Beruf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Beruf(e)s · Nominativ Plural: Berufe
Aussprache
WorttrennungBe-ruf (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Beruf‹ als Erstglied: ↗Berufsanerkennung · ↗Berufsanerkennungsjahr · ↗Berufsanfänger · ↗Berufsangehörige · ↗Berufsarbeit · ↗Berufsauffassung · ↗Berufsaufklärung · ↗Berufsausbildung · ↗Berufsaussicht · ↗Berufsaussteiger · ↗Berufsbeamte · ↗Berufsberater · ↗Berufsberatung · ↗Berufsbezeichnung · ↗Berufsbild · ↗Berufsbildung · ↗Berufsbiografie · ↗Berufsbiographie · ↗Berufsboxer · ↗Berufschor · ↗Berufsdetektiv · ↗Berufsehre · ↗Berufsentscheidung · ↗Berufserfahrung · ↗Berufserziehung · ↗Berufsethos · ↗Berufsfeuerwehr · ↗Berufsfindung · ↗Berufsfotograf · ↗Berufsfrau · ↗Berufsfußball · ↗Berufsfußballer · ↗Berufsgeheimnis · ↗Berufsgenosse · ↗Berufsgeschäft · ↗Berufsgruppe · ↗Berufsinteresse · ↗Berufsjugendliche · ↗Berufskiller · ↗Berufskleid · ↗Berufskleidung · ↗Berufskolleg · ↗Berufskollege · ↗Berufskrankheit · ↗Berufskreis · ↗Berufskritiker · ↗Berufskunde · ↗Berufslaufbahn · ↗Berufsleben · ↗Berufslehre · ↗Berufslenkung · ↗Berufsleute · ↗Berufslügner · ↗Berufsmann · ↗Berufsmensch · ↗Berufsmusiker · ↗Berufsmörder · ↗Berufsoffizier · ↗Berufsoptimist · ↗Berufsorganisation · ↗Berufsorientierung · ↗Berufspflicht · ↗Berufsphotograph · ↗Berufspolitiker · ↗Berufspraktikum · ↗Berufspädagoge · ↗Berufspädagogik · ↗Berufsrolle1 · ↗Berufsschaden · ↗Berufsschule · ↗Berufsschüler · ↗Berufssoldat · ↗Berufssoldatin · ↗Berufssport · ↗Berufssportler · ↗Berufssprache · ↗Berufsstolz · ↗Berufstracht · ↗Berufstreue · ↗Berufsverband · ↗Berufsverbot · ↗Berufsverbrecher · ↗Berufsvereinigung · ↗Berufsverkehr · ↗Berufswahl · ↗Berufswechsel · ↗Berufswechsler · ↗Berufsweg · ↗Berufswettbewerb · ↗Berufswunsch · ↗Berufszeichen · ↗Berufsziel · ↗Berufszug · ↗Berufszweig · ↗berufsbedingt · ↗berufsbezogen · ↗berufsbildend · ↗berufsfremd · ↗berufslos · ↗berufsmäßig · ↗berufsschwach · ↗berufstätig · ↗berufsunfähig
 ·  mit ›Beruf‹ als Letztglied: ↗Anlernberuf · ↗Artistenberuf · ↗Arztberuf · ↗Ausbildungsberuf · ↗Bauberuf · ↗Brotberuf · ↗Dienstleistungsberuf · ↗Frauenberuf · ↗Gesundheitsberuf · ↗Grundberuf · ↗Handwerksberuf · ↗Hauptberuf · ↗Heilberuf · ↗Ingenieurberuf · ↗Lebensberuf · ↗Lehrberuf · ↗Lehrerberuf · ↗Mangelberuf · ↗Medienberuf · ↗Modeberuf · ↗Männerberuf · ↗Nebenberuf · ↗Pflegeberuf · ↗Schauspielerberuf · ↗Schriftstellerberuf · ↗Traumberuf · ↗Vollberuf · ↗Zivilberuf · ↗Zweitberuf
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
bestimmte, erlernte Art der Arbeit, Erwerbstätigkeit
Beispiele:
die Ausübung, Pflichten des Berufs
ein schöner, befriedigender, anstrengender Beruf
der schwere Beruf des Bergmanns
ein akademischer, industrieller, landwirtschaftlicher Beruf
der handwerkliche Beruf des Tischlers
ein produktiver Beruf (= ein materielle Werte schaffender Beruf)
ein freischaffender Beruf (= ein nicht im Angestelltenverhältnis ausgeübter Beruf)
ein verwandter Beruf (= ein benachbarter Beruf)
sein Beruf als Journalist ist interessant
manche Berufe sind überfüllt
jeder Beruf verlangt Fleiß und Ausdauer
sein Beruf befriedigt ihn (nicht), füllt ihn (nicht) aus
einen Beruf ergreifen, erlernen
er hat sich [Dativ] nach seinen Fähigkeiten und Neigungen einen Beruf erwählt
jmdm. einen Beruf nachweisen
welchen Beruf haben Sie?
