Beunde, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beunde · Nominativ Plural: Beunden
Aussprache [ˈbɔɪ̯ndə]
Worttrennung Beun-de
Herkunft aus biundemhd, biuntaahd, als ‘Umzäuntes’ zu bei¹ und wenden
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutung

historisch eingezäuntes Stück Land
Beispiele:
Im hochdeutschen Gebiet gab es ein Wort »Beunde« (älter [biunta], biunte), das »eingehegtes Grundstück, Eigengut« bedeutete und ein umzäuntes Stück Ackerland in Privatbesitz bezeichnete. In alten niederdeutschen Texten wurde dieses Wort nicht verwendet, und auch die modernen plattdeutschen Mundarten scheinen das Wort nicht zu kennen. Dennoch ist das Wort in der Form »Bünte« im niederdeutschen Gebiet seit dem 14. Jahrhundert vielfach als Flurname bezeugt, wobei die Bedeutung mit hochdeutsch Beunde übereinstimmt. Man vermutet, dass das Wort als technischer Begriff ins Niederdeutsche übernommen wurde. [Neue Osnabrücker Zeitung, 12.02.2018]
Der Ortsname Tscherlich weist auf den Schierling hin, Benne kommt von Beunde, einem mittelhochdeutschen Wort für umzäunte Wiese. [Thüringer Allgemeine, 24.05.2008]
2. Beunden, d. H. Teile der Almende, die vom Grundherrn in Beschlag genommen worden waren. [Bär, Adolf: Methodisches Handbuch der deutschen Geschichte. Völkerwanderung und Frankenreich. Teil 2. Gotha 1906]
Nach Lamprecht I, 782 wären die Ackerfronden der Hörigen auf die Bewirtschaftung der Beunden oder gutsherrlichen Bifänge in der Allmende verwendet worden, während die unfreien Hofknechte nur für die Bewirtschaftung des Sallandes gebraucht wurden. [Bücher, Karl: Die Entstehung der Volkswirtschaft. Sechs Vorträge. Tübingen 1893]
Nach Lamprecht, D. Wirtschaftsleben I 1 S 442 ff. ist die Gehöferschaft nicht eine Fortsetzung und ein Überrest germanischer Feldgemeinschaft, sondern eine auf grundherrlichem Boden aus genossenschaftlicher Bewirtschaftung der Beunden (grösserer vom Grundherrn okkupierter und aufgewonnener Almendstücke) erwachsene Gemeinschaft, also eine relativ junge Bildung, welche für das Verständnis urzeitlicher Zustände nur wegen gewisser Einzelanalogien von Wichtigkeit sein könnte. [Brunner, Heinrich: Deutsche Rechtsgeschichte. Bd. 1. Leipzig 1887]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Beunde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beunde>, abgerufen am 07.12.2021.

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