Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Berg, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Berg(e)s · Nominativ Plural: Berge
Aussprache  [bɛʁk]
Wortbildung  mit ›Berg‹ als Erstglied: Berg-und-Tal-Bahn · Berg-und-Tal-Fahrt · Bergabfall · Bergabhang · Bergabsatz · Bergabsturz · Bergadler · Bergakademie · Bergamt · Bergarbeit · Bergarbeiter · Bergaster · Bergaussicht · Bergbach · Bergbahn · Bergbau · Bergbauer · Bergbehörde · Bergbesteigung · Bergbewohner · Bergbuch · Bergdorf · Berge versetzend · Bergeisen · Bergesgipfel · Bergeshalde · Bergeshang · Bergeshaupt · Bergeshöhe · Bergeshöhle · Bergeslast · Bergesrücken · Bergeszinne · Bergetappe · Bergfahrt · Bergfall · Bergfalte · Bergfest · Bergfeste · Bergfestung · Bergfeuer · Bergfex · Bergfilm · Bergfink · Bergforelle · Bergführer · Berggebiet · Berggeist · Berggeselle · Berggewässer · Berggipfel · Berggold · Berggrat · Berggruppe · Berggürtel · Berghalde · Berghang · Berghaupt · Berghauptmann · Berghoheit · Berghotel · Berghöhe · Berghöhle · Berghütte · Bergingenieur · Bergkamm · Bergkegel · Bergkessel · Bergkette · Bergkiefer · Bergknappe · Bergkobold · Bergkrankheit · Bergkraut · Bergkraxler · Bergkristall · Bergkulisse · Bergkuppe · Bergland · Berglandschaft · Berglast · Bergleder · Berglehne · Bergler · Bergleute · Bergluft · Bergmann · Bergmeister · Bergnase · Bergnot · Bergpartie · Bergpfad · Bergplateau · Bergpredigt · Bergrand · Bergrecht · Bergregal · Bergregenwald · Bergregion · Bergrennen · Bergrettung · Bergrettungsdienst · Bergrevier · Bergriese · Bergrutsch · Bergrücken · Bergsattel · Bergschaden · Bergschaf · Bergschloss · Bergschlucht · Bergschuh · Bergsee · Bergspitze · Bergsport · Bergstation · Bergsteig · Bergstiefel · Bergstock · Bergstraße · Bergstrom · Bergsturz · Bergtal · Bergtour · Bergulme · Bergvolk · Bergvorsprung · Bergwacht · Bergwald · Bergwand · Bergwanderung · Bergwasser · Bergweide · Bergwelt · Bergwerk · Bergwertung · Bergwesen · Bergwiese · Bergwind · Bergzinne · Bergzug · bergab · bergabwärts · bergan · bergauf · bergaufwärts · bergehoch · bergetief · bergeversetzend · bergeweise · berghoch · bergig · bergkrank · bergschwer · bergschüssig · bergseits · bergsteigen · bergwärts
 ·  mit ›Berg‹ als Letztglied: Abfallberg · Ablaufberg · Anberg · Basaltberg · Blocksberg · Bremsberg · Burgberg · Datenberg · Dünenberg · Eisberg · Feuerberg · Hausberg · Inselberg · Kalvarienberg · Kegelberg · Knochenberg · Kreideberg · Magnetberg · Müllberg · Rangierberg · Schamberg · Schieferberg · Schlossberg · Schneeberg · Schuttberg · Tafelberg · Trümmerberg · Umlaufberg · Venusberg · Vorberge · Weinberg · Wellenberg · Wogenberg · Zeugenberg · Ölberg
 ·  mit ›Berg‹ als Grundform: -berg
eWDG

