Beule, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beule · Nominativ Plural: Beulen
Aussprache
WorttrennungBeu-le (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Beule‹ als Letztglied: ↗Brandbeule · ↗Dasselbeule · ↗Eiterbeule · ↗Frostbeule · ↗Orientbeule · ↗Pestbeule · ↗Rostbeule
eWDG, 1967

Bedeutung

etwas Vorgewölbtes
a)
(schmerzhafte) Anschwellung der Haut
Beispiele:
eine Beule am Kopf haben
sein Körper war mit Beulen bedeckt
bei dem Sturz hatte er sich Beulen und blaue Flecke geholt
die schmerzende, brennende Beule kühlen
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlicher wird sich noch manche Beule dabei holen (= Nackenschläge bekommen)
Bald ... hatten sich Vermutung und Befürchtung aus meinem Minderwertigkeitsgefühl als eine schmerzliche Beule (= ein schmerzliches Übel) zusammengezogen [G. Hauptm.3,278]
b)
durch Beschädigung entstandene Vorwölbung oder Vertiefung
Beispiele:
an einem Helm die Beulen ausklopfen
der Teekessel hatte Beulen bekommen
nur der Karton mit der Wäsche und den Schuhen hatte rechts und links ein paar Beulen [KlepperKahn145]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Beule f. ‘Schwellung, Einbuchtung’, ahd. bū̌l(l)a, būilla (um 800), mhd. biule, asächs. būla, mnd. mnl. būle, nl. buil, afries. bēl, aengl. bȳle f., bȳl m., engl. boil sind abgeleitet von germ. *būliō- ‘Beule’, verwandt mit got. ufbauljan ‘aufblasen’, aschwed. bolin, bulin ‘geschwollen’, isl. beyla ‘Buckel’ und gehen mit armen. boyl ‘Schar, Menge, Herde’ zurück auf eine l-Erweiterung der Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ (wozu auch ↗Bauch, ↗Bausch, ↗Busen, s. d.). Beule ist eigentlich die ‘Schwellung’, das ‘Aufgetriebene’, dann auch die ‘Wölbung nach innen’, die ‘Einbuchtung’, vgl. ein-, ver-, ausbeulen.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Beule · ↗Schwellung
Synonymgruppe
Abdruck · Beule · ↗Delle · ↗Vertiefung  ●  Blötsch  ugs., kölsch · Lunke  fachspr., norddeutsch
Assoziationen
Synonymgruppe
Beule · ↗Verdickung · ausgebeulte Stelle
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beule Birne Blech Blessur Bluterguß Delle Flecken Geschwür Hinterkopf Karosserie Kotflügel Kratzer Lack Lackschade Motorhaube Narbe Platzwunde Riß Schramme Schwären Stirn Stoßstange abbekommen aufschneiden davontragen dick eitrig häßlich kühlen übersäen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beule‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei vielen Autos gingen die Scheiben in die Brüche, die Wagen bekamen Beulen.
Der Tagesspiegel, 06.07.1999
Ich prügele mich nicht - schon gar nicht wegen einer Beule.
Bild, 09.04.1998
Es gab eine runde Erhöhung der Haut wie eine Beule.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 190
Er beugte sich immer wieder über die vier, prüfte den Puls, besah die Beulen.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 401
Die Beule am Kopf hast du doch gesehen ", antwortete Brenten.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 254
Zitationshilfe
„Beule“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beule>, abgerufen am 11.12.2019.

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