Betonung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Betonung · Nominativ Plural: Betonungen
Aussprache 
Worttrennung Be-to-nung
Wortbildung  mit ›Betonung‹ als Erstglied: Betonungsgesetz · Betonungsregel · Betonungsweise · Betonungszeichen
 ·  mit ›Betonung‹ als Letztglied: Endbetonung · Hauptbetonung · Nebenbetonung · Silbenbetonung
eWDG

Bedeutungen

1.
das Betonen
entsprechend der Bedeutung von betonen (1)
Beispiele:
die Betonung und Aussprache der Wörter
er sprach mit Betonung jeder einzelnen Silbe, gab jedem Wort eine besondere, starke Betonung
Tonfall
Beispiele:
etw. mit einer seltsamen Betonung sagen
Sie grüßte … kleinlaut mit ehrfürchtiger Betonung [ G. Hauptm.4,69]
2.
Akzent
Beispiele:
bei dem Wort ›Akademie‹ liegt die Betonung auf der letzten Silbe
viele Wörter haben eine schwebende Betonung
die Betonung ist falsch
3.
nachdrückliche Hervorhebung
Beispiele:
die einseitige Betonung eines Problems
die Betonung der humanistischen Fächer im Gymnasium
die Betonung der sportlichen Linie in der Mode von heute
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ton2 · tönen · getönt · ertönen · betonen · Betonung · vertonen · Tonart · Tonleiter
Ton2 m. ‘Klang, Laut, Betonung, Akzent, Farbe in bestimmter Abstufung’, mhd. dōn, tōn ‘Melodie, Lied, Gesang, auf einem Instrument gespielte Weise, Strophenform, Laut, Stimme, Art und Weise, Schall, Krach’, mnd. dōn(e) ist entlehnt aus lat. tonus ‘Ton, Klang, Akzent, Farbton, Spannung’, spätlat. ‘Melodie’, griech. tónos (τόνος) ‘Spannung, Seil, Saite, Sehne, Spannung der Stimme’; vgl. griech. té͞inein (τείνειν) ‘strecken, dehnen, spannen, ausdehnen, sich erstrecken’ (s. dehnen). Daneben besteht ahd. tuni ‘das Dröhnen’ (11. Jh.), aengl. dyne, dynn, engl. din ‘Getöse, Lärm’, anord. dynr ‘Lärm’; ahd. tuni fällt mit der zuvor genannten Entlehnung zusammen, so daß mhd. dōn, tōn auch die Bedeutung ‘Geräusch, Schall, Krach’ fortsetzt. Mit dem germ. Substantiv ist verwandt das Verb mhd. dünen, dunen ‘dröhnen, donnern’, asächs. dunnian ‘dröhnen’, mnd. dȫnen, aengl. dynian ‘lärmen, tönen’, engl. to din ‘schreien, grölen, betäuben’, anord. dynja ‘dröhnen, hervorstürzen’, außergerm. sind vergleichbar aind. dhúniḥ ‘rauschend, brausend, tosend’, dhvánati ‘tönt’, lit. dundė́ti ‘dröhnen’, so daß von einer lautnachahmenden Wurzel ie. *dhu̯en-, *dhun- ‘dröhnen, tönen’ ausgegangen werden kann. tönen Vb. ‘als Ton oder Schall weithin hörbar sein, Töne, Klänge von sich geben, sich wichtig machen, eine Färbung geben’, mhd. dœnen ‘singen, spielen’; getönt Part.adj. ‘gefärbt, in der Färbung abgestuft’ (19. Jh.). ertönen Vb. ‘erklingen, erschallen, plötzlich zu tönen beginnen’ (Anfang 16. Jh.). betonen Vb. ‘mit Nachdruck aussprechen, nachdrücklich mit Worten unterstreichen, auf etw. Gewicht legen, hervorheben, akzentuieren’ (18. Jh.); Betonung f. (18. Jh.). vertonen Vb. ‘zu einem Text die Musik schreiben’ (Anfang 20. Jh.). Tonart f. auf einem Grundton beruhende und ein bestimmtes Tongeschlecht aufweisende Stufenfolge von Tönen, Tonleiter f. stufenweise vom Grundton ausgehende Folge von Ganz- und Halbtönen innerhalb einer Oktave (beide 1. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Betonung · Intonation · Satzmelodie · Sprachmelodie · Tongebung  ●  Tonhöhenverlauf  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Betonung · Eindringlichkeit · Emphase · Emphasis · Hervorhebung · Nachdruck · Pointierung · Verdeutlichung
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
...akzent · Betonung

Typische Verbindungen zu ›Betonung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Betonung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Betonung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das sei eben fortschrittlich und eine Betonung der persönlichen Note. [Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22746]
Er sagt häufig mit sonderbarer Betonung: ob ich denn schlecht schlafe, ich sähe so komisch aus. [Lichtenstein, Alfred: Der Selbstmord des Zöglings Müller. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 35497]
Und das ist fatal, denn später erwartet die Software dann ebenfalls eine solche Betonung. [C't, 1999, Nr. 3]
Obendrein könnte der Leser den gesperrten Druck als Zeichen der Betonung mißverstehen. [C't, 1996, Nr. 4]
Dafür tut schon die Betonung ihre Wirkung, daß man niemanden vergewaltigen wolle. [o. A.: hiLFE ZUR SELBSTAUFGABE. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1989]]
Zitationshilfe
„Betonung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Betonung>.

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