Bett, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bettes · Nominativ Plural: Betten
Aussprache
Wortbildung mit ›Bett‹ als Erstglied: ↗Bett-Tuch · ↗Bettbank · ↗Bettbezug · ↗Bettbrett · ↗Bettchen · ↗Bettcouch · ↗Bettdecke · ↗Bettenbau · ↗Bettenlager · ↗Bettenplanung · ↗Bettfeder2 · ↗Bettfeder1 · ↗Bettflasche · ↗Bettflucht · ↗Bettfuß · ↗Bettgenosse · ↗Bettgestell · ↗Betthase · ↗Betthimmel · ↗Betthitze · ↗Betthupferl · ↗Betthäubchen · ↗Bettjacke · ↗Bettjäckchen · ↗Bettkante · ↗Bettkarte · ↗Bettkasten · ↗Bettlade · ↗Bettlager · ↗Bettlaken · ↗Bettlinnen · ↗Bettnachbar · ↗Bettpfanne · ↗Bettpfosten · ↗Bettplatz · ↗Bettrand · ↗Bettruhe · ↗Bettsack · ↗Bettschatz · ↗Bettschirm · ↗Bettschwere · ↗Bettschüssel · ↗Bettstatt · ↗Bettstelle · ↗Bettstroh · ↗Bettstück · ↗Bettszene · ↗Betttuch · ↗Bettumrandung · ↗Bettvorhang · ↗Bettvorlage · ↗Bettvorleger · ↗Bettwanze · ↗Bettwärme · ↗Bettwärmer · ↗Bettwäsche · ↗Bettzeug · ↗Bettzipfel · ↗bettreif
 ·  mit ›Bett‹ als Letztglied: ↗Ausstattungsbett · ↗Bachbett · ↗Bauernbett · ↗Behelfsbett · ↗Brautbett · ↗Campingbett · ↗Daunenbett · ↗Deckbett · ↗Doppelbett · ↗Doppelstockbett · ↗Drehbankbett · ↗Ehebett · ↗Einzelbett · ↗Etagenbett · ↗Faulbett · ↗Federbett · ↗Feldbett · ↗Flussbett · ↗Fremdenbett · ↗Fährbett · ↗Gardinenbett · ↗Gipsbett · ↗Gitterbett · ↗Gleisbett · ↗Himmelbett · ↗Kiesbett · ↗Kindbett · ↗Kinderbett · ↗Klappbett · ↗Krankenbett · ↗Lotterbett · ↗Metallbett · ↗Moorbett · ↗Nagelbett · ↗Oberbett · ↗Paradebett · ↗Prokrustesbett · ↗Prunkbett · ↗Ruhebett · ↗Schienenbett · ↗Schrankbett · ↗Sterbebett · ↗Streckbett · ↗Strombett · ↗Trockenbett · ↗Unterbett · ↗Wandbett · ↗Wochenbett
 ·  mit ›Bett‹ als Binnenglied: ↗Flachbettscanner · ↗Zweibettzimmer  ·  formal verwandt mit: ↗einbettig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Liegestatt
a)
zusammensetzbares Gestell mit Auflegematratzen und Federbetten, das zum Schlafen dient
Beispiele:
ein eisernes, hölzernes Bett
er schläft in einem schmalen, breiten Bett
für den Gast das Bett aufschlagen, herrichten
gehoben für den Gast das Bett bereiten
das Bett machen (= die Kissen peinlich genau einlegen)
salopp das Bett bauen (= die Kissen peinlich genau einlegen)
umgangssprachlich, scherzhaft mit den Hühnern zu Bett gehen (= sehr früh zu B. gehen)
sich zu Bett begeben
sich ins Bett legen
ins Bett schlüpfen, steigen
umgangssprachlich ins Bett kriechen, klettern
müde, erschöpft ins Bett fallen
sich auf das Bett werfen
salopp sich ins Bett hauen
die Kinder nach dem Abendbrot ins Bett bringen, schicken
Kinder müssen, gehören um diese Zeit ins Bett
marsch, ins Bett!
