Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bettler, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bettlers · Nominativ Plural: Bettler
Aussprache 
Worttrennung Bett-ler
Wortbildung  mit ›Bettler‹ als Erstglied: Bettlerbande · Bettlerdasein · Bettlerin · Bettlermantel · Bettlerzunft · bettlerhaft · bettlerisch
 ·  mit ›Bettler‹ als Letztglied: Berufsbettler · Straßenbettler
eWDG

Bedeutung

jmd., der betteln geht
Beispiele:
der Bettler ging von Haus zu Haus, bat um eine warme Mahlzeit, um etwas Geld
der Bettler war zerlumpt, verkrüppelt, blind
er starb wie ein Bettler
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

betteln · Bettel · Bettelei · Bettler · bettelarm
betteln Vb. ‘um Almosen bitten, flehen’, ahd. betalōn ‘inständig bitten, flehen, betteln’ (9. Jh.), mhd. betelen ist eine Iterativbildung zu der unter beten und bitten (s. d.) behandelten Wortgruppe, ursprünglich ‘wiederholt bitten’, gewöhnlich um Almosen. – Bettel m. ‘minderwertiges Zeug, Kram’. Die Rückbildung aus dem oben genannten Verb spätmhd. betel bezeichnet zunächst ‘das Betteln’, wird dann im Frühnhd. auf die erbettelten Sachen übertragen und steht seit dem 17. Jh. für ‘geringfügiges Zeug’. Bettelei f. (Ende 14. Jh.). Bettler m. ‘wer betteln geht’, ahd. betalāri (9. Jh.), mhd. betelære, beteler. bettelarm Adj. ‘sehr arm’ (1. Hälfte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bettler  ●  Nassauer  ugs. · Schmarotzer  derb · Schnorrer  ugs. · Zecke  derb, stark abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Armer · Bettler · Habenichts · Mittelloser  ●  Hungerleider  auch figurativ · Knochenrappler  ugs., selten · armer Schlucker  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bettler · Bittsteller  ●  Supplikant  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Einreicher einer Petition · Petent

Typische Verbindungen zu ›Bettler‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bettler‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bettler‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir gehen als Bettler heraus, auf die Hilfe unserer Kinder angewiesen. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1938. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1938], S. 115]
Den Bettlern geht es nun nicht mehr an den Stab. [Die Zeit, 01.11.1996, Nr. 45]
Die geben einem Bettler oft mehr als die mit einem gutdotierten Job. [Die Zeit, 11.10.1996, Nr. 42]
Ein souveränes Volk kann nicht ein Volk von Bettlern werden. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1990]]
Wer denkt nicht zurück an die Bettler vor den Eingängen, die immer genug bekamen, um dabei zu sein? [Die Zeit, 31.12.2012 (online)]
Zitationshilfe
„Bettler“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bettler>.

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