Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bett, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bett(e)s · Nominativ Plural: Betten
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Bett‹ als Erstglied: Bett-Truhe · Bett-Tuch · Bettbank · Bettbehang · Bettbezug · Bettbrett · Bettbrücke · Bettchen · Bettcouch · Bettdecke · Bettenbau · Bettenbunker · Bettenburg · Bettenhaus · Bettenkapazität · Bettenlager · Bettenmangel · Bettenplanung · Bettenzahl · Bettfeder2 · Bettfeder1 · Bettflasche · Bettflucht · Bettfuß · Bettgeflüster · Bettgeher · Bettgenosse · Bettgenossin · Bettgeschichte · Bettgestell · Bettgewand · Betthase · Betthaupt · Betthimmel · Betthitze · Betthupferl · Betthäubchen · Bettjacke · Bettjäckchen · Bettkante · Bettkarte · Bettkasten · Bettlade · Bettlager · Bettlaken · Bettlektüre · Bettlinnen · Bettnachbar · Bettpfanne · Bettpfosten · Bettplatz · Bettrand · Bettreihe · Bettritze · Bettrost · Bettruhe · Bettsack · Bettschatz · Bettschere · Bettschirm · Bettschoner · Bettschrank · Bettschwere · Bettschüssel · Bettstatt · Bettstelle · Bettstroh · Bettstück · Bettszene · Betttruhe · Betttuch · Bettumrandung · Bettvorhang · Bettvorlage · Bettvorleger · Bettwanze · Bettwurst · Bettwärme · Bettwärmer · Bettwäsche · Bettzeug · Bettzipfel · Bettüberzug · bettreif
 ·  mit ›Bett‹ als Letztglied: Akutbett · Ausstattungsbett · Bachbett · Bauernbett · Behelfsbett · Belegbett · Boxspringbett · Brautbett · Campingbett · Daunenbett · Deckbett · Doppelbett · Doppelstockbett · Drehbankbett · Ehebett · Einzelbett · Eisenbett · Etagenbett · Faulbett · Federbett · Feldbett · Flachbett · Flussbett · Fremdenbett · Fußbett · Fährbett · Gardinenbett · Gastbett · Gewässerbett · Gießbett · Gipsbett · Gitterbett · Gleisbett · Gurtbett · Gästebett · Heiabett · Himmelbett · Holzbett · Hotelbett · Hünenbett · Intensivbett · Kanalbett · Kiesbett · Kindbett · Kinderbett · Klappbett · Krankenbett · Krankenhausbett · Kreißbett · Lotterbett · Messingbett · Metallbett · Moorbett · Musikbett · Nagelbett · Notbett · Oberbett · Paidibett · Paradebett · Pflegebett · Prokrustesbett · Prunkbett · Puppenbett · Rollbett · Ruhebett · Saatbett · Schienenbett · Schotterbett · Schrankbett · Siechbett · Siechenbett · Sterbebett · Stockbett · Streckbett · Strombett · Sturzbett · Todbett · Totenbett · Trockenbett · Unterbett · Wandbett · Wasserbett · Wochenbett · Wundbett · Wärmebett · Zahnbett · Überbett
 ·  mit ›Bett‹ als Binnenglied: Einbettkabine · Flachbettscanner · Zweibettzimmer
 ·  formal verwandt mit: einbettig
eWDG

Bedeutungen

1.
