Besprechung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Besprechung · Nominativ Plural: Besprechungen
Aussprache
WorttrennungBe-spre-chung
Wortzerlegungbesprechen-ung
Wortbildung mit ›Besprechung‹ als Erstglied: ↗Besprechungsexemplar  ·  mit ›Besprechung‹ als Letztglied: ↗Abteilungsleiterbesprechung · ↗Arbeitsbesprechung · ↗Buchbesprechung · ↗Chefbesprechung · ↗Dienstbesprechung · ↗Fallbesprechung · ↗Filmbesprechung · ↗Geheimbesprechung · ↗Handelsbesprechung · ↗Lagebesprechung · ↗Literaturbesprechung · ↗Ministerbesprechung · ↗Pressebesprechung · ↗Ressortbesprechung · ↗Routinebesprechung · ↗Theaterbesprechung · ↗Verlagsbesprechung · ↗Viermächtebesprechung · ↗Wirtschaftsbesprechung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Unterredung, Beratung
Beispiele:
eine öffentliche, interne, wichtige Besprechung ansetzen, abhalten, durchführen
alle Mitarbeiter zu einer dringenden Besprechung zusammenrufen
eine Besprechung der Lage, Angelegenheit findet statt, verläuft planmäßig
2.
kritische Beurteilung einer künstlerischen, wissenschaftlichen Leistung in einer Zeitschrift, Zeitung, Rezension
Beispiel:
eine (kritische) Besprechung eines Buches, Gedichtes, einer Theateraufführung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sprechen · Sprecher · absprechen · Absprache · ansprechen · Ansprache · Anspruch · besprechen · Besprechung · Einspruch · versprechen · Versprechen · Versprechung · zusprechen · Zuspruch
sprechen Vb. ‘reden’, ahd. sprehhan (8. Jh.), mhd. sprechen, asächs. sprekan, mnd. mnl. sprēken, nl. spreken, afries. spreka, aengl. sprecan (westgerm. *sprekan) und die r-losen Formen ahd. spehhan (9. Jh.), asächs. spekan, mhd. spehten ‘schwatzen’, aengl. specan, engl. to speak ‘reden’, mnl. spēken werden wie mnd. sprāken ‘Funken sprühen’, mnl. sparken, aengl. spearcian, anord. schwed. spraka ‘knistern, prasseln’ und die unter ↗Sprache (s. d.) genannten Formen als Schallwörter mit alban. shpreh ‘ich spreche aus’, kymr. ffreg ‘Geschwätz’ und aind. sphū́rjati ‘donnert, grollt’, griech. spharagḗīsthai (σφαραγεῖσθαι) ‘knistern, zischen, strotzen, zum Platzen voll sein’, lit. (ablautend) sprógti ‘bersten, platzen’, ohne anlautendes s- kslaw. prъžiti, pražiti ‘rösten, dörren’, russ. (älter) prjážit’ (пряжить) ‘in Butter backen’ auf ie. *(s)p(h)ereg-, *(s)p(h)erəg-, *(s)p(h)rēg- zurückgeführt, eine g-Erweiterung der unter ↗Sporn (s. d.) genannten Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, zappeln, schnellen’ (auch ‘streuen, sprengen, spritzen’, s. ↗sprühen, ↗Spur). Diese Wurzelerweiterung läßt sich nur im Germ. und Kelt. für den Bereich ‘sprechen’ nachweisen. Ungeklärt ist das Nebeneinander der germ. Formen mit und ohne r. Vielleicht handelt es sich um ein emphatisches r in jüngeren Formen oder um r-Ausfall zwischen Labial und ie. g? Sprecher m. ‘wer (als Beauftragter) spricht’, ahd. sprehhāri (11. Jh.), mhd. sprechære. absprechen Vb. ‘aberkennen, vereinbaren’, mhd. abesprechen ‘ein Urteil sprechen, aberkennen, leugnen, widerrufen’; Absprache f. ‘Vereinbarung’ (18. Jh.). ansprechen Vb. ‘anreden’, ahd. anasprehhan (11. Jh.), mhd. anesprechen ‘anfangen zu sprechen, in Anspruch nehmen, einen mit Worten (herausfordernd, beschuldigend, anklagend) angehen’, übertragen ‘gefallen, anrühren’ (Anfang 19. Jh.); Ansprache f. ‘kürzere Rede, Anrede’, in älterer Sprache ‘Anklage, Anspruch’, ahd. anasprāhha (9. Jh.), mhd. anesprāche; Anspruch m. ‘Anrecht, Forderung’, mhd. anspruch ‘Anklage, Einspruch’. besprechen Vb. ‘über etw. reden, etw. festlegen, rezensieren, (Krankheiten) beschwören, mit Zaubersprüchen zu heilen suchen’, ahd. bisprehhan ‘anfechten, tadeln, verleumden’ (8. Jh.), mhd. besprechen ‘verabreden, jmdn. anreden, anklagen, verlangen’; Besprechung f. ‘Gespräch, Beratung’ (16. Jh.), ‘Rezension, Behandlung von Krankheiten durch Beschwörung mit Zauberformeln’ (19. Jh.). Einspruch m. ‘Einwand, Protest, Widerspruch, Beschwerde’ (15. Jh.). versprechen Vb. ‘zusichern’, (reflexiv) ‘versehentlich falsch sprechen’, ahd. firsprehhan ‘in Abrede stellen, zurückweisen, vertreten, verteidigen, rechtfertigen’ (9. Jh.), mhd. versprechen ‘bürgen, verteidigen, entschuldigen, in Anspruch nehmen, zusichern, widersprechen, leugnen, zurückweisen, unrichtig sprechen, zaubern, beschwören’; Versprechen n. ‘Zusicherung, Gelöbnis’ (16. Jh.); Versprechung f. ‘Zusicherung, Versicherung, Gelöbnis’ (15. Jh.). zusprechen Vb. ‘trösten, zuerkennen, Speise und Trank sich schmecken lassen’, ahd. zuosprehhan ‘mit jmdm. reden’ (8. Jh.), mhd. zuosprechen ‘jmdm. zureden, zu jmdm. ein Wort sprechen, fordern, anklagen’; Zuspruch m. ‘Trost, Zulauf’ (17. Jh.), mhd. zuospruch ‘Anspruch, rechtliche Forderung oder Klage’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beratung · Besprechung · ↗Gespräch · ↗Konsultation  ●  ↗Consulting  fachspr.
Assoziationen
  • (sich) beraten lassen · Rat einholen · ↗konsultieren · um Rat fragen
Kunst
Synonymgruppe
Besprechung · ↗Durchsicht · ↗Einschätzung · ↗Kritik · ↗Rezension · ↗Urteil · kritische Würdigung  ●  ↗Beurteilung  Hauptform
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Besprechung · ↗Konferenz · ↗Sitzung · ↗Treff · ↗Treffen · ↗Versammlung · ↗Zusammenkunft  ●  ↗Meeting  engl.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Besprechung · ↗Verhandlung
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Besprechung · ↗Dialog · ↗Rücksprache

