Bettstelle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungBett-stel-le
WortzerlegungBettStelle
eWDG, 1967

Bedeutung

siehe auch Bettgestell
Beispiele:
eine eiserne, hölzerne Bettstelle
daß kein Einbrecher etwa versteckt unter einer Bettstelle lag [G. Hauptm.3,114]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bett · betten · Bettung · bettlägerig · Bettstelle · Bettgestell
Bett n. ‘Liegestatt zum Schlafen, Federbett, Bettdecke’. Dem gemeingerm. Wort für ‘Liegestatt’ ahd. betti ‘Lager, Bett, Federbett, Beet’ (8. Jh.), mhd. bette, asächs. bed, mnd. mnl. bedde, nl. bed, aengl. bedd, engl. bed, anord. beðr m., got. badi. Herkunft ungewiß. Vielleicht liegt die Verbalwurzel ie. *bhedh- ‘stechen, besonders in die Erde stechen, graben’ zugrunde, zu der lat. fodere ‘graben’ und fossa ‘Graben’, lit. bèsti (bedù) ‘stechen, bohren, graben’, aslaw. bosti ‘stechen’, russ. bodát’ (бодать) ‘mit den Hörnern stoßen’, kymr. bedd ‘Grab’, gall. bedo- ‘Kanal, Graben’ gehören. Danach wäre germ. *badja- ursprünglich eine ‘in den Boden eingegrabene Lagerstätte, Schlafgrube’, zunächst wohl für Tiere. Die Vorstellung, wonach der Mensch seine Schlafstelle nach dem Lager eines Tieres benennt, wird von de Vries Nl. 34 bezweifelt, der Bett als ‘warme Stelle, wo man vor Kälte geschützt ist’ erklärt und etymologisch zu ↗Bad (s. d.) stellt. Den Germanen ist das Bett in seiner heutigen Gestalt unbekannt; sie schlafen auf Tierfellen, später auf Matten, bis schließlich feste Schlafbänke an den Wänden der Wohnräume aufgestellt werden, vgl. ahd. bettibret (9./10 Jh.), mhd. bettebret, asächs. beddibred ‘Bettstelle’. Das bewegliche Bett auf hölzernem Gestell, eine Erfindung der Mittelmeervölker aus klassischer Zeit, wird erst später üblich. betten Vb. ‘zur Ruhe niederlegen’, reflexiv ‘sich ein Lager bereiten’, ahd. bettōn ‘betten, ein Bett zurichten’ (Hs. 12. Jh.), mhd. betten, mnd. mnl. bedden, aengl. beddian. Dazu Bettung f. zuerst Mitte des 15. Jhs. im Sinne von ‘Bett’; in dieser Bedeutung bis ins 19. Jh., zuweilen sogar noch im 20. Jh. Anfang des 17. Jhs. wird Bettung ‘feste Unterlage’ ein bis heute gültiger Fachausdruck im Bauwesen, zuerst im militärischen Bereich (Bettung der Kanonen), später im Bereich der Wasserwirtschaft (Bettung einer Schleuse); die heute häufige Bedeutung ‘Unterlage für die Gleise einer Eisenbahnstrecke’ ist seit den 40er Jahren des 19. Jhs. nachweisbar. bettlägerig Adj. ‘erkrankt zu Bett liegend’ (Mitte 16. Jh.; obd. bettligring schon Mitte 15. Jh.). Bettstelle f. ‘hölzerner oder eiserner Rahmen eines Bettes’ ist wie gleichbed. Bettgestell n. seit Anfang des 18. Jhs. belegt, voraus geht westmd. bettsteill (Mitte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bett · ↗Bettstatt · Bettstelle · ↗Lager · ↗Nachtlager · ↗Ruhelager · ↗Schlafplatz · ↗Schlafstatt · ↗Schlafstelle  ●  ↗Nest  schweiz. · ↗Falle  ugs. · Furzkiste  derb · ↗Heia  ugs., Kindersprache · ↗Heiabett  ugs., Kindersprache · ↗Koje  ugs. · ↗Lagerstatt  geh. · Miefkoje  ugs. · Pofe  ugs., rheinisch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • ruhen · ↗schlummern  ●  ↗schlafen  Hauptform · (sich) in Morpheus' Armen wiegen  geh. · Bubu machen  ugs., Kindersprache · an der Matratze horchen  ugs. · ↗dösen  ugs. · in Morpheus' Armen liegen  geh. · in Morpheus' Armen ruhen  geh. · ↗knacken  ugs. · ↗koksen  ugs. · ↗pennen  ugs., salopp · ↗pofen  ugs., salopp · ↗ratzen  ugs. · ↗schnarchen  ugs.
  • liegen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Matratze eisern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bettstelle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er kann sich nicht mehr gerade auf den Beinen halten und lehnt sich an die eisernen Bettstellen.
Langhoff, Wolfgang: Die Moorsoldaten, Stuttgart: Verl. Neuer Weg 1978 [1935], S. 151
Im Schlafraum lagen die meisten Männer schon auf ihren Bettstellen.
Die Zeit, 14.06.1951, Nr. 24
Er schlief auf dem Sofa und räumte dem Kleinen die Bettstelle ein.
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 347
Wir fanden sie leer bis auf die Bettstelle und den Stiefelknecht.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 901
Die Bettstelle eine Handbreit über dem Boden besteht aus gebundenen Zweigen, ist schmal und hart.
Der Tagesspiegel, 16.07.1999
Zitationshilfe
„Bettstelle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bettstelle>, abgerufen am 10.12.2019.

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