umgangssprachlich den Fiebernden ins Bett stecken
(krank) im, zu Bett liegen
der Kranke muss mindestens zwei Wochen das Bett hüten
der Unfall fesselte ihn einige Zeit ans Bett
sich schlaflos im Bett herumwerfen, herumwälzen
sie setzte sich ans Bett des Kranken, saß an seinem Bett
gehoben der Tod stand am Bett des Kranken (= der Kranke schwebte in Todesgefahr)
der Genesende konnte sich schon im Bett aufrichten, konnte schon im Bett sitzen
er lässt sich das Frühstück ans Bett bringen
aus dem Bett springen, klettern, fallen
sich aus dem Bett wälzen
umgangssprachlich jmdn. nachts aus dem Bett holen, trommeln, klingeln
der Hund ist vor Angst unters Bett gekrochen, hat sich unter dem Bett versteckt
bildlich
Beispiel:
sich in das gemachte Bett legen (= sich in das gemachte Nest setzen)
b)
Lager der Ehe und Liebe
Beispiele:
das Bett mit jmdm. teilen
salopp, abwertend mit jmdm. ins Bett gehen, steigen
Tisch und Bett (= eheliche Gemeinschaft)
Beispiele:
eine Scheidung von Tisch und Bett
von Tisch und Bett getrennt (leben)
veraltet Ehe
Beispiel:
Sie saß […] zwischen ihrem Bräutigam und den drei blühenden Knaben seines ersten Bettes [C. F. MeyerHochzeit d. Mönchs3,208]
2.
ein mit Federn gefülltes Kissen, das als Unterlage oder zum Zudecken dient, Federbett
Beispiele:
ein dickes, dünnes, hartes, weiches Bett
Betten stopfen, (frisch) überziehen, beziehen
das Bett aufschütteln, schütteln, klopfen, sonnen, lüften, absaugen
das Bett aufdecken
umgangssprachlich sich [Dativ] das Bett über die Ohren ziehen
3.
übertragen Dinge, die einem Bett äußerlich ähnlich sind
a)
Vertiefung des Erdbodens für den Lauf eines Gewässers
Beispiele:
das schlammige, felsige Bett eines Flusses
der Fluss hat sich ein neues Bett gewühlt, ist in sein altes Bett zurückgetreten
einen Fluss in ein anderes Bett leiten
[der Bach] strömte mit vielen Schaumwirbeln in seinem Bett [FalladaKleiner Mann286]
Um die Strömung abzuleiten, gruben sie ein frisches Bette [PlatenGrab im Busento]
bildlich
Beispiel:
in breitem Bette fließt die Zeit dahin [Hofmannsth.Prosa1,393]
b)
Jägersprache Stelle, an der sich ein Reh, Hirsch niedergelegt hat
c)
Technik Gestell, auf dem der Aufbau einer Maschine ruht
Beispiel:
das Bett einer Drehbank
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bett · betten · Bettung · bettlägerig · Bettstelle · Bettgestell
Bett n. ‘Liegestatt zum Schlafen, Federbett, Bettdecke’. Dem gemeingerm. Wort für ‘Liegestatt’ ahd. betti ‘Lager, Bett, Federbett, Beet’ (8. Jh.), mhd. bette, asächs. bed, mnd. mnl. bedde, nl. bed, aengl. bedd, engl. bed, anord. beðr m., got. badi. Herkunft ungewiß. Vielleicht liegt die Verbalwurzel ie. *bhedh- ‘stechen, besonders in die Erde stechen, graben’ zugrunde, zu der lat. fodere ‘graben’ und fossa ‘Graben’, lit. bèsti (bedù) ‘stechen, bohren, graben’, aslaw. bosti ‘stechen’, russ. bodát’ (бодать) ‘mit den Hörnern stoßen’, kymr. bedd ‘Grab’, gall. bedo- ‘Kanal, Graben’ gehören. Danach wäre germ. *badja- ursprünglich eine ‘in den Boden eingegrabene Lagerstätte, Schlafgrube’, zunächst wohl für Tiere. Die Vorstellung, wonach der Mensch seine Schlafstelle nach dem Lager eines Tieres benennt, wird von de Vries Nl. 34 bezweifelt, der Bett als ‘warme Stelle, wo man vor Kälte geschützt ist’ erklärt und etymologisch zu ↗Bad (s. d.) stellt. Den Germanen ist das Bett in seiner heutigen Gestalt unbekannt; sie schlafen auf Tierfellen, später auf Matten, bis schließlich feste Schlafbänke an den Wänden