Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Betrug, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Betrug(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Be-trug (computergeneriert)
Grundformbetrügen
Wortbildung  mit ›Betrug‹ als Erstglied: Betrugsaffäre · Betrugsdelikt · Betrugsdezernat · Betrugsfall · Betrugsmanöver · Betrugsmasche · Betrugssoftware · Betrugsverdacht · Betrugsverfahren · Betrugsversuch · Betrugsvorwurf
 ·  mit ›Betrug‹ als Letztglied: Abrechnungsbetrug · Bankbetrug · Bilanzbetrug · Computerbetrug · Dopingbetrug · Ehebetrug · Klickbetrug · Prozessbetrug · Sozialbetrug · Sozialleistungsbetrug · Steuerbetrug · Subventionsbetrug · Wahlbetrug · Wertpapierbetrug
Mehrwortausdrücke  frommer Betrug
eWDG

Bedeutung

bewusste, arglistige Täuschung, Hintergehung einer Person
Beispiele:
das ist glatter Betrug!
alles ist Lug und Betrug!
ein frecher, schnöder Betrug
ein ehelicher Betrug (= Bruch des Treueversprechens)
ein frommer Betrug (= Täuschung mit guter Absicht)
einen Betrug von vornherein durchschauen
sich auf keinen Betrug einlassen
etw. hat sich hinterher als Betrug erwiesen
jmdn. wegen Betruges verklagen
ein raffiniert ausgeführter Betrug
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trügen · Trug · Trugbild · Trugschluß · trügerisch · betrügen · Betrüger · Betrug
trügen Vb. ‘betrügen, täuschen, irreführen’. Das nur im Dt. und Nl. belegte stark flektierende Verb ahd. triogan (8. Jh.), mhd. triegen ‘(be)trügen, täuschen’, reflexiv ‘sich täuschen, sich irren’, asächs. driogan ‘betrügen’, mnd. drēgen, mnl. drieghen (germ. *dreugan) ist verwandt mit ahd. gitrog ‘Trugbild, Gespenst’ (9. Jh.), asächs. gidrog ‘Trugbild’, anord. draugr ‘Gespenst, Wiedergänger’, mit der unter Traum (s. d.) behandelten Wortgruppe sowie mit aind. drúhyati ‘beschädigt, sucht zu schaden’, drṓghaḥ ‘schmähend, boshaft, trügerisch’, awest. draog- ‘lügen, trügen’, mir. aur-ddrach ‘Gespenst’. Alle Formen führen auf ie. *dhreugh- ‘trügen, listig schädigen’, vielleicht eine Erweiterung der Wurzel ie. *dhu̯er(ə)- ‘durch Täuschung, Hinterlist zu Fall bringen, schädigen’. Im Nhd. gilt zunächst triegen mit den Präsensformen du treugst, er treugt. In der 2. Hälfte des 17. Jhs. wird entweder zu -ie- oder (nach dem Vorbild von lügen) zu -ü- vereinheitlicht. Endgültig setzt sich trügen, trügst, trügt im 19. Jh. durch. – Trug m. ‘Betrug, Täuschung, falscher Schein’, mhd. truc, für mhd. trüge ‘Trug, Betrug’ eintretend. Trug ist vor allem lebendig in der Fügung Lug und Trug (16. Jh.). Trugbild n. ‘Täuschung’, ahd. trugibilidi ‘Teufelsbild, Gespenst’ (um 900), mhd. trüge-, trugebilde ‘täuschendes Bild’; geläufig seit dem 18. Jh. und wohl von Herder neu gebildet als Verdeutschung von Phantom im Sinne von ‘Sinnestäuschung, von der Phantasie geschaffene Vorstellung, Selbsttäuschung, Irrtum’. Trugschluß m. Terminus der Logik ‘unrichtiger, von einer falschen Prämisse ausgehender Schluß’ (1743 bei Gottsched für frz. un grand sophisme), allgemein ‘auf einem Denkfehler beruhende Schlußfolgerung, Irrtum’ (Ende 18. Jh.); zuvor Betrugsschluß (1. Hälfte 17. Jh.). trügerisch Adj. ‘betrügerisch, hinterlistig, heuchlerisch’ (16. Jh.), ‘täuschend, irreführend’ (18. Jh.), zu ahd. triogāri ‘Heuchler’ (um 800), mhd. trigære, trieger. betrügen Vb. ‘(be)schwindeln, sich einen Vorteil durch Täuschung ergaunern’, (reflexiv) ‘sich nicht die Wahrheit eingestehen’, ahd. bitriogan ‘betrügen, täuschen’ (8. Jh.), mhd. betriegen ‘verlocken, betrügen, betören, verblenden’; Betrüger m. (15. Jh.); Betrug m. ‘Schwindel, Täuschung, Lüge’ (15. Jh.); vgl. ahd. bitrog (11. Jh.), mhd. betroc.

Thesaurus

Synonymgruppe
Betrug · Betrügerei · Gaunerei · Irreführung · Manipulation · Schwindel  ●  Rosstäuscherei  veraltend · Täuschung  Hauptform · Bauernfängerei  ugs. · Beschiss  derb · Beschmu  ugs. · Beschub  ugs. · Beschupp  ugs. · Delusion  geh., veraltet · Mogelpackung  ugs., fig. · Schmu  ugs. · Schummelei  ugs. · Trickserei  ugs. · fauler Zauber  ugs. · krumme Tour(en)  ugs., salopp
Assoziationen
Synonymgruppe
Betrug · Betrügerei · Etikettenschwindel · Hochstapelei  ●  Inszenierung  fig. · Beschiss  derb · Mauschelei  ugs. · Trickserei  ugs. · abgekartete Sache  ugs. · abgekartetes Spiel  ugs.
Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Betrug‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Betrug‹.

Verwendungsbeispiele für ›Betrug‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ist schlimmer als eine Lüge, er ist ein Betrug, ein Betrug am Leben, an der Entwicklung, an allem. [Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 118]
Nun kann ich wenigstens mich selbst bezichtigen, ehe sie über mich herfallen wegen Betrugs. [Schaeffer, Albrecht: Helianth II, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 940]
Vom Betrug "ist für mich nichts erkennbar gewesen", sagt er. [Die Zeit, 02.03.2000, Nr. 10]
Das ist Betrug, da wird Druck ausgeübt, das ist nicht akzeptabel. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1999]]
Der bizarre Fall zeigt, wie schwierig es ist, sich in der Forschung vor Betrug zu schützen. [Die Zeit, 10.06.1998, Nr. 25]
Zitationshilfe
„Betrug“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Betrug>.

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