Bettlaken, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungBett-la-ken
WortzerlegungBettLaken
eWDG, 1967

Bedeutung

landschaftlich, (besonders) norddeutsch
Beispiele:
das Bettlaken glattstreichen
er wurde weiß wie ein Bettlaken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laken · Leilach(en) · Bettlaken
Laken n. ‘Bettuch’. Asächs. lakan ‘Laken, Decke, Tuch, Vorhang, Obergewand’, mnd. mnl. lāken, nl. laken, aengl. lacen (‘Mantel’) haben neben sich die verschobene Form ahd. lahhan (9. Jh.), mhd. frühnhd. lachen ‘Tuch, Gewand, Mantel, Vorhang’, die nur in obd. Mundart fortlebt sowie in Leilach(en) n. ‘Bettuch, Leintuch’, ahd. līhlahhan, meist līlahhan (10. Jh.), aus ahd. līh ‘Körper, Leib, Leichnam’ (s. ↗Leiche) und lahhan, mhd. līchlachen, līlach(en). Die Umdeutung zu ‘Lein(en)tuch’ durch Anlehnung an ahd. mhd. līn (s. ↗Lein) setzt schon früh ein, ahd. līnlahhan (Hs. 12. Jh.), mhd. līnlachen, frühnhd. Leinlach. Vergleicht man mnd. lak ‘schlaff, lose’, asächs. mnd. slak ‘schlaff, schwach’ und weitere unter ↗schlackern (s. d.) aufgeführte germ. Formen sowie außergerm. air. lacc ‘schlaff, schwach’, lat. laxus ‘schlaff, locker’ (s. ↗lax), languēre ‘schlaff, matt sein’, griech. láganon (λάγανον) ‘dünner, breiter Kuchen’, lḗgein (λήγειν) ‘auflösen, ablassen, zu Ende gehen’ (beide griech. Formen wohl ursprünglich mit anlautendem s), so ist eine Zuordnung zur Wurzel ie. *(s)lē̌g- ‘schlaff, matt sein’ wahrscheinlich. Nd. Laken dringt in der Bedeutung ‘Bettuch, leinene Decke’ im 15./16. Jh. mit dem westfälischen Leinenhandel auf hd. Gebiet vor, bleibt den obd. Mundarten jedoch fremd. Bettlaken n. ‘Bettuch’, mnd. beddelāken, verdeutlichende Zusammensetzung; gelegentlich unter Einfluß von obd. lachen auch mhd. bettelachen, frühnhd. bethlachen (md. 15. Jh.), bettlach (alem. 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bettlaken · ↗Betttuch  ●  ↗Leintuch  österr.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Bettlaken · ↗Betttuch · ↗Laken · ↗Leinen  ●  ↗Leintuch  regional · ↗Linnen  veraltet

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufschrift Besteck Fensterkreuz Handtuch Kissen Kopfkissen Matratze Tischdecke Tischtuch Transparent abseilen aufhängen bemalt beschriftet einwickeln erhängen herablassen hüllen pinseln schmutzig seilen verhüllen verknotet wehend weiß wickeln zerrissen zusammengeknotet zusammengeknüpft zusammenknoten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bettlaken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An verknoteten Bettlaken wollten sie sich in die Freiheit abseilen.
Bild, 04.05.1998
Die Wände sind schimmelig, die Bettlaken haben Löcher - und eine kleine Maus wohnt bereits in unserem Zimmer.
Die Zeit, 30.08.1996, Nr. 36
Und mit dem Hahnenblut wirst du das Bettlaken rot färben.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 331
Man schwätzt, er reise nie ohne sein Personal, nie ohne seine seidenen Bettlaken, sein Geschirr, seine Bestecke.
Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Berlin: Ullstein 1999 [1970], S. 336
Andere tunken ihn, wie man es von der Hundedressur kennt, ins feuchte Bettlaken.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 294
Zitationshilfe
„Bettlaken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bettlaken>, abgerufen am 25.08.2019.

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