Benommenheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Benommenheit · Nominativ Plural: Benommenheiten · wird meist im Singular verwendet
WorttrennungBe-nom-men-heit
eWDG, 1967

Bedeutung

leichte Betäubung
Beispiel:
eine dumpfe, leichte Benommenheit spüren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nehmen · benehmen · benommen · Benommenheit · unbenommen · Benehmen · Benimm · unternehmen · Unternehmen · Unternehmer · vernehmen · Vernehmung · vernehmlich · Nahme
nehmen Vb. ‘mit den Händen ergreifen, fassen, wegnehmen, entziehen’, ahd. neman (8. Jh.), mhd. nemen, asächs. niman, neman, mnd. mnl. nēmen, nl. nemen, afries. nema, aengl. niman, engl. (älter) to nim, anord. nema, got. niman (germ. *neman) sind vergleichbar mit griech. némein (νέμειν) ‘aus-, ver-, ordnungsgemäß zuteilen, lenken, leiten, verwalten, sich aneignen, besitzen, bebauen, Weideland zuteilen, (ab)weiden, verzehren’, lett. (mit sekundärer Palatalisierung des Anlauts) n̹emt, awest. nəmah- ‘Darlehen’, air. nem ‘Gift’, lat. numerus ‘Zahl, Anzahl’, lit. núoma, núomas, lett. noma ‘Miete, Pacht’, so daß eine Wurzel ie. *nem- ‘zuteilen, nehmen’ (von der Vorstellung der hingestreckten Hand), auch (von ‘zuteilen’ ausgehend) ‘anordnen, rechnen, zählen’ angesetzt werden kann. benehmen Vb. ‘wegnehmen, entziehen’, ahd. bineman (8. Jh.), mhd. benemen; reflexiv ‘sich verhalten, sich aufführen’, anfangs ‘sich besprechen, mit jmdm. verständigen’ (18. Jh.). benommen Part.adj. ‘schwindlig, betäubt’ (19. Jh.), eigentlich ‘weggenommen, behindert’; Benommenheit f. ‘das Gefühl, keinen klaren Kopf zu haben, Betäubtheit’ (Mitte 19. Jh.). unbenommen Part.adj. ‘nicht verwehrt, unversagt’, eigentlich ‘unbehindert’, meist in der Fügung unbenommen sein, mhd. unbenomen sīn. Benehmen n. ‘das Verhalten nach Regeln von Sitte und Takt (im Umgang mit Menschen)’ (1. Hälfte 18. Jh.); dazu umgangssprachlich Benimm m. (19. Jh.). unternehmen Vb. ‘beginnen, betreiben, machen’ (16. Jh., geläufig seit 18. Jh.); vgl. ahd. untarneman ‘unterbrechen, dazwischentreten’ (10. Jh.), mhd. undernemen ‘abschneiden, unterbrechen, verhindern, wegnehmen’, reflexiv ‘sich gegenseitig fassen, sich jmds. annehmen, etw. übernehmen, antreten’; Unternehmen n. ‘was unternommen wird, Vorhaben, Absicht’ (Anfang 17. Jh.), auch ‘wirtschaftliche Unternehmung, Betrieb’ (18. Jh.), dazu Unternehmer m. ‘wer einen Gewerbe- oder Industriebetrieb besitzt (und leitet)’ (18. Jh.), nach engl. undertaker, frz. entrepreneur; älter allgemein ‘wer etw. in die Wege leitet’ (Ende 17. Jh.). vernehmen Vb. ‘geistig erfassen und aufnehmen, hören, verstehen’, ahd. firneman ‘verstehen, verbrauchen’, auch ‘zur Kenntnis nehmen, erkennen’ (8. Jh.), mhd. vernemen ‘fest-, gefangennehmen, (an)hören, erfahren, erfassen, begreifen’; als Ausdruck der Gerichtssprache ‘jmdn. befragen und anhören, verhören’ (18. Jh.); Vernehmung f. ‘geistige Erfassung’ (15. Jh.), ‘gerichtliches Verhör’ (Ende 17. Jh.); vernehmlich Adj. ‘hörbar, laut, deutlich’ (18. Jh.), älter ‘mit einem der Sinne wahrnehmbar’, auch ‘verständig, klug’ (15. Jh.). Nahme f. ‘das Nehmen, das Gewonnene’, ahd. nāma ‘Beschlagnahme, Ergreifung’ (um 800), mhd. nāme ‘gewaltsames Nehmen, Raub, Beute’, Verbalabstraktum zu nehmen; heute nur in Präfixbildungen wie Abnahme (17. Jh.), Annahme (15. Jh.), Aufnahme (15. Jh.), Einnahme (15. Jh.), Entnahme (18. Jh.), Übernahme, (mhd. übernāme), Zunahme (Mitte 17. Jh.), die von den entsprechenden Präfixverben abgeleitet sind.

Typische Verbindungen zu ›Benommenheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Benommenheit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Benommenheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es wird Zeit verstreichen, bis wir unsere Benommenheit abgeschüttelt haben.
Die Zeit, 03.09.1998, Nr. 37
Eine leichte Benommenheit, wie bei einem Glas zuviel, enthüllt mir die Seele von Dingen.
Die Welt, 17.05.2003
Natürlich ist es mir trotz einer gewissen Benommenheit auch in diesem Augenblick noch möglich, aus deinen Erfahrungen eine Art Ergebnis zu filtern, ein trauriges Ergebnis.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 251
Da lag sie unter dem Gips, das Gesicht unbewegt, die Augen geschlossen, die Zähne zusammengebissen, in dumpfer Benommenheit.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 430
Franziska atmete tief durch, in der kalten Nachtluft wich ihre Benommenheit.
Reimann, Brigitte: Franziska Linkerhand, Berlin: Neues Leben 1974, S. 295
Zitationshilfe
„Benommenheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Benommenheit>, abgerufen am 01.04.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
benommen
Bennuß
Benjamin
Beniner
Benimmregel
benörgeln
benoten
benötigen
Benötigung
Benotung