keinen festen Beruf haben
sie hat einen Beruf mit sitzender Beschäftigung
ihr übt euren Beruf gewissenhaft, erfolgreich, mit Lust und Liebe aus
sie betreiben das Fotografieren als Beruf (= als Mittel zum Erwerb, nicht als Liebhaberei)
sie verstehen ihren Beruf
seinen Beruf ernst nehmen, lieben
er vernachlässigt seinen Beruf
er hat seinen Beruf verfehlt (= er hat den falschen Beruf ergriffen)
seinen Beruf wechseln (= seinen B. aufgeben)
umgangssprachlich seinen Beruf an den Nagel hängen (= seinen B. aufgeben)
einem Beruf nachgehen
nur seinem Beruf leben
nach jahrelanger Krankheit war er seinem Beruf entfremdet
der Beruf des Arztes ist ein Beruf mit hohen Anforderungen
mit Präposition
in Verbindung mit »auf«
Beispiele:
auf einen Beruf hinsteuern
jmdn., sich auf einen Beruf vorbereiten
in Verbindung mit »aus«
Beispiel:
Leute aus den verschiedensten Berufen
in Verbindung mit »für«
Beispiele:
jmdn., sich für einen Beruf vorbilden
für einen Beruf besonders geeignet, befähigt sein
in Verbindung mit »in«, »im«
Beispiele:
die Arbeit, Anerkennung im Beruf
jmdn., sich in einem Beruf ausbilden, weiterbilden, qualifizieren
er steht schon lange im Beruf, ist erst kurze Zeit in seinem Beruf tätig
in seinem Beruf gut vorankommen, viel leisten, große Erfolge erringen
er kennt sich in seinem Beruf aus
sie geht ganz in ihrem Beruf auf
in keinem Beruf hatte er ausgehalten [ViebigBerliner Novellen153]
in Verbindung mit »ohne«
Beispiel:
sie ist ohne Beruf (= sie übt keinen Beruf aus)
in Verbindung mit »von«
Beispiele:
er war Bäcker von Beruf (= er hatte Bäcker als Beruf gelernt)
wir müssen von Berufs wegen viel lesen (= wir müssen beruflich viel lesen)
in Verbindung mit »zu«, »zum«
Beispiele:
Kenntnisse und Fleiß gehören zu jedem Beruf
er hatte sich [Dativ] die Medizin zum Beruf gewählt
die Liebe, Treue zum Beruf
2.