der Wohnräume aufgestellt werden, vgl. ahd. bettibret (9./10 Jh.), mhd. bettebret, asächs. beddibred ‘Bettstelle’. Das bewegliche Bett auf hölzernem Gestell, eine Erfindung der Mittelmeervölker aus klassischer Zeit, wird erst später üblich. betten Vb. ‘zur Ruhe niederlegen’, reflexiv ‘sich ein Lager bereiten’, ahd. bettōn ‘betten, ein Bett zurichten’ (Hs. 12. Jh.), mhd. betten, mnd. mnl. bedden, aengl. beddian. Dazu Bettung f. zuerst Mitte des 15. Jhs. im Sinne von ‘Bett’; in dieser Bedeutung bis ins 19. Jh., zuweilen sogar noch im 20. Jh. Anfang des 17. Jhs. wird Bettung ‘feste Unterlage’ ein bis heute gültiger Fachausdruck im Bauwesen, zuerst im militärischen Bereich (Bettung der Kanonen), später im Bereich der Wasserwirtschaft (Bettung einer Schleuse); die heute häufige Bedeutung ‘Unterlage für die Gleise einer Eisenbahnstrecke’ ist seit den 40er Jahren des 19. Jhs. nachweisbar. bettlägerig Adj. ‘erkrankt zu Bett liegend’ (Mitte 16. Jh.; obd. bettligring schon Mitte 15. Jh.). Bettstelle f. ‘hölzerner oder eiserner Rahmen eines Bettes’ ist wie gleichbed. Bettgestell n. seit Anfang des 18. Jhs. belegt, voraus geht westmd. bettsteill (Mitte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bett · ↗Bettstatt · ↗Bettstelle · ↗Lager · ↗Nachtlager · ↗Ruhelager · ↗Schlafplatz · ↗Schlafstatt · ↗Schlafstelle  ●  ↗Nest  schweiz. · ↗Falle  ugs. · Furzkiste  derb · ↗Heia  ugs., Kindersprache · ↗Heiabett  ugs., Kindersprache · ↗Koje  ugs. · ↗Lagerstatt  geh. · Miefkoje  ugs. · Pofe  ugs., rheinisch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • ruhen · ↗schlummern  ●  ↗schlafen  Hauptform · (sich) in Morpheus' Armen wiegen  geh. · Bubu machen  ugs., Kindersprache · an der Matratze horchen  ugs. · ↗dösen  ugs. · in Morpheus' Armen liegen  geh. · in Morpheus' Armen ruhen  geh. · ↗knacken  ugs. · ↗koksen  ugs. · ↗pennen  ugs., salopp · ↗pofen  ugs., salopp · ↗ratzen  ugs. · ↗schnarchen  ugs.
  • liegen
Synonymgruppe
Bett · ↗Bettung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bett Fieber Frühstück Fußende Grippe Hotel Kornfeld Krankenhaus Matratze Schrank Stuhl Tisch Zimmer fesseln gemacht hüten klingeln kriechen leer legen liegen schlafen springen ungemacht verbringen wachen warm weich wälzen zerwühlt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bett‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf dem nächsten Bild sah man Tina nackt im Bett.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 252
Abends saß die Mutter noch am Bett ihres kranken Kindes.
Der Spiegel, 06.10.1980
Du wirst ihn wohl gesehen haben, oder lagst Du wohl im Bett?
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 03.05.1937, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich brachte sie in das Bett - es war eine furchtbare Nacht!
Friedländer, Hugo: Ein Liebesdrama im Berliner Tiergarten. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1921], S. 8088
Er habe sich sofort ins Bett legen müssen und Erbrechen gehabt, mußte sich Tee bestellen, den er auch nicht bei sich behalten konnte.
Friedländer, Hugo: Der König der Spieler Rudolf Stallmann und Genossen auf der Anklagebank. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3785
Zitationshilfe
„Bett“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bett>, abgerufen am 16.07.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Betstunde
Betstuhl
Betschwester
Betschemel
Betsaal
Bett-Tuch
Bettbank
Bettbehang
Bettbezug
Bettbrett