Beurteilung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beurteilung · Nominativ Plural: Beurteilungen
Aussprache 
Worttrennung Be-ur-tei-lung
Wortbildung  mit ›Beurteilung‹ als Erstglied: Beurteilungsspielraum  ·  mit ›Beurteilung‹ als Letztglied: Bonitätsbeurteilung · Gesamtbeurteilung · Lagebeurteilung · Leistungsbeurteilung · Menschenbeurteilung · Mitarbeiterbeurteilung · Neubeurteilung · Personalbeurteilung · Qualitätsbeurteilung
eWDG

Bedeutungen

1.
das Beurteilen, die Einschätzung
Beispiele:
eine nüchterne, genaue Beurteilung der Lage
nach meiner gründlichen, kritischen, wohlwollenden Beurteilung komme ich zu dem Entschluss
die Beurteilung eines Menschen, Werkes, Falles
das entzieht sich meiner Beurteilung (= Urteilsvermögen)
papierdeutschetw. einer Beurteilung unterziehen
2.
beurteilendes Schriftstück
Beispiele:
eine Beurteilung schreiben, veröffentlichen
eine gute, schlechte Beurteilung bekommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Urteil · urteilen · aburteilen · Aburteilung · beurteilen · Beurteilung · verurteilen · Verurteilung · Urteilskraft · Urteilsvermögen
Urteil n. ‘richterliche Entscheidung, Meinung, Ansicht, Einschätzung’. Die unterschiedlich gebildeten Substantive ahd. urteili n. (8. Jh.), urteilī f. (9. Jh.), urteila f. (9. Jh.), urteil m. n. (9. Jh.), urteilida f. (um 800), mhd. urteil(e), urtel, urteilde n. f. ‘richterliche Entscheidung, Urteil, Meinung, Ausspruch, Entscheidung’, asächs. urdēli n., mnd. ōrdēl n., mnl. o(o)rdeel, nl. oordeel n., aengl. ordāl m. n., engl. ordeal (‘Gottesurteil’) stehen als Abstrakta zu dem unter erteilen (s. Teil) behandelten Verb (zur unterschiedlichen Lautgestalt des Präfixes s. ur- und er-). Urteil wird von Anfang an in dem rechtssprachlichen Sinne ‘Zuteilung (des Rechts)’ gebraucht; die verallgemeinerte Bedeutung ‘Meinung, Ansicht’ entwickelt sich in der mystischen Literatur des Mittelalters. Neutrales Genus setzt sich im 18. Jh. durch. urteilen Vb. ‘ein Urteil fällen, eine feste Meinung, Ansicht haben und aussprechen, einschätzen’, mhd. urteilen ‘ein Urteil sprechen, be-, verurteilen’, älteres gleichbed. erteilen verdrängend. aburteilen Vb. ‘rechtskräftig verurteilen’ (Anfang 17. Jh.), zuvor ‘eine Rechtssache, einen Prozeß durch (gerichtliches) Urteil entscheiden’ (Ende 15. Jh.), ‘beurteilen’ (Anfang 16. Jh.); vgl. mnd. afōrdēlen ‘gerichtlich aberkennen’; Aburteilung f. (2. Hälfte 18. Jh.). beurteilen Vb. ‘ein Urteil abgeben, bewerten, abschätzen, begutachten’ (Anfang 16. Jh.); vgl. mnd. beȫrdēlen, beōrdēlen ‘urteilen, Urteil finden über’; Beurteilung f. ‘Bewertung, Einschätzung, Begutachtung’ (1. Hälfte 17. Jh.). verurteilen Vb. ‘durch Gerichtsbeschluß eine Strafe über jmdn. verhängen, ablehnend beurteilen, ablehnen’, mhd. verurteilen ‘richterlich entscheiden, ein Urteil verkünden’; vgl. mnd. vorȫrdēlen ‘gerichtlich verurteilen, abfällig urteilen über’; Verurteilung f. (2. Hälfte 16. Jh.). Urteilskraft f. ‘Fähigkeit, sachlich zu urteilen’ (17. Jh., neben Urteilungskraft und Urteilenskraft). Urteilsvermögen n. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Beurteilung · Note · Zensur · Zeugniszensur  ●  Schulnote  Hauptform
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Beurteilung · Bewertung · Einstufung · Evaluation · Evaluierung · Prüfung  ●  Assessment  engl.
Synonymgruppe
Beurteilung · Überprüfung  ●  Evaluation  fachspr.
Kunst
Synonymgruppe
...besprechung · Einschätzung · Kritik · Rezension · Urteil · kritische Würdigung  ●  Beurteilung  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Beurteilung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beurteilung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Beurteilung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nochmals sei ausdrücklich davor gewarnt, die gestoppte Zeit allein für die Beurteilung der Größe der Leistung während des Trainings heranzuziehen. [Hoke, Ralph Johann u. Schmith, Otto: Grundlagen und Methodik der Leichtathletik, Leipzig: Barth 1937, S. 165]
Und würde man etwa in der Bank bei der Beurteilung seiner Arbeit seine besondere Lage berücksichtigen? [Kafka, Franz: Der Proceß, Frankfurt a. M.: Fischer 1993 [1925], S. 132]
Um 1500 vollzog sich eine grundsätzliche Wendung in der Beurteilung der Prostitution. [Janssen, K.: Gefährdetenfürsorge. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 1852]
Diese Werke kommen für eine fachliche Beurteilung kaum mehr in Frage. [Johnen, Kurt: Clark. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 6692]
An dieser Beurteilung wird sich auf absehbare Zeit vermutlich auch nichts ändern. [C't, 2001, Nr. 1]
Zitationshilfe
„Beurteilung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beurteilung>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Beurteiler
Beurlaubung
Beurkundung
Beunruhigung
Beunde
Beurteilungskriterium
Beurteilungsmaßstab
Beurteilungsspielraum
Beuschel
Beuscherl