Bestand, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bestand(e)s · Nominativ Plural: Bestände
Aussprache
WorttrennungBe-stand (computergeneriert)
Grundformbestehen
Wortbildung mit ›Bestand‹ als Erstglied: ↗Bestandaufnahme · ↗Bestandliste · ↗Bestandsaufnahme · ↗Bestandsdaten · ↗Bestandsentwicklung · ↗Bestandsicherung · ↗Bestandsimmobilie · ↗Bestandsliste · ↗Bestandsmasse · ↗Bestandsmeldung · ↗Bestandsrentner · ↗Bestandsschätzung · ↗Bestandssicherung · ↗Bestandstück · ↗Bestandsvertrag · ↗Bestandsverwaltung · ↗Bestandsverzeichnis · ↗Bestandteil · ↗beständig
 ·  mit ›Bestand‹ als Letztglied: ↗Aktenbestand · ↗Aktienbestand · ↗Altbestand · ↗Anfangsbestand · ↗Archivbestand · ↗Auftragsbestand · ↗Barbestand · ↗Baubestand · ↗Baumbestand · ↗Bibliotheksbestand · ↗Birkenbestand · ↗Buchbestand · ↗Buchenbestand · ↗Bücherbestand · ↗Datenbestand · ↗Effektenbestand · ↗Effektivbestand · ↗Eichenbestand · ↗Endbestand · ↗Fichtenbestand · ↗Fischbestand · ↗Fortbestand · ↗Geldbestand · ↗Gesamtbestand · ↗Goldbestand · ↗Grasbestand · ↗Grundbestand · ↗Heeresbestand · ↗Hochwaldbestand · ↗Hühnerbestand · ↗Immobilienbestand · ↗Ist-Bestand · ↗Istbestand · ↗Kapitalbestand · ↗Kassabestand · ↗Kassenbestand · ↗Kernbestand · ↗Kiefernbestand · ↗Lagerbestand · ↗Laubholzbestand · ↗Mitgliederbestand · ↗Personalbestand · ↗Pferdebestand · ↗Quellenbestand · ↗Restbestand · ↗Rinderbestand · ↗Sammlungsbestand · ↗Schilfbestand · ↗Schweinebestand · ↗Sicherheitsbestand · ↗Soll-Bestand · ↗Sollbestand · ↗Tatbestand · ↗Traditionsbestand · ↗Vermögensbestand · ↗Versicherungsbestand · ↗Viehbestand · ↗Waldbestand · ↗Weiterbestand · ↗Wertpapierbestand · ↗Wildbestand · ↗Wissensbestand · ↗Wohnungsbestand · ↗Überplanbestand
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
nur im Singular
das Bestehen, Weiterbestehen
Beispiele:
um den Bestand eines Betriebes kämpfen
für den Bestand sorgen
auf den Bestand des Staates bedacht sein
den (sicheren) Bestand des Staates gefährden, bedrohen
von Bestand seinvon Dauer sein
Beispiel:
seine Besserung ist nicht von Bestand
Bestand habenandauern
Beispiele:
sein Eifer hat keinen Bestand
sein Glück sollte nicht lange Bestand haben
2.
das Vorhandene
Beispiele:
der Bestand an Waren, Büchern, Vieh
den Bestand aufnehmen, melden
a)
Vorrat an Waren
Beispiele:
die Bestände müssen aufgefüllt, erneuert werden
gehortete Bestände
der eiserne Bestand (= Vorrat, der nur im Notfall angegriffen werden darf und immer wieder aufgefüllt werden muss)
bildlich
Beispiele:
das Stück gehört zum eisernen Bestand des Spielplanes (= wird immer wieder gespielt)
das Werk gehört zum klassischen Bestand der Literatur
b)
augenblicklicher Wertbetrag
Beispiele:
der Bestand des Vermögens
die Kasse weist einen Bestand von 100 Euro auf
3.
beieinanderstehende gleichartige Pflanzen, besonders des Waldes
Beispiele:
an den Abhängen war der Bestand ungleichmäßig
aufgelockerter Bestand
abgeholzte Bestände
die Bestände stehen zu dicht
4.
