Berufsbeamtentum, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Berufsbeamtentums · wird nur im Singular verwendet
Worttrennung Be-rufs-be-am-ten-tum
Wortzerlegung Berufsbeamte-tum
ZDL-Vollartikel, 2019

Bedeutung

das als besonderes öffentlich-rechtliches Dienst- und Treueverhältnis ausgestaltete Verhältnis zwischen dem Staat und den Beamten zur Wahrnehmung bestimmter hoheitlicher und anderer wichtiger Aufgaben
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das deutsche Berufsbeamtentum
als Akkusativobjekt: das Berufsbeamtentum abschaffen
in Präpositionalgruppe/-objekt: das Bekenntnis zum Berufsbeamtentum; am Berufsbeamtentum festhalten
als Genitivattribut: die Grundsätze, die Abschaffung, die Reform des Berufsbeamtentums
Beispiele:
Das öffentliche Dienst‑ und Treueverhältnis sowie der Verzicht auf das Streikrecht gehören zu den Eckpfeilern des Berufsbeamtentums. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.08.2003]
Es gibt gute Argumente dafür, das Berufsbeamtentum hochzuhalten – Argumente, die keineswegs überholt sind, sondern womöglich gerade an Bedeutung gewinnen. Der Beamte habe sich vom Fürsten‑ zum Staatsdiener entwickelt, mit der Aufgabe, »Verfassung und Gesetz im Interesse des Bürgers auch und gerade gegen die Staatsspitze zu behaupten«[…] Er solle eine stabile Verwaltung sichern und einen ausgleichenden Faktor gegenüber den politischen Kräften bilden. [Süddeutsche Zeitung, 13.06.2018]
Politische Unabhängigkeit ist der vielleicht wichtigste Wesenszug des Berufsbeamtentums: Kommt ein neuer politischer Verantwortlicher (oder ändert sich die Regierungslinie), so bleiben in der Regel bisherige Beamten im Dienst, erarbeiten legistische Grundlagen nach neuen Vorgaben und vollziehen diese, sobald sie vom Gesetzgeber beschlossen sind. [Der Standard, 10.02.2013]
Unter Alimentationspflicht versteht man im öffentlichen Dienstrecht die besondere Fürsorgepflicht des Dienstherren gegenüber dem Beamten; sie gilt als hergebrachter Grundsatz des Berufsbeamtentums im Sinne des Grundgesetzartikels 33, Absatz 5. [o. A. [-r]: Alimentationspflicht. In: Aktuelles Lexikon 1974–2000, München: DIZ 2000. Zitiert nach: Süddeutsche Zeitung, 10.11.1975.]
Zu den hergebrachten Grundsätzen des Berufsbeamtentums gehört, daß der Beamte – und sinngemäß jeder Angehörige des öffentlichen Dienstes – in einer eindeutigen Verantwortung gegenüber dem Dienstvorgesetzten steht. [Die Zeit, 10.04.1970, Nr. 15]
metonymisch die in diesem öffentlich-rechtlichen Dienst- und Treueverhältnis stehende Personengruppe
Beispiele:
Er [der Stolz auf den Beruf] kehrt zurück, wenn aus dem Berufsbeamtentum wieder eine Spezialgruppe für die Innovation des Staates wird – eine Elite. [Süddeutsche Zeitung, 15.01.2002]
»Aus dem Berufsbeamtentum gehen besonders zahlreich Kinder hervor, die – ausgerüstet mit einer guten Erziehung im Elternhaus – eine tragende Schicht im Leben des Volkes bilden.« (Bundeskanzler Konrad Adenauer in einem Schreiben an den Bundesvorsitzenden des Deutschen Beamtenbundes, Alfred Krause.) [Der Spiegel, 18.01.1961, Nr. 4]
Das Berufsbeamtentum ist hervorgegangen aus dem konservativen Landadel […] [Neues Deutschland, 11.08.1946]

Typische Verbindungen zu ›Berufsbeamtentum‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Berufsbeamtentum‹.

Zitationshilfe
„Berufsbeamtentum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Berufsbeamtentum>, abgerufen am 24.09.2020.

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