Betriebsverfassung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Betriebsverfassung · Nominativ Plural: Betriebsverfassungen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [bəˈtʀiːpsfɛɐ̯ˌfasʊŋ]
Worttrennung Be-triebs-ver-fas-sung
Wortzerlegung  Betrieb Verfassung1
Wortbildung  mit ›Betriebsverfassung‹ als Erstglied: Betriebsverfassungsgesetz
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Arbeitsrecht die grundlegende (durch Gesetz, Tarifvertrag und Betriebsvereinbarung geschaffene) Ordnung des Zusammenwirkens von Arbeitgeber sowie Arbeitnehmern und ihrer Organe hinsichtlich des Betriebsgeschehens und die Gesamtheit der diese Ordnung regelnden Normen
Kollokationen:
in Koordination: Betriebsverfassung und Mitbestimmung, Tarifautonomie
als Genitivattribut: die Reform, Änderung, Modernisierung, Novellierung der Betriebsverfassung
Beispiele:
Nach meiner Einschätzung hat sich das System der Betriebsverfassung und damit auch der Betriebsrat als Gremium in der Praxis sehr bewährt. Arbeitnehmer‑ und Arbeitgeberinteressen können über die Einschaltung von Betriebsräten einem vernünftigen Ausgleich zugeführt werden. [Frankfurter Rundschau, 28.03.2014]
Die Betriebsverfassung regelt die grundsätzliche Zusammenarbeit von Arbeitgebern und den von den Arbeitnehmern des Betriebs gewählten betrieblichen Interessenvertretungen (Betriebsräte). Ihre Grundlage ist das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). [Betriebsverfassung/Betriebsrat, 2020, aufgerufen am 07.12.2020]
Die schweizerische Rechtsordnung verlangt nicht, dass Betriebe über eine eigentliche Betriebsverfassung verfügen, worin sie die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern grundlegend ordnen. In verschiedenen Gesetzen regelt sie jedoch einzelne Aspekte einer solchen Ordnung. [Neue Zürcher Zeitung, 08.07.2017]
Betriebsräte können bei gewissen personellen Angelegenheiten Widerspruch einlegen (beispielsweise bei Einstellungen und Versetzungen) und sie haben in bestimmten Dingen echte Mitbestimmungsrechte. Diese sind in § 87 des Betriebsverfassungsgesetzes geregelt und gelten als Kernstück der Betriebsverfassung. [Süddeutsche Zeitung, 06.12.2007]
Die gesetzlich vorgeschriebenen Betriebsratsstrukturen passen häufig nicht zur Unternehmensstruktur. Betriebe und Belegschaften profitieren aber von passgenauen Betriebsverfassungen, die flexibel agieren können. Deshalb ist es sinnvoll, Abweichungen von den gesetzlich festgelegten Strukturen zuzulassen. [Frankfurter Rundschau, 02.11.2004]
Teile der Betriebsverfassung können künftig durch Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen geregelt werden. [Rhein-Zeitung, 28.12.2000]
Die nächste Mitbestimmungsinitiative des DGB (= Deutscher Gewerkschaftsbund) müßte sich weniger darauf richten, zum neuen Sturm auf die Aufsichtsräte zu blasen, sondern sich darauf konzentrieren, zu einem Ausbau der Betriebsverfassung nach oben und unten zu kommen. SPIEGEL: Das sagt uns nicht viel. S[…]: Ausbau der Betriebsverfassung nach unten hieße Mitbestimmung am Arbeitsplatz ermöglichen. [Der Spiegel, 09.10.1989]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Betriebsverfassung‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Betriebsverfassung‹.

Zitationshilfe
„Betriebsverfassung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Betriebsverfassung>, abgerufen am 24.01.2022.

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