Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Besprechung, die

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GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Besprechung · Nominativ Plural: Besprechungen
Aussprache  [bəˈʃpʀɛçʊŋ]
Worttrennung Be-spre-chung
Wortzerlegung besprechen -ung
eWDG

Bedeutungen

1.
Unterredung, Beratung
Beispiele:
eine öffentliche, interne, wichtige Besprechung ansetzen, abhalten, durchführen
alle Mitarbeiter zu einer dringenden Besprechung zusammenrufen
eine Besprechung der Lage, Angelegenheit findet statt, verläuft planmäßig
2.
kritische Beurteilung einer künstlerischen, wissenschaftlichen Leistung in einer Zeitschrift, Zeitung, Rezension
Beispiel:
eine (kritische) Besprechung eines Buches, Gedichtes, einer Theateraufführung

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
sprechen · Sprecher · absprechen · Absprache · ansprechen · Ansprache · Anspruch · besprechen · Besprechung · Einspruch · versprechen · Versprechen · Versprechung · zusprechen · Zuspruch
sprechen Vb. ‘reden’, ahd. sprehhan (8. Jh.), mhd. sprechen, asächs. sprekan, mnd. mnl. sprēken, nl. spreken, afries. spreka, aengl. sprecan (westgerm. *sprekan) und die r-losen Formen ahd. spehhan (9. Jh.), asächs. spekan, mhd. spehten ‘schwatzen’, aengl. specan, engl. to speak ‘reden’, mnl. spēken werden wie mnd. sprāken ‘Funken sprühen’, mnl. sparken, aengl. spearcian, anord. schwed. spraka ‘knistern, prasseln’ und die unter Sprache (s. d.) genannten Formen als Schallwörter mit alban. shpreh ‘ich spreche aus’, kymr. ffreg ‘Geschwätz’ und aind. sphū́rjati ‘donnert, grollt’, griech. spharagḗīsthai (σφαραγεῖσθαι) ‘knistern, zischen, strotzen, zum Platzen voll sein’, lit. (ablautend) sprógti ‘bersten, platzen’, ohne anlautendes s- kslaw. prъžiti, pražiti ‘rösten, dörren’, russ. (älter) prjážit’ (пряжить) ‘in Butter backen’ auf ie. *(s)p(h)ereg-, *(s)p(h)erəg-, *(s)p(h)rēg- zurückgeführt, eine g-Erweiterung der unter Sporn (s. d.) genannten Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, zappeln, schnellen’ (auch ‘streuen, sprengen, spritzen’, s. sprühen, Spur). Diese Wurzelerweiterung läßt sich nur im Germ. und Kelt. für den Bereich ‘sprechen’ nachweisen. Ungeklärt ist das Nebeneinander der germ. Formen mit und ohne r. Vielleicht handelt es sich um ein emphatisches r in jüngeren Formen oder um r-Ausfall zwischen Labial und ie. g? – Sprecher m. ‘wer (als Beauftragter) spricht’, ahd. sprehhāri (11. Jh.), mhd. sprechære. absprechen Vb. ‘aberkennen, vereinbaren’, mhd. abesprechen ‘ein Urteil sprechen, aberkennen, leugnen, widerrufen’; Absprache f. ‘Vereinbarung’ (18. Jh.). ansprechen Vb. ‘anreden’, ahd. anasprehhan (11. Jh.), mhd. anesprechen ‘anfangen zu sprechen, in Anspruch nehmen, einen mit Worten (herausfordernd, beschuldigend, anklagend) angehen’, übertragen ‘gefallen, anrühren’ (Anfang 19. Jh.); Ansprache f. ‘kürzere Rede, Anrede’, in älterer Sprache ‘Anklage, Anspruch’, ahd. anasprāhha (9. Jh.), mhd. anesprāche; Anspruch m. ‘Anrecht, Forderung’, mhd. anspruch ‘Anklage, Einspruch’. besprechen Vb. ‘über etw. reden, etw. festlegen, rezensieren, (Krankheiten) beschwören, mit Zaubersprüchen zu heilen suchen’, ahd. bisprehhan ‘anfechten, tadeln, verleumden’ (8. Jh.), mhd. besprechen ‘verabreden, jmdn. anreden, anklagen, verlangen’; Besprechung f. ‘Gespräch, Beratung’ (16. Jh.), ‘Rezension, Behandlung von Krankheiten durch Beschwörung mit Zauberformeln’ (19. Jh.). Einspruch m. ‘Einwand, Protest, Widerspruch, Beschwerde’ (15. Jh.). versprechen Vb. ‘zusichern’, (reflexiv) ‘versehentlich falsch sprechen’, ahd. firsprehhan ‘in Abrede stellen, zurückweisen, vertreten, verteidigen, rechtfertigen’ (9. Jh.), mhd. versprechen ‘bürgen, verteidigen, entschuldigen, in Anspruch nehmen, zusichern, widersprechen, leugnen, zurückweisen, unrichtig sprechen, zaubern, beschwören’; Versprechen n. ‘Zusicherung, Gelöbnis’ (16. Jh.); Versprechung f. ‘Zusicherung, Versicherung, Gelöbnis’ (15. Jh.). zusprechen Vb. ‘trösten, zuerkennen, Speise und Trank sich schmecken lassen’, ahd. zuosprehhan ‘mit jmdm. reden’ (8. Jh.), mhd. zuosprechen ‘jmdm. zureden, zu jmdm. ein Wort sprechen, fordern, anklagen’; Zuspruch m. ‘Trost, Zulauf’ (17. Jh.), mhd. zuospruch ‘Anspruch, rechtliche Forderung oder Klage’.

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Beratung · Beratungsgespräch · Besprechung · Konsultation  ●  Consulting fachspr.

Kunst
Besprechung · Einschätzung · Kritik · Presseecho · kritische Bewertung · kritische Würdigung  ●  Rezension fachspr.
Unterbegriffe
Assoziationen

Besprechung · Jour fixe · Konferenz · Sitzung  ●  Meeting engl.
Unterbegriffe
Assoziationen

Linguistik/Sprache
Besprechung · Dialog · Rücksprache

Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Besprechung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Besprechung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Besprechung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dieser Art Kritik sollte man am passendsten die, fälschlich auch für alle anderen Arten gebräuchliche Bezeichnung »Besprechung« vorbehalten. [Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 07.03.1918]
In der Besprechung habe ich mich beschränkt auf die rein militärischen Bedenken. [o. A.: Einhundertneunundneunzigster Tag. Freitag, 9. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 10907]
Es ist möglich, in diesen Tagen waren wiederholt Besprechungen gewesen. [o. A.: Einhundertvierundfünfzigster Tag. Donnerstag, 13. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 23989]
Eine Besprechung finden Sie auf S. 66 in diesem Heft. [C’t, 1999, Nr. 25]
Es ist bei keiner dieser Besprechungen überhaupt ein Wort gefallen, das außerhalb der rein operativen Überlegungen gelegen hätte. [o. A.: Einhundertsiebenundvierzigster Tag. Mittwoch, 5. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 23293]
Zitationshilfe
„Besprechung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Besprechung>.

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