Bedeutungen

1.
große, aus dem Gelände herausragende Bodenerhebung
in gegensätzlicher Bedeutung zu Tal
Beispiele:
der Fuß, Hang, Rücken, Kamm eines Berges
die Umrisse, Konturen der Berge
eine Kette von Bergen
die Besteigung eines Berges
ein hoher, steiler, kahler, waldiger, verschneiter Berg
gehobenweit in der Ferne die blauen Berge
den Berg hinan, hinauf, hinab, hinunter
ein Berg erhebt sich, ragt empor
die Berge türmen sich übereinander, reichen bis in die Wolken
die Berge heben sich scharf gegen den wolkenlosen Himmel ab, verschwimmen im Dunst
gehobendie Berge erglühen im Abendrot
der Berg hat einen Hut, trägt eine Mütze (= hat eine Schneekappe)
einen Berg besteigen, erklettern, erklimmen
den Berg hinansteigen, hinaufsteigen, hinablaufen, hinunterlaufen
Bergsporteinen Berg angehen (= in Angriff nehmen, besteigen wollen)
die Bergsteiger haben nach mühevoller Kletterei den Berg bezwungen
jmdm. goldene Berge versprechen (= jmdm. unerfüllbare Versprechungen machen)
sprichwörtlichwenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berge kommen (= wenn der Eine nicht zum Entgegenkommen bereit ist, muss es der Andere sein)
sprichwörtlichder Glaube kann Berge versetzen (= kann das Unmögliche möglich machen)
Sei mir gegrüßt, mein Berg mit dem rötlich strahlenden Gipfel [ SchillerSpaziergang]
gehobenHinten, südlich, blauten Berge [ A. ZweigJunge Frau218]
Berg und Tal kommen nicht zusammen, aber die Leut (= man kann sich unverhofft einmal begegnen) [ G. KellerLiebesbriefe6,409]
Grammatik: in Verbindung mit »am«
Beispiel:
die Jagdhütte steht hoch am Berg
Grammatik: in Verbindung mit »auf«
Beispiele:
auf den Berg steigen, klettern
süddeutsch, österreichischauf den Berg kraxeln
Auf halbem Berg (= auf halber Höhe des Berges) wußte sie ein Bildstöckchen [ WeismantelRiemenschneider28]
Grammatik: in Verbindung mit »hinter«, »hinterm«
Beispiel:
hinterm Berg wohnen auch noch Leute (= anderswo gibt es auch noch Leute, die etwas verstehen)
umgangssprachlich mit etw. hinter dem Berg haltennicht mit der Sprache herauswollen, etw. verheimlichen
Beispiel:
er hielt mit seiner Meinung stets hinter dem Berg
Grammatik: in Verbindung mit »über«
Beispiele:
die Nebel wallen über den Bergen
sie waren über die nächsten Berge nicht hinausgekommen (= sie waren nicht weit gekommen)
über Berg und Tal wandern
umgangssprachlicher ist bereits über den, über dem Berg (= er hat bereits das Schlimmste hinter sich)
umgangssprachlichsie waren längst über alle Berge (= sie waren längst weit weg, auf und davon)
Grammatik: in Verbindung mit »vom«
Beispiele:
der Wildbach stürzt vom Berg herab
wir schauten vom Berg hinab ins Tal
Grammatik: in Verbindung mit »vorm«
Beispiel:
umgangssprachlicher steht wie der Ochse vorm Berg (= er steht ganz ratlos, dumm da)
zu Bergeaufwärts
Grammatik: in Verbindung mit »zu«
Beispiele:
der Senner stieg zu Berge (= bergauf)
Schifffahrtzu Berge fahren (= stromaufwärts fahren)
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichmir standen (vor Schreck) die Haare zu Berge (= mir sträubten sich die Haare, ich war sehr entsetzt)
2.
Gebirge
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
er ist ein Sohn der Berge
wir durchstreiften die Berge
in den Bergen braut sich ein Gewitter zusammen
in die Berge fahren, wandern
Der alte Winter in seiner Schwäche / Zog sich in rauhe Berge zurück [ GoetheFaustI 907]
3.
umgangssprachlich, übertragen große, aufgehäufte Masse
Beispiele:
ein Berg (von) Schnee, Kisten
ein ganzer Berg Bretter lagert auf dem Bauplatz