meist im Singular
veraltend, gehoben Berufung, Lebensaufgabe
Beispiele:
der geschichtliche Beruf eines Volkes
er fühlte den Beruf zum Dichter in sich
es sei Beruf, Bestimmung, Aufgabe jedes Menschen, sich vielseitig, alle seine Anlagen zu entwickeln [Marx-EngelsDt. Ideologie300]
seine Buben ... haben wenig Beruf (= Eignung) für die Schreiberei [H. KurzSonnenwirt196]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

berufen · berufen · unberufen · Beruf · beruflich
berufen Vb. ‘ernennen, in ein Amt einführen’, auch (heute selten) ‘einberufen’, reflexiv ‘sich stützen, beziehen auf’, mhd. beruofen ‘zusammenrufen, ausrufen, tadeln, unzeitig und zum Unheil nennen, beschreiben, bezaubern, anklagen’, reflexiv ‘sich zusammenrufen, sich versammeln, sich beziehen auf, appellieren’ ist eine präfigierte Bildung zu dem unter ↗rufen (s. d.) behandelten Verb; vgl. auch schwach flektierendes ahd. bi(h)ruofen ‘zusammenrufen’ (10. Jh.). Die heute vorherrschende Bedeutung ‘in ein Amt einsetzen, ernennen’ ist (wie bei Beruf, s. unten) von Luthers Gebrauch beeinflußt, vgl. eyn yglicher bleybe ynn dem ruff (‘dem von Gott bestimmten Stand’), darynn er beruffen (‘von Gott eingesetzt und tätig’) ist; bistu eyn knecht beruffen, sorge dyr nicht. Der reflexive Gebrauch ‘sich auf etw. als Beweis, auf jmdn. stützen’ (15. Jh.) entstammt der Rechtssprache; daher auch ‘eine Versammlung, einen beratenden oder beschließenden Ausschuß einsetzen’, eigentlich ‘auf-, herbeirufen, vorladen’. berufen Part.adj. ‘besonders geeignet’, daher auch ‘berühmt’, eigentlich ‘in ein Amt eingesetzt’ (ebenfalls Luther 1522). unberufen Part.adj. ‘unaufgefordert, ohne Auftrag’ (2. Hälfte 15. Jh.), heute vornehmlich im Sinne von ‘unbeschrieen’ als vorbeugende Abwehrformel, eigentlich ‘ohne darüber reden zu wollen’, in der abergläubischen Furcht, wohlwollendes Reden über eine Sache gereiche dieser zum Unglück (19. Jh.). Beruf m. ‘erlernte bzw. ausgeübte Tätigkeit, mit der jmd. seinen Lebensunterhalt verdient’ (im 17. Jh. aufkommend, im 19. Jh. voll ausgeprägt), ausgehend von älteren Verwendungen wie ‘Berufung (in ein Amt), Bestimmung (für eine Tätigkeit), Amtsausübung’ (16. Jh.; vgl. noch aus innerem Beruf), zuvor ‘Aufforderung, Bekanntmachung, Berufung (in ein Gericht), Leumund’ (15. Jh.). Auch hier wird die heutige Bedeutung durch Luther verbreitet, der Beruf, für griech. (Neues Testament) klḗsis (κλῆσις), kirchenlat. vocātio, im Sinne von ‘göttliche Berufung, christliche Bestimmung’ gebraucht, vgl. beruff zum Pfarrampt odder seel sorge. beruflich Adj. ‘den Beruf betreffend’ (Mitte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Anstellung · ↗Arbeit · Beruf · ↗Beschäftigung · ↗Gewerbe · ↗Job · ↗Profession · ↗Tätigkeit  ●  ↗Maloche  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Beruf · ↗Fachgebiet · ↗Metier · ↗Profession
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Beruf · ↗Berufsbezeichnung · Tätigkeitsbezeichnung
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angehörige Ausbildung Ausübung Berufung Bundesverband Familie Hobby Privatleben Studium Vereinbarkeit akademisch ander aufgeben ausbilden ausgeübt ausüben bestimmt bürgerlich ergreifen erlernen erlernt frei handwerklich kaufmännisch lernen nachgehen technisch vereinbaren verschieden wechseln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beruf‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was lag da also näher, als den Beruf eines Kochs zu erlernen.
Die Zeit, 19.07.1996, Nr. 30
Also ist es auch gleichzeitig ne Vorbereitung auf ihre zukünftigen Berufe.
Kursbuch, 1971, Bd. 24
Sicher, ich möchte in meinen Beruf wieder zurückgehen, aber auch nicht.
Runge, Erika (Hg.), Bottroper Protokolle, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1968, S. 95
Er ist Arzt, das ist sein Beruf, dafür kriegt er bezahlt!
Tucholsky, Kurt: Herr Wendriner diktiert einen Brief. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1928]
Es gibt zwei Arten, aus der Politik seinen Beruf zu machen.
Weber, Max: Politik als Beruf. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Politische Schriften, München: Drei Masken Verl. 1921 [1919], S. 402
Zitationshilfe
„Beruf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beruf>, abgerufen am 19.07.2019.

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