Liegestatt
a)
zusammensetzbares Gestell mit Auflegematratzen und Federbetten, das zum Schlafen dient
Beispiele:
ein eisernes, hölzernes Bett
er schläft in einem schmalen, breiten Bett
für den Gast das Bett aufschlagen, herrichten
gehobenfür den Gast das Bett bereiten
das Bett machen (= die Kissen peinlich genau einlegen)
saloppdas Bett bauen (= die Kissen peinlich genau einlegen)
umgangssprachlich, scherzhaftmit den Hühnern zu Bett gehen (= sehr früh zu B. gehen)
sich zu Bett begeben
sich ins Bett legen
ins Bett schlüpfen, steigen
umgangssprachlichins Bett kriechen, klettern
müde, erschöpft ins Bett fallen
sich auf das Bett werfen
saloppsich ins Bett hauen
die Kinder nach dem Abendbrot ins Bett bringen, schicken
Kinder müssen, gehören um diese Zeit ins Bett
marsch, ins Bett!
umgangssprachlichden Fiebernden ins Bett stecken
(krank) im, zu Bett liegen
der Kranke muss mindestens zwei Wochen das Bett hüten
der Unfall fesselte ihn einige Zeit ans Bett
sich schlaflos im Bett herumwerfen, herumwälzen
sie setzte sich ans Bett des Kranken, saß an seinem Bett
gehobender Tod stand am Bett des Kranken (= der Kranke schwebte in Todesgefahr)
der Genesende konnte sich schon im Bett aufrichten, konnte schon im Bett sitzen
er lässt sich das Frühstück ans Bett bringen
aus dem Bett springen, klettern, fallen
sich aus dem Bett wälzen
umgangssprachlichjmdn. nachts aus dem Bett holen, trommeln, klingeln
der Hund ist vor Angst unters Bett gekrochen, hat sich unter dem Bett versteckt
bildlich
Beispiel:
sich in das gemachte Bett legen (= sich in das gemachte Nest setzen)
b)
Lager der Ehe und Liebe
Beispiele:
das Bett mit jmdm. teilen
salopp, abwertendmit jmdm. ins Bett gehen, steigen
Tisch und Bett (= eheliche Gemeinschaft)
Beispiele:
eine Scheidung von Tisch und Bett
von Tisch und Bett getrennt (leben)
veraltet Ehe
Beispiel:
Sie saß […] zwischen ihrem Bräutigam und den drei blühenden Knaben seines ersten Bettes [ C. F. MeyerHochzeit d. Mönchs3,208]
2.
ein mit Federn gefülltes Kissen, das als Unterlage oder zum Zudecken dient, Federbett
Beispiele:
ein dickes, dünnes, hartes, weiches Bett
Betten stopfen, (frisch) überziehen, beziehen
das Bett aufschütteln, schütteln, klopfen, sonnen, lüften, absaugen
das Bett aufdecken
umgangssprachlichsich [Dativ] das Bett über die Ohren ziehen
3.
übertragen Dinge, die einem Bett äußerlich ähnlich sind
a)
Vertiefung des Erdbodens für den Lauf eines Gewässers
Beispiele:
das schlammige, felsige Bett eines Flusses
der Fluss hat sich ein neues Bett gewühlt, ist in sein altes Bett zurückgetreten
einen Fluss in ein anderes Bett leiten
[der Bach] strömte mit vielen Schaumwirbeln in seinem Bett [ FalladaKleiner Mann286]
Um die Strömung abzuleiten, gruben sie ein frisches Bette [ PlatenGrab im Busento]
bildlich
Beispiel:
in breitem Bette fließt die Zeit dahin [ Hofmannsth.Prosa1,393]
b)
Jägersprache Stelle, an der sich ein Reh, Hirsch niedergelegt hat
c)
Technik Gestell, auf dem der Aufbau einer Maschine ruht
Beispiel:
das Bett einer Drehbank
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bett · betten · Bettung · bettlägerig · Bettstelle · Bettgestell
