Berühmtheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Berühmtheit · Nominativ Plural: Berühmtheiten
Aussprache
WorttrennungBe-rühmt-heit (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
durch ihre Leistung weithin bekannte, hochangesehene Persönlichkeit, Kapazität
Beispiele:
er ist eine Berühmtheit seines Faches, seiner Zeit
Roßmeier hatte ... viele Fürsten, Millionäre und Berühmtheiten empfangen [Kellerm.Totentanz138]
2.
nur im Singular
anerkannter guter Ruf
Beispiele:
der Gelehrte erfreute sich internationaler Berühmtheit
Meißener Porzellan hat in der ganzen Welt Berühmtheit erlangt
der Schwindler kam zu einer traurigen Berühmtheit (= erwarb sich einen besonders schlechten Ruf)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ruhm · rühmen · berühmt · Berühmtheit · rühmlich · ruhmlos · ruhmredig · ruhmvoll
Ruhm m. ‘hohes Ansehen’. Das im Dt. und Nl. begegnende Substantiv ahd. (h)ruom (8. Jh.), mhd. ruom, ruon, (md.) rūm ‘Lob, Ehre, Prahlerei’, asächs. hrōm, mnd. rōm, mnl. nl. roem ‘Ruhm, Ehre’ (germ. *hrōma-) stellt sich mit (anders abgeleitetem) asächs. hrōð ‘Ruhm’, aengl. hrōþor ‘Trost, Freude, Nutzen’, got. hrōþeigs ‘ruhm-, siegreich’ (germ. *hrōþa-), ahd. (h)ruod- in Personennamen (vgl. Rüdiger, Rudolf) zu der unter ↗rufen (s. d.) angeführten Schallwurzel ie. *kar(ə)- ‘laut preisen, rühmen’. Auszugehen ist wohl von einer Bedeutung ‘Freudengeschrei’, die sich einerseits über ‘kriegerisches Selbstlob’ zu ‘Prahlerei’, andererseits über ‘Preis, Lob anderer’ zu ‘Ansehen, Ehre’ entwickelt. rühmen Vb. ‘jmds. Ruhm verkünden, jmdn. lobend hervorheben’, ahd. (h)ruomen ‘(sich) rühmen, prahlen’ (8. Jh.), mhd. rüemen, ruomen, (md.) rūmen, auch ‘froh sein, jubeln’, asächs. hrōmian ‘sich rühmen’, mnd. rōmen ‘rühmen, prahlen’, mnl. nl. roemen ‘rühmen, loben, preisen’, aengl. hrīeman, hrȳman, hrēman ‘rufen, schreien, prahlen’. berühmt Adj. ‘weithin bekannt, überall hoch angesehen’, spätmhd. berüemet, eigentlich Part. Prät. von mhd. berüemen, ahd. bi(h)ruomen ‘sich rühmen’ (um 1000); Berühmtheit f. ‘berühmte Persönlichkeit, anerkannter guter Ruf, Ruhm’ (1. Hälfte 16. Jh.). rühmlich Adj. ‘rühmens-, lobenswert, löblich’, mhd. rüem(e)lich ‘lobenswert, ruhmredig, prahlerisch’; vgl. ahd. (h)ruomlīhho Adv. ‘ruhmredig, prahlerisch’ (8. Jh.). ruhmlos Adj. ‘ohne Ruhm, Verdienst’ (17. Jh.). ruhmredig Adj. ‘prahlerisch’ (1. Hälfte 17. Jh.), älter rhumrettig (Luther), rumretig (Sachs), zu mhd. ruomreiticheit ‘Prahlerei’, ruomereiten, (md.) ruomerēden ‘sich rühmen’, eigentlich ‘sich Ruhm bereiten’ (zum Grundwort s. ↗bereit), dann volksetymologisch an reden angeschlossen. ruhmvoll Adj. mhd. (md.) rūmvol.