in der Registratur häuften sich Berge von Akten
die Gäste haben Berge von Kuchen verzehrt
er sitzt immer hinter Bergen von Büchern vergraben
auf den Verkaufstischen türmten sich die Stoffballen zu Bergen
Ein … Mädchen stopfte einen Berg Strümpfe [ BrechtDreigroschenroman274]
erdrückende Masse
Beispiele:
ein Berg (von) Sorgen lastet auf uns
In New York aber erwartete ihn … ein Berg von Arbeit [ Kellerm.Tunnel97]
4.
Bergmannssprache taubes Gestein
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
Berge aushalten (= taubes Gestein aussondern)
Berge versetzen (= leergeförderte Abbaue mit taubem Gestein ausfüllen)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Berg · bergig · Bergarbeit · Bergarbeiter · Bergknappe · Bergmann · Bergbau · Bergwerk
Berg m. ‘hoch ansteigende Geländeerhebung, Hügel’. Ahd. (9. Jh.), asächs. berg, mhd. berc, mnd. mnl. berch, nl. berg, aengl. beorg ‘Höhe, Grabhügel’, engl. barrow ‘Grabhügel’, anord. bjarg, schwed. berg, got. baírg- (in baírgahei ‘Berggegend’), germ. *berga- stehen wohl im Ablautverhältnis mit Burg (s. d.) und werden auf ie. *bherg̑hos ‘Berg, Höhe’ zurückgeführt, das vielleicht eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *bher(ə)- ‘tragen’, hier ‘heben’ (s. empor), oder der Wurzel ie. *bher- ‘hervorstehen, Kante, Spitze, Ecke’ enthält. Sie sind verwandt mit armen. berj- ‘Höhe’, kymr. bera ‘Haufen’, aind. bṛhán ‘hoch, groß’ und möglicherweise (vgl. Ėtim. slov. slavj. jaz. 1, 192 f.) mit aslaw. brěgъ ‘Ufer, Hügel, Abhang’, russ. béreg (берег) ‘Ufer’. – bergig Adj. (16. Jh.), älter spätmhd. bergeht (14. Jh.), bergicht (16. Jh.). Bergarbeit f. (16. Jh.), Bergarbeiter m. (Ende 15. Jh.), älter Bergknappe m. mhd. bercknappe (s. Knappe). Bergmann m. spätmhd. bercman, Plur. Bergleute (s. Leute). Bergbau m. ‘industrieller Abbau von Bodenschätzen’ (16. Jh.); älter Bergwerk n. mhd. bercwerc; seit dem 16. Jh. ‘Schachtanlage, Mineralien’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Berg · Höhe
Assoziationen
Geologie
Synonymgruppe
(kleiner) Berg · Anhöhe · Bodenerhebung · Buckel · Erhebung · Erhöhung · Höcker · Höhe (mil., mit Nummer) · Hügel  ●  Bühel  süddt. · Bühl  ugs., süddt. · Hubbel  ugs., regional · Maulwurfshügel  ugs., scherzhaft
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Berg‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Berg‹.

Alpe Drachen Fuß Gipfel Himalaya Kaukasus Seligpreisung berlin-prenzlauer besteigen bewaldet bieberer erklimmen frankfurter heilig hoch kahl norwegisch prenzlauer riesig rufen schneebedeckt schweizer steil tiroler türmen umliegend uphöfener verschneit versetzen zweithochst

Verwendungsbeispiele für ›Berg‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn nirgend im Auto werden wir so eitel wie am Berg. [Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 189]
Wie oft habe ich mich deiner Wälder gefreut, deiner Berge! [Brief von Alfons Ankenbrand vom 11.03.1915. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1915], S. 49]
Endlich durfte ich hoch in die Berge hinauf – zu dem jahrelangen Ziel meiner Sehnsucht! [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 5046]
Er ist gewillt, jedes Jahr mindestens einen Berg zu ersteigen. [Bauer, Hans: Wenn einer eine Reise tat, Leipzig: Koehler & Amelang 1973, S. 120]
Sie befinden sich auf gleicher Höhe, aber auf getrennten Bergen. [Die Zeit, 30.03.2000, Nr. 14]
Zitationshilfe
„Berg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Berg>.

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