Bett n. ‘Liegestatt zum Schlafen, Federbett, Bettdecke’. Dem gemeingerm. Wort für ‘Liegestatt’ ahd. betti ‘Lager, Bett, Federbett, Beet’ (8. Jh.), mhd. bette, asächs. bed, mnd. mnl. bedde, nl. bed, aengl. bedd, engl. bed, anord. beðr m., got. badi. Herkunft ungewiß. Vielleicht liegt die Verbalwurzel ie. *bhedh- ‘stechen, besonders in die Erde stechen, graben’ zugrunde, zu der lat. fodere ‘graben’ und fossa ‘Graben’, lit. bèsti (bedù) ‘stechen, bohren, graben’, aslaw. bosti ‘stechen’, russ. bodát’ (бодать) ‘mit den Hörnern stoßen’, kymr. bedd ‘Grab’, gall. bedo- ‘Kanal, Graben’ gehören. Danach wäre germ. *badja- ursprünglich eine ‘in den Boden eingegrabene Lagerstätte, Schlafgrube’, zunächst wohl für Tiere. Die Vorstellung, wonach der Mensch seine Schlafstelle nach dem Lager eines Tieres benennt, wird von de Vries Nl. 34 bezweifelt, der Bett als ‘warme Stelle, wo man vor Kälte geschützt ist’ erklärt und etymologisch zu Bad (s. d.) stellt. Den Germanen ist das Bett in seiner heutigen Gestalt unbekannt; sie schlafen auf Tierfellen, später auf Matten, bis schließlich feste Schlafbänke an den Wänden der Wohnräume aufgestellt werden, vgl. ahd. bettibret (9./10 Jh.), mhd. bettebret, asächs. beddibred ‘Bettstelle’. Das bewegliche Bett auf hölzernem Gestell, eine Erfindung der Mittelmeervölker aus klassischer Zeit, wird erst später üblich. – betten Vb. ‘zur Ruhe niederlegen’, reflexiv ‘sich ein Lager bereiten’, ahd. bettōn ‘betten, ein Bett zurichten’ (Hs. 12. Jh.), mhd. betten, mnd. mnl. bedden, aengl. beddian. Dazu Bettung f. zuerst Mitte des 15. Jhs. im Sinne von ‘Bett’; in dieser Bedeutung bis ins 19. Jh., zuweilen sogar noch im 20. Jh. Anfang des 17. Jhs. wird Bettung ‘feste Unterlage’ ein bis heute gültiger Fachausdruck im Bauwesen, zuerst im militärischen Bereich (Bettung der Kanonen), später im Bereich der Wasserwirtschaft (Bettung einer Schleuse); die heute häufige Bedeutung ‘Unterlage für die Gleise einer Eisenbahnstrecke’ ist seit den 40er Jahren des 19. Jhs. nachweisbar. bettlägerig Adj. ‘erkrankt zu Bett liegend’ (Mitte 16. Jh.; obd. bettligring schon Mitte 15. Jh.). Bettstelle f. ‘hölzerner oder eiserner Rahmen eines Bettes’ ist wie gleichbed. Bettgestell n. seit Anfang des 18. Jhs. belegt, voraus geht westmd. bettsteill (Mitte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bett · Bettstatt · Bettstelle · Lager · Nachtlager · Ruhelager · Schlafplatz · Schlafstatt · Schlafstelle  ●  Nest  schweiz. · Falle  ugs. · Furzkiste  derb · Heia  ugs., Kindersprache · Heiabett  ugs., Kindersprache · Koje  ugs., seemännisch · Lagerstatt  geh. · Miefkoje  derb · Pofe  ugs., rheinisch
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bett · Bettung

Typische Verbindungen zu ›Bett‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bett‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bett‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn ich dann nachts nach Hause kam, ging ich immer sofort ins Bett. [Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 12]
Die übereck aufgestellten Betten bieten als Sofas Platz für sechs Personen. [o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 43]
Wie haben Sie denn heute Nacht in Ihrem zierlichen Bette geschlafen? [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 290]
Keinesfalls darf er mit der Mutter dauernd in einem Bett liegen. [Waegner, Martin u. Thomasius, Erich: Zeugung, Entwicklung und Geburt des Menschen. In: Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg o.J. 1933 [1933], S. 408]
Und wie oft gehst du ins Bett und deine Frau ist noch auf! [Runge, Erika (Hg.), Bottroper Protokolle, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1968, S. 147]
Zitationshilfe
„Bett“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bett>.

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