Bettlaken, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bettlakens · Nominativ Plural: Bettlaken
Aussprache  [ˈbɛtlaːkn̩]
Worttrennung Bett-la-ken
Wortzerlegung  Bett Laken
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
meist D großes, meist weißes Tuch, mit dem man die Matratze in einem Bett bedeckt oder bezieht
Synonym zu Betttuch, Laken, Leintuch
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein weißes, frisches, sauberes Bettlaken; ein blutiges, schmutziges, verschmiertes, zerrissenes Bettlaken
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. in ein Bettlaken einwickeln, wickeln
Beispiele:
Um Druckstellen [am Körper] zu vermeiden, drehe ich die Patienten, oft muss ich das Bettlaken wechseln, [und] eine neue Unterlage einziehen. [Der Tagesspiegel, 25.04.2020]
Jedes der Gästezimmer ist mit Bettlaken aus Biobaumwolle sowie Badezimmerartikeln und anderen Produkten aus lokaler Herstellung ausgestattet. [Original Text Service, 07.10.2019]
Manche ordnen die noch feuchte, gewaschene Wäsche – Bettbezüge, Kopfkissenbezüge, Bettlaken und Tischdecken – bevor sie in die Mangel kommt. [Schweriner Volkszeitung, 14.06.2018]
Unzählige Bettbezüge, Bettlaken und Handtücher müssen [in der Wäscherei] regelmäßig professionell gewaschen, gemangelt und gelegt werden. [Südkurier, 08.12.2010]
Auf dem Schulhof sind frisch gewaschene Bettlaken zum Trocknen aufgehängt. [Die Zeit, 18.06.1998]
2.
Phrasem:
umgangssprachlich, D weiß wie ein Bettlaken (= (meist vor Schreck, Angst oder wegen einer Krankheit) sehr blass im Gesicht)
Beispiele:
Die Nase des Flugzeuges hebt sich. Das Rumpeln weicht einem Druck in die Sitzfläche. Uwes Atem stockt. Sein Gesicht ist weiß wie ein Bettlaken. [Berliner Zeitung, 14.08.1998]
Der Junge war weiß wie ein Bettlaken, hatte eine vergrößerte und druckschmerzhafte Milz und blauschwarze Flecken überall, ferner weiche geschwollene Lymphknoten am Hals. [Der Spiegel, 11.07.1966]
Obradors Gesicht hinter dem Polykarbonatvisier war weiß wie ein Bettlaken und Schweiß stand ihr auf der Stirn. Sie lachte nervös und klammerte sich an das Schiff, als fürchtete sie herunterzufallen. Ihre Nervosität war nicht überraschend – in der Simulation hatte Obrador zwar schon zahlreiche Außenbordeinsätze gemacht, hatte das Schiff aber noch nie verlassen, seit sie von der Erde gestartet waren. [Science Fiction Gewinnspiel, 09.01.2020, aufgerufen am 01.09.2020]
Einmal bin ich zu einer Versammlung zum Circolo Alberone […] gefahren, […], ich wartete mit meinem Roller an einer Ampel, als neben mir ein [Rover] Mini hielt, und der Beifahrer presste mir die Pistole ans Bein. Als die Ampel grün schaltete, habe ich Vollgas gegeben. Zum Glück verfolgten sie mich nicht, aber ich kam weiß wie ein Bettlaken zur Versammlung. [Die Zeit, 15.04.2010]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laken · Leilach(en) · Bettlaken
Laken n. ‘Bettuch’. Asächs. lakan ‘Laken, Decke, Tuch, Vorhang, Obergewand’, mnd. mnl. lāken, nl. laken, aengl. lacen (‘Mantel’) haben neben sich die verschobene Form ahd. lahhan (9. Jh.), mhd. frühnhd. lachen ‘Tuch, Gewand, Mantel, Vorhang’, die nur in obd. Mundart fortlebt sowie in Leilach(en) n. ‘Bettuch, Leintuch’, ahd. līhlahhan, meist līlahhan (10. Jh.), aus ahd. līh ‘Körper, Leib, Leichnam’ (s. Leiche) und lahhan, mhd. līchlachen, līlach(en). Die Umdeutung zu ‘Lein(en)tuch’ durch Anlehnung an ahd. mhd. līn (s. Lein) setzt schon früh ein, ahd. līnlahhan (Hs. 12. Jh.), mhd. līnlachen, frühnhd. Leinlach. Vergleicht man mnd. lak ‘schlaff, lose’, asächs. mnd. slak ‘schlaff, schwach’ und weitere unter schlackern1 (s. d.) aufgeführte germ. Formen sowie außergerm. air. lacc ‘schlaff, schwach’, lat. laxus ‘schlaff, locker’ (s. lax), languēre ‘schlaff, matt sein’, griech. láganon (λάγανον) ‘dünner, breiter Kuchen’, lḗgein (λήγειν) ‘auflösen, ablassen, zu Ende gehen’ (beide griech. Formen wohl ursprünglich mit anlautendem s), so ist eine Zuordnung zur Wurzel ie. *(s)lē̌g- ‘schlaff, matt sein’ wahrscheinlich. Nd. Laken dringt in der Bedeutung ‘Bettuch, leinene Decke’ im 15./16. Jh. mit dem westfälischen Leinenhandel auf hd. Gebiet vor, bleibt den obd. Mundarten jedoch fremd. Bettlaken n. ‘Bettuch’, mnd. beddelāken, verdeutlichende Zusammensetzung; gelegentlich unter Einfluß von obd. lachen auch mhd. bettelachen, frühnhd. bethlachen (md. 15. Jh.), bettlach (alem. 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bettlaken · Betttuch  ●  Leintuch  österr.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Bettlaken · Betttuch · Laken · Leinen  ●  Leintuch  regional · Linnen  veraltet

Typische Verbindungen zu ›Bettlaken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bettlaken‹.

Zitationshilfe
„Bettlaken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bettlaken>, abgerufen am 15.10.2021.

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