Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Besitzung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Besitzung · Nominativ Plural: Besitzungen
Aussprache 
Worttrennung Be-sit-zung
Wortzerlegung besitzen -ung
eWDG

Bedeutung

Landbesitz, Grundbesitz
Beispiele:
der Verwalter der Besitzungen
die Besitzung besichtigen
er hatte überseeische Besitzungen gehabt
Er ritt […] seine Besitzungen auf und ab, durch Öl‑ und Weinterrassen[.] [ Feuchtw.Söhne343]
[…] [das Kloster] mit seinen ausgedehnten niederrheinischen Besitzungen […] [ FringsZur Grundlegung1,103]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

besitzen · besessen · Besitz · Besitzung · Besitztum
besitzen Vb. ‘etw. (in Besitz) haben, darüber verfügen können’, ahd. bisizzen (9. Jh.), mhd. besitzen, sowohl transitiv ‘sich in etw. setzen, belagern, in Besitz nehmen’ als auch intransitiv ‘sitzen, sitzen bleiben, standhalten, besitzen’. Nur die transitive Bedeutung, besonders in got. bisitan ‘umwohnen’, aengl. besittan, asächs. bisittian, mhd. besitzen ‘belagern’, zeigt den ursprünglichen Sinn ‘um etw. herum, dabeisitzen, sich auf etw. setzen’, woraus sich ‘in Besitz nehmen, haben’ entwickelt. Zur Herkunft s. sitzen. Aus dem Part. Prät. besessen, mhd. beseʒʒen entsteht schon in mhd. Zeit ein selbständiges Adjektiv. Neben die Bedeutung ‘belagert, angesessen’ tritt, aus den religiösen Vorstellungen des Mittelalters heraus, die spezielle ‘vom Teufel bewohnt’, daraus heute ‘von etw. völlig in Anspruch genommen, fanatisch’. – Besitz m. ‘materielles Gut, das jmdm. gehört, worüber er verfügen kann’ (16. Jh.), frühnhd. ‘Belagerung’ (15. Jh.); vgl. mhd. besitz ‘(Sitz)platz’. Besitzung f. ‘Land- und Grundbesitz’, mhd. besitzunge ‘Besitznahme, Besitz, Belagerung’. Besitztum n. ‘Gesamtheit des Besitzes’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Besitz · Besitzstand · Eigentum · Geld und Gut · Hab und Gut · Habe · Habseligkeiten · Vermögen  ●  Besitzung(en)  geh. · Siebensachen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Besitzung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Besitzung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Besitzung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Spätestens mit Vierzig kann ich mich auf meine Besitzungen hier am See zurückziehen. [Goote, Thor [d.i. Langsdorff, Werner von]: Die Fahne Hoch!, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag 1933 [1933], S. 200]
Unter ihm verlagerte sich das Gewicht erneut von den ostiranischen auf die indischen Besitzungen. [Altheim, Franz: Das alte Iran. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 17705]
Damit verliert das Osmanische Reich den größten Teil seiner europäischen Besitzungen. [Die Zeit, 11.11.2013, Nr. 45]
Artikel 19 bezieht sich ausdrücklich auch auf die „in den französischen Besitzungen befindlichen Deutschen“; auch hier ist die Gestapo, auch hier wird „auf Verlangen“ ausgeliefert. [Die Zeit, 03.11.1989, Nr. 45]
Als er mit 84 Jahren starb, hinterließ er eine große Besitzung und elf Kinder. [Die Zeit, 26.01.1981, Nr. 04]
Zitationshilfe
„Besitzung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Besitzung>.

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