Beuge, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beuge · Nominativ Plural: Beugen
Aussprache
WorttrennungBeu-ge
Grundformbeugen
Wortbildung mit ›Beuge‹ als Letztglied: ↗Armbeuge · ↗Ellenbeuge · ↗Kniebeuge · ↗Rumpfbeuge
eWDG, 1967

Bedeutung

selten
entsprechend der Bedeutung von beugen (Lesart 1)
a)
gebeugte Stellung
Beispiele:
an der Beuge der Arme erkannten sie seine Kraft [Kellerm.Tunnel56]
in jeder Beuge ... rief er (= bei jeder Kniebeuge rief er) [Feuchtw.Oppermann279]
b)
innere Seite des gebeugten Armes, Beines
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beugen · Beugung · Beuge · verbeugen · Verbeugung · vorbeugen
beugen Vb. ‘nach unten biegen, krumm machen, neigen’, ahd. bougen ‘beugen, biegen, krümmen, neigen’ (10./11. Jh.), mhd. böugen, asächs. bōgian, aengl. bīegan, anord. beygja, schwed. böja. Das Kausativum germ. *baugjan (eigentlich ‘biegen machen’) ist gebildet zu dem unter ↗biegen (s. d.) behandelten starken Verb, das in den germ. Sprachen weitgehend intransitive Bedeutung hat. Da im Hd. biegen aber überwiegend transitiv gebraucht wird, haben sich beugen und biegen einander so weit genähert, daß sie semantisch nicht immer klar zu scheiden sind. beugen ist vor allem ‘niederbeugen’, übertragener Gebrauch ist häufiger als bei biegen: seinen Stolz beugen (‘brechen’); sich beugen ‘nachgeben, sich fügen’; fachsprachlich das Recht beugen ‘willkürlich verdrehen’; Lichtstrahlen, Ultrakurzwellen beugen (‘brechen, ablenken’). Bei den Grammatikern steht beugen seit etwa 1400 (in dt. Donat-Ausgaben) für ‘deklinieren’ (lat. dēclīnāre), seit etwa 1700 für ‘flektieren’, vgl. noch heute Substantive beugen, schwach, stark gebeugte Verben. Beugung f. entsprechend den Bedeutungen von beugen seit Anfang des 15. Jhs. belegt; als Fachwort der Grammatik vereinzelt (um 1400, Donat) für lat. dēclīnātio, doch im Sinne von ‘Konjugation’; danach erst wieder im 17. Jh. für ‘Flexion’. Beuge f. ‘gebeugte Stellung, innere Seite des gebeugten Armes, Beines’, mhd. biuge ‘Krümmung, Biegung’. In allgemeiner Verwendung meist durch Beugung ersetzt, geläufig dagegen in Rumpf- und Kniebeuge. verbeugen Vb. in frühnhd. Zeit gleichbed. mit verbiegen ‘durch Herunterdrücken krümmen’; heute reflexiv (beim Grüßen oder als Zeichen der Ehrerbietung) ‘Kopf und Oberkörper nach vorn neigen’ (seit 18. Jh.); dazu Verbeugung f. (18. Jh.). vorbeugen Vb. ‘durch rechtzeitige Vorsorge etw. zu verhüten suchen’ (16. Jh.), ‘nach vorn, vorwärts beugen’ (18. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich lege ihren Kopf auf meinen ausgestreckten Arm, nur um sie in der Beuge zu spüren.
Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 912
Plötzlich baumelt ihr rechtes Bein über der Beuge ihres linken Arms.
Süddeutsche Zeitung, 13.02.2004
Einer hebt den Arm, schlägt den anderen in die Beuge.
Die Zeit, 10.12.2013, Nr. 50
Jetzt turnt der Schüler die gleiche Übung - allerdings mit gleichzeitigem Beugen der Arme - an den ruhighängenden Ringen.
Borrmann, Günter u. Mügge, Hans: Gerätturnen in der Schule, Berlin: Volk u. Wissen 1957, S. 283
Es blieb ihm nur die rechte Hand dazu, in der Beuge des linken Armes lag Lias Kopf.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 398
Zitationshilfe
„Beuge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beuge>, abgerufen am 13.12.2018.

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