Beispiele:
eine helle, gute, schlechte, trübe, matte, sparsame, schwache Beleuchtung des Raumes
künstliche, elektrische, (in)direkte Beleuchtung
die festliche, bengalische, gedämpfte Beleuchtung des Ballsaales
die richtige Beleuchtung der Straßen, Fahrzeuge
die Stadt bei nächtlicher Beleuchtung
die malerische Beleuchtung der abendlichen Landschaft
die Sonne war fort, aber gerade diese Beleuchtung ließ die Baumgruppen ... in um so wundervollerer Klarheit erscheinen [FontaneUnwiederbringlich425]
übertragen
Beispiele:
ein Problem in einer bestimmten Beleuchtung sehen
Es rückt mir seine Person in eine neue Beleuchtung [Th. MannZauberb.2,17]
3.
übertragen Behandlung
entsprechend der Bedeutung von beleuchten (Lesart 3)
Beispiele:
die Beleuchtung einer Frage, verschiedener Punkte
eine neue, falsche, wissenschaftliche Beleuchtung des Problems
umgangssprachlich eine schiefe Beleuchtung des Problems
die psychologische Beleuchtung des Kriminalfalles
die Beleuchtung der innerpolitischen Zustände
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leuchten · beleuchten · Beleuchter · Beleuchtung · durchleuchten · einleuchten · einleuchtend · erleuchten · Erleuchtung · Leuchter · Leuchtgas · Leuchtturm
leuchten Vb. ‘Licht ausstrahlen, glänzen, schimmern, auf jmdn., etw. Licht fallen lassen, jmdm. den Weg erhellen’. Das germ. Verb ahd. (8. Jh.), mhd. liuhten (md. lūchten), asächs. liohtian, liuhtian, mnd. lüchten, lochten, aengl. līhtan, engl. to light, got. liuhtjan ‘leuchten’ ist eine Denominativbildung zu dem unter ↗licht (s. d.) behandelten Adjektiv und bedeutet ursprünglich ‘hell sein’. beleuchten Vb. ‘in helles Licht setzen, erhellen, anstrahlen’, übertragen ‘ins Blickfeld rücken, behandeln’, ahd. biliuhten (8. Jh.), mhd. beliuhten; dazu Beleuchter m. ‘wer etw. beleuchtet, wer etw. erklärt, ins rechte Licht rückt’ (um 1600); Beleuchtung f. (16. Jh.). durchleuchten Vb. ‘mit Licht erfüllen, hell, leuchtend machen, durch etw. hindurchleuchten’, auch (Anfang 20. Jh.) übertragen ‘kritisch untersuchen’ und ‘mit Hilfe von Röntgenstrahlen durchdringen, durchsichtig machen, untersuchen’, ahd. thuruhliuhten (um 1000), mhd. durchliuhten ‘durchstrahlen, erklären’; s. auch ↗Durchlaucht. einleuchten Vb. ‘klar, deutlich werden, überzeugend wirken’, ahd. inliuhten ‘(er)leuchten, sehend machen, hell werden, zum Licht führen’ (um 800), mhd. īnliuhten (in mystischem Sinne) ‘wie ein Licht hell eindringen’ (dazu īnliuhtunge f. und īnliuhtende Part. Präs.); bis ins 17. Jh. (Pietismus) bleibt einleuchten ein Wort der religiösen Sprache, erst die Aufklärung (18. Jh.) verwendet es im Sinne von ‘klar, augenscheinlich werden’, wozu einleuchtend Part. Präs. ‘klar, deutlich, verständlich’ (18. Jh.). erleuchten Vb. ‘hell machen, durch Leuchten erhellen’, übertragen ‘mit (geistiger) Klarheit erfüllen, eingeben’, ahd. irliuhten (9. Jh.), mhd. erliuhten (md. erlūchten) ‘hell machen, erleuchten, sehend machen, aufleuchten’; s. auch ↗erlaucht; Erleuchtung f. ‘oft wunderbar anmutende Klarheit über Probleme, Fragen’, mhd. erliuhtunge, auch ‘Aufleuchten, Glanz’. Leuchter m. ‘Halter für Kerzen oder kleine Lämpchen, Kerzenständer’, mhd. liuhtære, (md. lūchtære). Leuchtgas n. ‘zum Heizen und zur Beleuchtung verwendetes Gasgemisch, Stadtgas’ (20er Jahre 19. Jh.). Leuchtturm m. ‘Turm mit einem Leuchtfeuer als Seezeichen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Beleuchtung · ↗Belichtung · ↗Helligkeit · ↗Licht
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Belüftung Bremse Bühnenbild Elektrik Heizung Klimaanlage Klimatisierung Kühlung Lüftung bengalisch defekt dezent diffus effektvoll elektrisch festlich gedämpft grell hell indirekt installieren künstlich nächtlich raffiniert schummrig spärlich stimmungsvoll trüb wechselnd weihnachtlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beleuchtung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Garten bleibt bei eindrucksvoller Beleuchtung bis 22 Uhr geöffnet.
Die Welt, 25.08.2005
Die unglückliche Beleuchtung, die die Bilder oft verschatten, unterstützt die lieblose Präsentation.
Der Tagesspiegel, 30.03.1998
Etwa eine halbe Stunde können wir in dem fahlen Mondlicht mit unserem Wagen ohne Beleuchtung fahren.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 155
In Ihren eigenen vier Wänden haben Sie die Güte der Beleuchtung selbst in der Hand.
Schwenk, Hans: Gesünder wohnen, München: König Verlag 1972, S. 94
Der Raum trat in der neuen Beleuchtung noch deutlicher hervor.
Dürrenmatt, Friedrich: Der Verdacht, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1965 [1953], S. 89
Zitationshilfe
„Beleuchtung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beleuchtung>, abgerufen am 19.08.2018.

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