Betonung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Betonung · Nominativ Plural: Betonungen
Aussprache
WorttrennungBe-to-nung
Wortbildung mit ›Betonung‹ als Erstglied: ↗Betonungsgesetz · ↗Betonungsregel · ↗Betonungszeichen
 ·  mit ›Betonung‹ als Letztglied: ↗Endbetonung · ↗Hauptbetonung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das Betonen
entsprechend der Bedeutung von betonen (1)
Beispiele:
die Betonung und Aussprache der Wörter
er sprach mit Betonung jeder einzelnen Silbe, gab jedem Wort eine besondere, starke Betonung
Tonfall
Beispiele:
etw. mit einer seltsamen Betonung sagen
Sie grüßte ... kleinlaut mit ehrfürchtiger Betonung [G. Hauptm.4,69]
2.
Akzent
Beispiele:
bei dem Wort ›Akademie‹ liegt die Betonung auf der letzten Silbe
viele Wörter haben eine schwebende Betonung
die Betonung ist falsch
3.
nachdrückliche Hervorhebung
Beispiele:
die einseitige Betonung eines Problems
die Betonung der humanistischen Fächer im Gymnasium
die Betonung der sportlichen Linie in der Mode von heute
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ton2 · tönen · getönt · ertönen · betonen · Betonung · vertonen · Tonart · Tonleiter
Ton2 m. ‘Klang, Laut, Betonung, Akzent, Farbe in bestimmter Abstufung’, mhd. dōn, tōn ‘Melodie, Lied, Gesang, auf einem Instrument gespielte Weise, Strophenform, Laut, Stimme, Art und Weise, Schall, Krach’, mnd. dōn(e) ist entlehnt aus lat. tonus ‘Ton, Klang, Akzent, Farbton, Spannung’, spätlat. ‘Melodie’, griech. tónos (τόνος) ‘Spannung, Seil, Saite, Sehne, Spannung der Stimme’; vgl. griech. té͞inein (τείνειν) ‘strecken, dehnen, spannen, ausdehnen, sich erstrecken’ (s. ↗dehnen). Daneben besteht ahd. tuni ‘das Dröhnen’ (11. Jh.), aengl. dyne, dynn, engl. din ‘Getöse, Lärm’, anord. dynr ‘Lärm’; ahd. tuni fällt mit der zuvor genannten Entlehnung zusammen, so daß mhd. dōn, tōn auch die Bedeutung ‘Geräusch, Schall, Krach’ fortsetzt. Mit dem germ. Substantiv ist verwandt das Verb mhd. dünen, dunen ‘dröhnen, donnern’, asächs. dunnian ‘dröhnen’, mnd. dȫnen, aengl. dynian ‘lärmen, tönen’, engl. to din ‘schreien, grölen, betäuben’, anord. dynja ‘dröhnen, hervorstürzen’, außergerm. sind vergleichbar aind. dhúniḥ ‘rauschend, brausend, tosend’, dhvánati ‘tönt’, lit. dundė́ti ‘dröhnen’, so daß von einer lautnachahmenden Wurzel ie. *dhu̯en-, *dhun- ‘dröhnen, tönen’ ausgegangen werden kann. tönen Vb. ‘als Ton oder Schall weithin hörbar sein, Töne, Klänge von sich geben, sich wichtig machen, eine Färbung geben’, mhd. dœnen ‘singen, spielen’; getönt Part.adj. ‘gefärbt, in der Färbung abgestuft’ (19. Jh.). ertönen Vb. ‘erklingen, erschallen, plötzlich zu tönen beginnen’ (Anfang 16. Jh.). betonen Vb. ‘mit Nachdruck aussprechen, nachdrücklich mit Worten unterstreichen, auf etw. Gewicht legen, hervorheben, akzentuieren’ (18. Jh.); Betonung f. (18. Jh.). vertonen Vb. ‘zu einem Text die Musik schreiben’ (Anfang 20. Jh.). Tonart f. auf einem Grundton beruhende und ein bestimmtes Tongeschlecht aufweisende Stufenfolge von Tönen, Tonleiter f. stufenweise vom Grundton ausgehende Folge von Ganz- und Halbtönen innerhalb einer Oktave (beide 1. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Betonung · ↗Intonation · ↗Satzmelodie · ↗Sprachmelodie · ↗Tongebung  ●  Tonhöhenverlauf  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Betonung · ↗Eindringlichkeit · ↗Emphase · Emphasis · ↗Hervorhebung · ↗Nachdruck · ↗Pointierung · ↗Verdeutlichung
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Akzent · ↗Akzentuierung · Betonung · ↗Hervorhebung · ↗Pointierung
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aussprache Eigenart Eigenständigkeit Gemeinsamkeit Hervorhebung Horizontale Individualität Individuelle Leistungsprinzip Militärische Persönliche Rechtsposition Sicherheitsaspekt Silbe Soziale Taktteil Vertikale Wichtigkeit aufliegen aufsagen ausschließlich besonder einseitig emphatisch nachdrücklich stark überdeutlich übermäßig überstark übertrieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Betonung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von Schauspielern rezitiert würde ohne falsche Betonungen nicht nur der Inhalt gewinnen.
Die Welt, 19.06.2004
Leise spricht er mit weicher arabischer Betonung den Namen noch einmal aus.
Süddeutsche Zeitung, 19.03.2003
Das sei eben fortschrittlich und eine Betonung der persönlichen Note.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22746
Er sagt häufig mit sonderbarer Betonung: ob ich denn schlecht schlafe, ich sähe so komisch aus.
Lichtenstein, Alfred: Der Selbstmord des Zöglings Müller. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 35497
Jetzt las sie die Verse halblaut, mit einer sehr hübschen, seelenvollen Betonung.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 36
Zitationshilfe
„Betonung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Betonung>, abgerufen am 15.12.2019.

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