südwestdeutsch, österreichisch Pacht
Beispiele:
jmdm. eine Wirtschaft in Bestand geben
Vieh in Bestand haben, nehmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stehen · gestanden · abstehen · Abstand · auferstehen · Auferstehung · aufstehen · Aufstand · aufständisch · ausstehen · Ausstand · Außenstände · beistehen · Beistand · bestehen · Bestand · beständig · Bestandteil · einstehen · Einstand · entstehen · gestehen · eingestehen · zugestehen · geständig · Geständnis · Umstand · unterstehen1 · Unterstand · unterstehen2 · vorstehen · Vorsteher · Vorstand · zustehen · Zustand · zuständig
stehen Vb. ‘auf die Füße gestellt sein, auf einer Stelle verharren’ geht zurück auf ahd. (8. Jh.), mhd. stēn, woraus (bei Überführung in die regelmäßige Konjugation mit zur Silbentrennung und wohl auch als Dehnungszeichen nach dem Muster von ↗sehen, s. d., eingefügtem h) stehen (zuerst md. 14. Jh.) wird. Ahd. mhd. stēn ist eine (wohl unter dem Einfluß von ahd. mhd. gēn neben gān, s. ↗gehen, entstandene) Nebenform zu ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. stān, mnl. staen, nl. staan, schwed. stå. Daneben besteht ein nasalierter und Dentalerweiterung aufweisender Stamm germ. *stand- in ahd. stantan (8. Jh.), mhd. standen, asächs. standan, mnl. standen, aengl. standan, engl. to stand, anord. standa, got. standan (wozu auch ↗Stand und mit sekundärem Ablaut ↗Stunde, s. d., gehören). Wie Präteritalformen ohne n (got. stōþ, stōþum, aengl. stōd, stōdon, engl. stood ‘stand, standen’) zeigen, war der Nasal in germ. *stand- ursprünglich nur präsensbildend. Verwandt sind aind. sthā- ‘stehen’, tíṣṭhati ‘steht’, griech. histánai, Aorist stḗnai (ἱστάναι, στῆναι) ‘stellen’, lat. stāre ‘stehen’, air. tair(ṡ)issiur ‘stehe, bleibe stehen’, lit. stóti ‘sich (hin)stellen, treten’, aslaw. stojati, russ. stoját’ (стоять) ‘stehen’, aslaw. stati ‘sich stellen’, russ. stat’ (стать) ‘werden, anfangen, sich stellen’. Man vereinigt alle Formen unter einem Wurzelansatz ie. *stā, *stə- ‘stehen, stellen’ und betrachtet die aspirierte Tenuis (th) des Aind. als Neuerung gegenüber der ie. Ausgangsform. Das ā in den Kurzformen des germ. Verbs (statt eines lautgesetzlich zu erwartenden germ. ō) geht auf eine frühe Angleichung an das unter ↗gehen (s. d.) behandelte, zur Wurzel ie. *g̑hē-, *g̑hēi- gehörende Gegenwort zurück (vgl. ahd. mhd. gān, s. oben). An die Wurzel ie. *stā- bzw. deren unterschiedliche Erweiterungen schließen sich eine Vielzahl von Wörtern an (s. z. B. ↗Stadel, ↗Stadt, ↗Statt, ↗Staude, ↗stauen, ↗staunen, ↗stet, ↗Steuer f. ↗Steuer n., ↗stieren, ↗Stuhl, ↗stur, ↗Stute, ↗stützen). gestanden Part.adj. ‘erfahren, gesetzt’ (ein gestandener Mann), spätmhd. gestanden ‘groß, erwachsen’, also wohl ‘zum Stehen gekommen’. abstehen Vb. ‘von etw. ablassen, abgehen, von etw. entfernt sein’, seit dem 16. Jh. auch ‘durch langes Stehen an Qualität verlieren, verderben’, mhd. abestān, abestēn, auch ‘absteigen’ (vom Pferd); Abstand m. ‘Distanz, Entfernung’ (17. Jh.), ‘das Ablassen, Aufgeben von etw.’ (15. Jh.), Abstand nehmen von etw. ‘auf etw. verzichten’ (19. Jh.). auferstehen Vb. ‘vom Tode wieder erstehen’, ahd. ūfirstantan, -stān, -stēn (9. Jh.), mhd. ūferstān ‘aufstehen, sich erheben, vom Tode auferstehen’; Auferstehung f. ‘Wiedererwecktwerden vom Tode’ (15. Jh.); vgl. mhd. ūferstandunge. aufstehen Vb. ‘sich erheben’, ahd. ūfstantan, -stān, -stēn (9. Jh.), mhd. ūfstān, auch ‘jmdm. aufkündigen, aus dem Dienst treten’; Aufstand m. ‘Erhebung, Empörung, Aufruhr’, spätmhd. ūfstant; aufständisch Adj. ‘aufrührerisch, sich erhebend, empörend’ (19. Jh.). ausstehen Vb. ‘fällig, zu zahlen sein’ (14. Jh.), ‘weggehen, seinen Dienst verlassen, eine Verpflichtung erfüllen’ (15. Jh.), ‘etw. bis zum Ende durchstehen, ertragen, aushalten’ (16. Jh.), mhd. ūʒstān, -stēn ‘aus-, wegbleiben, ausruhen (vom Pferd)’; Ausstand m. ‘Arbeitsniederlegung, Streik’; seit dem 17. Jh. im Obd. (zunächst im Bair.) in der speziellen Bedeutung ‘Ausscheiden aus einem Dienst, einer Stellung’ (Gegensatz Einstand, s. unten); seit den 80er Jahren des 19. Jhs. auf Arbeitsniederlegungen bezogen; in dieser Bedeutung seit etwa 1890 allgemein verbreitet neben dem aus dem Engl. entlehnten Konkurrenzwort ↗Streik (s. d.). Außenstände Plur. ‘fälliges, noch nicht (zurück)gezahltes Geld’ (19. Jh.); älter Ausstände Plur., Ausstand m., mhd. ūʒstant ‘ausstehendes Geld’. beistehen Vb. ‘unterstützen, helfen’, ahd. bīstantan, -stān, -stēn (9. Jh.), mhd. bīstān ‘dabeistehen, Hilfe leisten’; Beistand m. ‘Hilfe, Unterstützung’, spätmhd. bīstant. bestehen Vb. ‘(auf längere Zeit) existieren, vorhanden sein, erfolgreich zum Ende führen’, ahd. bistantan, -stān, -stēn ‘bleiben, verharren’ (9. Jh.), mhd. bestān, bestēn ‘stehenbleiben, standhalten, umstehen, entgegentreten, feindlich angreifen, etw. unternehmen’; Bestand m. ‘Dauer, Existenz, Vorrat’, frühnhd. bestant (Anfang 15. Jh.), auch ‘Waffenstillstand, Pacht’; vgl. ahd. bistentida f. (10. Jh.); beständig Adj. ‘dauerhaft, immer wiederkehrend, festbleibend’, mhd. bestendec; Bestandteil m. ‘Teil eines Ganzen, einer größeren Einheit’ (18. Jh.). einstehen Vb. ‘für etw. eintreten, bürgen, etw. verantworten’ (18. Jh.), frühnhd. ‘in eine Gemeinschaft eintreten, einen Dienst antreten’, spätmhd. īnstān (substantiviert) ‘das In-sich-selbst-Sein’; Einstand m. ‘Amts-, Dienstantritt, Eintrittsleistung, -geld, Eintrittsschmaus’, spätmhd. īnstant ‘Vorkaufsrecht, Einstellung der Gerichtsverhandlung’. entstehen Vb. ‘sich entwickeln, hervorgehen’, ahd. intstantan, -stān, -stēn ‘verstehen’ (8. Jh.), mhd. entstān, -stēn ‘verstehen, wahrnehmen, merken’, vom Mhd. an auch (gemäß den unterschiedlichen Verwendungen von ↗ent-, s. d.) ‘sich von etw. wegstellen, entgehen, mangeln’ (so bis ins 19. Jh.) und ‘zu sein beginnen, werden’. gestehen Vb. ‘bekennen, nicht leugnen’, ahd. gistantan, -stān, -stēn ‘(be)stehen, fest-, stillstehen, beruhen, aufhören, anfangen, standhalten’ (9. Jh.), mhd. gestān, -stēn, auch ‘sich stellen, treten, beistehen, zugestehen, wozu stehen, bekennen (vor Gericht), kosten’; eingestehen Vb. ‘bekennen’ (18. Jh.); zugestehen Vb. ‘gewähren, einräumen’ (17. Jh.); vgl. mhd. zuogestēn ‘mit jmdm. einmütig sein, zur Seite stehen’; geständig Adj. ‘seine Schuld bekennend’ (16. Jh.), mhd. gestendec ‘beständig, unveränderlich, einwilligend, zustimmend, hilfreich’; Geständnis n. ‘Bekenntnis der Schuld, das Eingestehen’ und ‘das Eingestandene’ (17. Jh.). Umstand m. ‘besondere Lage, Sachverhalt’ (15. Jh.), in (gesegneten, anderen) Umständen sein ‘schwanger sein’ (17. Jh.), ‘Umschweif, Umständlichkeit’ (15. Jh.), (keine) Umstände (‘Umständlichkeiten’) machen (16. Jh.), ‘(keine) Mühe, Förmlichkeit machen’ (18. Jh.); vgl. mhd. umbestant ‘was, wer herumsteht’ (kollektiver Sing.). unterstehen1 Vb. ‘unter einem Schutzdach stehen, sich unterstellen’, spätmhd. understān, -stēn; Unterstand m. ‘Unterkunft, wo man sich unterstellt, Schutz’ (16. Jh.), militärisch ‘abgedeckter Schutzraum’ (19. Jh.), spätmhd. understant ‘Stütze, Hilfe’. unterstehen2 Vb. ‘untergeordnet, unterstellt sein’ (17. Jh.), reflexiv ‘wagen, sich erlauben, erdreisten’ (16. Jh.), ahd. untarstantan, -stān, -stēn ‘haltmachen, zukommen’ (8. Jh.), mhd. understān, -stēn ‘zustande bringen, bewirken, bestehen, bekämpfen’, reflexiv ‘etw. unternehmen, sich einer Sache unterziehen’. ↗verstehen s. d. vorstehen Vb. ‘hervorragen, an der Spitze stehen, leiten’, ahd. forastantan, -stān, -stēn ‘voranstehen, sich auszeichnen, vorhanden sein’ (9. Jh.), mhd. vorestān, -stēn ‘bevorstehen, sorgen für, regieren’; Vorsteher m. ‘Leiter’ (16. Jh.); Vorstand m. ‘Leitungsgremium, Leiter’ (Anfang 19. Jh.), älter ‘Verteidiger, Bürge’ (15. Jh.), ursprünglich auch ‘Zustand des Stehens vor einem anderen oder etw. anderem, Bürgschaft, erste Stelle’ (16. Jh.). Widerstand, widerstehen s. ↗wider. zustehen Vb. ‘von Rechts wegen gebühren, Anspruch auf etw. haben’ (15. Jh.), mhd. zuostān, -stēn ‘verschlossen sein, zu einem treten, ihm beistehen, zukommen, angehören, zuständig sein’; Zustand m. ‘Art und Weise, Verhältnisse, worin sich Personen und Dinge befinden’ (17. Jh.), älter ‘Hinzugehöriges, Dabeistehendes’ (15. Jh.); zuständig Adj. ‘zur Sache gehörig, kompetent’, auch ‘dazugehörig’ (16. Jh.), ‘zeitlich bevorstehend’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Bleiben · Bestand · ↗Fortbestand · ↗Fortdauer · ↗Verbleib · Verbleiben
Synonymgruppe
Bestand · ↗Repertoire · ↗Vorrat
Unterbegriffe
  • Arsenal · Waffen-Repertoire · ↗Waffenarsenal · Waffenvorrat
  • Befehlsrepertoire · ↗Befehlssatz · Befehlsvorrat
  • Zeichenmenge · Zeichenrepertoire · Zeichenvorrat
Synonymgruppe
Auswahl · Bestand · ↗Fundus · ↗Grundstock · ↗Sammlung
Ökonomie
Synonymgruppe
Bestand · ↗Bestandsverzeichnis · ↗Inventar · ↗Lagerbestand  ●  ↗Ist-Bestand  fachspr. · ↗Istbestand  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Baumbestand  ●  Bestand  fachspr. · ↗Waldstück  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Besatz · Bestand

Typische Verbindungen
computergeneriert

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bestand‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vom Veterinär geprüft sein müsse auch der Bestand der Hühner, die vom Zoo verfüttert werden.
Die Welt, 25.10.2005
Trotzdem ist der Bestand in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen.
Der Tagesspiegel, 09.08.2003
Geplant ist, den gegenwärtigen Bestand von 11 F. auf 19 zu erweitern.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - F. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 21939
Sie wurden nachher wieder eingesammelt, und daraus ergab sich ein verhältnismäßig größerer Bestand.
o. A.: Einhunderteinunddreißigster Tag. Donnerstag, 16. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 25320
Er beschloß, einmal im Monat den Bestand der Bücher in ihren Räumen zu kontrollieren.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 67
Zitationshilfe
„Bestand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bestand>, abgerufen am 19.09.2019.

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