Thesaurus

Synonymgruppe
Berühmtheit · Prominenter · ↗Star · bekannte Persönlichkeit · berühmte Persönlichkeit  ●  ↗V. I. P.  engl. · ↗VIP  engl. · ↗Adabei  ugs., österr. · ↗Promi  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Jahrmarkt der Eitelkeiten · Promi-Party · ↗Promitreff · Sehen und Gesehen-Werden
  • Ass · ↗Autorität · ↗Experte · ↗Großmeister · ↗Kapazität · ↗Koryphäe · Meister aller Klassen · Meister seines Fachs · ↗Wunderknabe  ●  ↗(ein) Supermann  ugs., fig. · ↗Crack  ugs. · ↗Granate  ugs. · ↗Guru  ugs. · ↗Kanone  ugs. · ↗Leuchte  ugs.
  • Person(en) von Stand · Person(en) von herausgehobener Stellung · ↗Standesperson(en) · hochgestellte Persönlichkeit(en)  ●  ↗Ehrbarkeit  geh., historisch · Honorationen (nur Plural)  geh., veraltet, süddt. · Honoratioren (nur Plural)  geh., veraltend · ↗Notabeln (nur Plural)  geh., veraltet · ↗Patrizier  geh., historisch
  • (die) Reichen und Schönen · (die) Schönen und Reichen · (die) große Welt · ↗Oberklasse · ↗Oberschicht · ↗Schickeria · bessere Gesellschaft · bessere Kreise · höhere Kreise  ●  (die) Happy Few  engl. · ↗Establishment  engl. · ↗Hautevolee  franz. · ↗High Snobiety  ironisch · ↗High Society  engl. · ↗Jetset  engl. · ↗Upperclass  engl. · (die) gehobenen Stände  geh. · ↗Crème de la Crème  geh., franz. · ↗Jeunesse dorée  geh., franz. · ↗Schickimicki  ugs. · die oberen Zehntausend  ugs.
  • B-Prominenter · Möchtegern-Star · ↗Starlet · ↗Sternchen  ●  B-Promi  ugs. · Starchen  ugs.
  • (die) Besten (der Besten) · ↗Auslese · ↗Auswahl · ↗Bestenauslese · ↗Elite  ●  (die) erste Garde  fig. · (sich lesen wie ein) Who is who (von)  floskelhaft
  • (die) Berühmtheiten · Person des öffentlichen Lebens · ↗Prominenz · bekannte Leute  ●  (die) Rang und Namen haben  variabel
  • Bekannte und weniger Bekannte · Stars und Sternchen
  • Jungstar · ↗Neuentdeckung · neuer Stern am ...himmel
  • (große) Bekanntheit erlangen · (großes) Ansehen erlangen (mit) · (großes) Ansehen gewinnen · (sich) (großes) Ansehen erwerben (mit) · bekannt werden (mit)  ●  (sich) einen Namen machen (mit / durch)  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Berühmtheit Lebzeiten Privatleben Reichtum Showgeschäft aufsteigen berüchtigt bundesweit erfreuen erlangen erlangt fragwürdig gefeiert gelangen gewiss kurzzeitig landesweit langen legendär literarisch lokal national notorisch schaurig traurig verdanken verhelfen weltweit zweifelhaft überregional

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Berühmtheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Obwohl er schon so lange im Lager wohnte, schien auch er noch nie von dem Mann mit der gewissen Berühmtheit gehört zu haben.
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 236
Ihre Berühmtheit besteht darin, dass sie nie irgendetwas zustande gebracht hat.
Der Tagesspiegel, 25.04.2000
So wie es aussieht, bin ich statt eines Schriftstellers eine Berühmtheit geworden.
Der Spiegel, 05.09.1994
Nicht mit jeder verstorbenen Berühmtheit geht man hier so pietätvoll um.
Süddeutsche Zeitung, 04.01.1994
Von den Malereien von F. haben 2 sich gegenüber stehende Rene große Berühmtheit erlangt.
o. A.: Lexikon der Kunst - F. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 4762
Zitationshilfe
„Berühmtheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Berühmtheit>, abgerufen am 25.04.2019.

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