Bengel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bengels · Nominativ Plural: Bengel
Nebenform umgangssprachlich Bengel · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bengels · Nominativ Plural: Bengels
Aussprache 
Worttrennung Ben-gel (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Bengel‹ als Erstglied: ↗bengelhaft  ·  mit ›Bengel‹ als Letztglied: ↗Bauernbengel · ↗Engelbengel · ↗Lausebengel · ↗Rotzbengel · ↗Zierbengel

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [umgangssprachlich] ...
    1. a) junger Bursche
    2. b) [Schimpfwort] Rüpel
    3. c) [vertraulich] kleiner Junge
  2. 2. [veraltet] Stock, Prügel
eWDG

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich
a)
junger Bursche
Beispiel:
ein fixer, starker, tüchtiger, großer, junger Bengel
b)
Schimpfwort Rüpel
Beispiele:
so ein fauler, nichtsnutziger, alberner, vorlauter Bengel!
ein ungezogener, frecher, verstockter, störrischer, infamer Bengel
saloppdiese verdammten Bengels!
was soll bloß aus dem Bengel noch werden?
c)
vertraulich kleiner Junge
Beispiel:
ein süßer, reizender, kleiner, dicker, unschuldiger Bengel
2.
veraltet Stock, Prügel
Beispiel:
so lang ich einen Bengel hab, fürcht ich ihre Bratspieße (= Reiterlanzen) nicht [ GoetheGötzI]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bengel m. ‘junger Bursche, frecher kleiner Junge’. Mhd. bengel bedeutet ‘Stock zum Schlagen, Prügel’ wie mnl. benghel, nd. Bengel (auch ‘Klöppel’), anord. (als Beiname) bǫngull. Das Substantiv ist als Gerätebezeichnung abgeleitet von einem im dt. Sprachbereich nur in der schweiz. Mundart (banggen ‘stoßen’) nachzuweisenden germ. Verbalstamm *bang- mit der Bedeutung ‘schlagen’ (nicht zu ie. *bheg-, *bheng- ‘schlagen, brechen’, sondern wohl schallnachahmend, vgl. Pokorny 1, 115), der auch durch anord. banga (woraus engl. to bang) bezeugt ist (verwandt ist außerdem mit Ablaut mhd. bunge f. ‘Trommel’). In dem ursprünglichen Sinne ‘Stock’ kommt Bengel im Nhd. noch bis ins 19. Jh. vor. Ähnlich wie ↗Flegel (s. d.) wird es daneben vom Mnd. und Frühnhd. des 16. Jhs. auf Personen übertragen, zunächst als derbes Scheltwort (‘roher, rüpelhafter Mensch’), seit jüngerer Zeit auch (und heute überwiegend) gutmütig scherzend; in solcher Verwendung wird für den Plural die nd. Form Bengels herrschend.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bengel · ↗Flegel · ↗Frechling · ↗Lausbub · ↗Lausbube · ↗Lausebengel · ↗Schelm · ↗Schlingel · ↗Strolch  ●  ↗Fratz  süddt. · ↗Lorbass  ostpreußisch · ↗Range  veraltet · ↗Bazi  ugs., österr., bayr. · ↗Dreikäsehoch  ugs. · ↗Frechdachs  ugs. · Frechmops  ugs. · ↗Früchtchen  ugs. · ↗Knilch  ugs. · ↗Lauser  ugs. · ↗Lümmel  ugs., veraltend · ↗Pülcher  ugs., österr. · ↗Racker  ugs. · ↗Rotzbengel  ugs. · ↗Rotzblag  ugs., ruhrdt. · Rotzbubi  ugs. · ↗Rotzgöre  ugs. · ↗Rotzjunge  ugs. · ↗Rotzlöffel  ugs. · ↗Rotznase  ugs. · Schliffel  ugs., veraltet, altbairisch
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bengel · ↗Bube · ↗Jungchen · ↗Kerlchen · ↗Knabe · ↗Knirps · ↗Wicht  ●  ↗Bub  Hauptform, süddt. · ↗Junge  Hauptform, norddeutsch · ↗Pimpf  veraltet · Kleiner  ugs. · Kurzer  ugs. · ↗Steppke  ugs., berlinerisch
Oberbegriffe
  • Abkömmling · Heranwachsender · ↗Nachfahre · ↗Nachkomme · ↗Nachwuchs · ↗Sprössling  ●  (die) lieben Kleinen (u.a. mediensprachlich)  Plural · ↗Kind  Hauptform · ↗Blag  ugs., ruhrdt. · Gschropp  ugs., bayr. · ↗Gör  ugs., berlinerisch · ↗Kid  ugs. · ↗Kiddie  ugs. · Kleine  ugs., weibl. · Kleiner  ugs., männl. · Kniebeißer  ugs. · ↗Knirps  ugs. · Panz  ugs., kölsch · ↗Spross  ugs. · ↗Zögling  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Bengel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bengel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bengel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein schüchterner Bengel, aber so waren sie in dem Alter, so war er auch gewesen.
Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 73
Als er das Auto seiner Mutter klaute, zeigte sie den Bengel an.
Bild, 04.12.1999
Hunderttausende warten jetzt darauf, den blonden Bengel auspfeifen zu dürfen.
Süddeutsche Zeitung, 18.08.1994
Aber der Bengel ist erst sechzehn Jahre alt und wird dabei nie unverschämt.
Reventlow, Franziska Gräfin zu: Herrn Dames Aufzeichnungen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 8384
Was hast du denn da für einen kleinen, süßen Bengel bei dir?
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6932
Zitationshilfe
„Bengel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bengel>, abgerufen am 01.03.2021.

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