Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bequemlichkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bequemlichkeit · Nominativ Plural: Bequemlichkeiten
Aussprache 
Worttrennung Be-quem-lich-keit
Wortzerlegung bequemlich -keit

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ...
    1. a) Annehmlichkeit, gewisser Komfort
    2. b) angenehme Lebensweise
    3. c) [umgangssprachlich] ...
  2. 2. Trägheit
eWDG

Bedeutungen

1.
a)
Annehmlichkeit, gewisser Komfort
Beispiele:
das Hotel bietet, hat jede Bequemlichkeit
das Zimmer ist mit allen Bequemlichkeiten ausgestattet, versehen
die Bequemlichkeit lässt zu wünschen übrig
alle Bequemlichkeit missen
jede Bequemlichkeit vermissen (lassen)
ohne die nötige Bequemlichkeit sein
es fehlt jede Bequemlichkeit
Behaglichkeit
Beispiel:
seine häusliche Bequemlichkeit schätzen
b)
angenehme Lebensweise
Beispiele:
auf seine Bequemlichkeit schauen
für jmds. Bequemlichkeit sorgen
wünschst du noch etw. zu deiner Bequemlichkeit?
der Bequemlichkeit halber liegt alles griffbereit
ganz nach deiner Bequemlichkeit! (= wie es dir angenehm ist!)
c)
umgangssprachlich
Beispiele:
in aller Bequemlichkeit (= Ruhe) zum Bahnhof gehen
er gab so viel, wie er mit Bequemlichkeit (= ohne Mühe, Schwierigkeit) entbehren konnte
2.
Trägheit
Beispiele:
er ist aus reiner Bequemlichkeit zu Hause geblieben
das ist nichts als Bequemlichkeit!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bequem · unbequem · Bequemlichkeit · bequemen
bequem Adj. ‘angenehm, behaglich, träge’, ahd. biquāmi (9. Jh.), mhd. bequæme ‘angemessen, passend, tauglich’, zu ahd. biqueman ‘passen, nützen’, nhd. bekommen (s. d.); vgl. mnd. bequēme, bequāme, mnl. bequame, afries. biquām. Verwandt ist aengl. gecwēme. In der Bedeutung ‘träge, faul’ erst seit dem 18. Jh. gebräuchlich. Dazu unbequem Adj. ‘nicht angenehm’, ahd. unbiquāmi (9. Jh.), mhd. unbequæme. Bequemlichkeit f. mhd. bequæmelicheit zu mhd. bequæmelich Adj. ‘passend’. Dazu die Neubildung zum Adjektiv bequemen Vb. ‘anfügen, anpassen’ (15. Jh., zuerst transitiv, selten), seit dem 17. Jh. sich bequemen ‘sich fügen, sich bereit finden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bequemlichkeit · Gemütlichkeit · Komfort

Typische Verbindungen zu ›Bequemlichkeit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bequemlichkeit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bequemlichkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich weinte, und ich bereute bitter, mich der lüsternen Bequemlichkeit hingegeben zu haben. [Walser, Robert: Jakob von Gunten, Zürich: Suhrkamp 1973 [1909], S. 96]
In den meisten Fällen wird es sich um Bequemlichkeit handeln. [Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22748]
Wie so oft bleibt aber auch hier die Sicherheit letztlich gegen die Bequemlichkeit abzuwägen. [C't, 2000, Nr. 21]
Für größtmögliche Bequemlichkeit sorgt der interne Editor, der gegenüber dem Original vollständig anders aufgebaut ist. [C't, 1991, Nr. 10]
Da sie nichts wußte, so glaubte sie alles aus Bequemlichkeit. [Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 30188]
Zitationshilfe
„Bequemlichkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bequemlichkeit>.

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