Typische Verbindungen
computergeneriert

Communiqué Führerhauptquartier Gegenstand Marschall Niederschrift Protokoll Reichskanzlei Reichskanzler Staatsmann abgehalten abhalten abschließend ausführlich beiwohnen dienstlich eingehend erörtern geführt geschäftlich gestrig hymnisch interfraktionell intern lobend morgendlich stattfinden stattgefunden teilnehmen vertraulich vorbereitend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Besprechung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man lese nur die ausnahmslos huldigenden Besprechungen seines neuen Albums.
Die Zeit, 22.03.2013, Nr. 13
Nur gehören sie leider nicht zu der Besprechung, die wir in unserer gestrigen Ausgabe abgedruckt haben.
Süddeutsche Zeitung, 21.01.2003
Ich nehme an, daß Sie sich erinnern, dieser Besprechung beigewohnt zu haben.
o. A.: Einhundertsechster Tag. Freitag, 12. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 10279
Das sagte man mir etwa an diesem Tage vor Beginn der Besprechung.
o. A.: Einhundertzweiter Tag. Montag, 8. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 17136
An den Besprechungen konkreter Art über politische Fragen habe ich niemals teilgenommen.
o. A.: Neunundneunzigster Tag. Donnerstag, 4. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 16897
Zitationshilfe
„Besprechung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Besprechung>, abgerufen am 15.12.2018.

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