Betracht, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungBe-tracht (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

in Betracht kommenin Frage kommen
Beispiele:
das kommt erst in zweiter Linie in Betracht
das kommt nicht in Betracht
er kommt als Täter, Kandidat nicht in Betracht
etw. in Betracht ziehenetw. berücksichtigen
Beispiele:
alle Schwierigkeiten, Umstände, Ursachen in Betracht ziehen
bei der Beurteilung der Schülerin muss auch der Klassendurchschnitt in Betracht gezogen werden
wenn man alles in Betracht zieht, so ...
außer Betracht bleibenunberücksichtigt bleiben
Beispiel:
diese Frage bleibt hier außer Betracht
veraltet in keinem, jedem Betrachtin keiner, jeder Hinsicht
Beispiele:
dieser Plan eignet sich in keinem Betracht
sie war in jedem Betracht schön zu nennen
war Exzellenz von Knobelsdorff rüstig in körperlichem wie in geistigem Betracht [Th. MannKönigl. Hoheit7,328]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

betrachten · Betracht · Betrachtung · beträchtlich
betrachten Vb. ‘aufmerksam ansehen, beschauen, überlegen’. Die Präfixbildung ahd. bitrahten (8. Jh.), bitrahtōn (9. Jh.), mhd. betrahten bedeutet (wie das Simplex ahd. trahten, trahtōn, mhd. trahten) ‘bedenken, erwägen, überlegen’ (so noch im 18. Jh.; zu Herkunft und Verwandtschaft s. ↗trachten). In frühnhd. Zeit tritt betrachten in Korrelation zu sehen, schauen, und über ‘nachdenklich mit den Augen sehen, schauen’ entwickelt sich die heute übliche Bedeutung ‘ansehen, beschauen’. Betracht m. nur noch in den festen Verbindungen in Betracht kommen ‘in Frage kommen’, in Betracht ziehen ‘berücksichtigen’, außer Betracht bleiben ‘unberücksichtigt bleiben’; aus der obd. Kanzleisprache (1. Hälfte 16. Jh.). Vorauf geht mhd. betrahte, betraht f. ‘Erwägung, Überlegung’. Neben in Betracht auch in Betrachtung und in Anbetracht (16. Jh.). Betrachtung f. ‘das Betrachten, Überlegung, Erwägung’, mhd. betrahtunge ‘innere Anschauung’, in der Mystik ‘Versenkung in die Werke Gottes’; frühnhd. auch ‘das Sinnen, Nachdenken’. beträchtlich Adj. ‘ziemlich groß, erheblich, bedeutend’, frühnhd. beträchtlich, betrachtlich ‘was in Betracht kommt, Beachtung verdient’, spätmhd. betrehteclīche Adv. ‘mit Überlegung’. Häufiger wird das Wort im 18. Jh., wo es unter Einfluß von frz. considérable ‘ansehnlich, beträchtlich’ die Bedeutung ‘groß’ annimmt.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alternative Ausnahmefall Ausnahmesituation BGB Delikt Eventualität Faktor Koalitionspartner Kündigung Mietverhältnis Mittäter Möglichkeit Option Schadenersatzanspruch Sicherungsverwahrung Steuererhöhung Todesfolge Totschlag Täter Täterin Umstand Unfallursache Untreue Zeug Zeuge daherkommen kommen mitziehen zeihen ziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Betracht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Rahmen gilt als so knapp, daß bereits "alle umsetzbaren Einsparungen in Betracht gezogen werden", heißt es in einem internen Papier.
Der Tagesspiegel, 23.11.1998
Weil dieser aber verheiratet sei, komme das nicht in Betracht.
Süddeutsche Zeitung, 13.01.1995
Auch erhitzt sie sich sehr leicht und kommt auch deswegen nicht sonderlich in Betracht.
Die Landfrau, 25.10.1924
Andere gibt es nicht, oder sie kommen nicht in Betracht.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Dritter Teil: Das Mittelalter, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1923], S. 24540
Für ein großes Heer kommt natürlich nur die Leistung einer minderen Qualität in Betracht.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Erster Teil: Das Altertum, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 6356
Zitationshilfe
„Betracht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Betracht>, abgerufen am 17.11.2019.

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