Beurteilung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beurteilung · Nominativ Plural: Beurteilungen
Aussprache
WorttrennungBe-ur-tei-lung (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Beurteilung‹ als Letztglied: ↗Bonitätsbeurteilung · ↗Gesamtbeurteilung · ↗Lagebeurteilung · ↗Leistungsbeurteilung · ↗Menschenbeurteilung · ↗Mitarbeiterbeurteilung · ↗Neubeurteilung · ↗Personalbeurteilung · ↗Qualitätsbeurteilung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das Beurteilen, die Einschätzung
Beispiele:
eine nüchterne, genaue Beurteilung der Lage
nach meiner gründlichen, kritischen, wohlwollenden Beurteilung komme ich zu dem Entschluss
die Beurteilung eines Menschen, Werkes, Falles
das entzieht sich meiner Beurteilung (= Urteilsvermögen)
papierdeutsch etw. einer Beurteilung unterziehen
2.
beurteilendes Schriftstück
Beispiele:
eine Beurteilung schreiben, veröffentlichen
eine gute, schlechte Beurteilung bekommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Urteil · urteilen · aburteilen · Aburteilung · beurteilen · Beurteilung · verurteilen · Verurteilung · Urteilskraft · Urteilsvermögen
Urteil n. ‘richterliche Entscheidung, Meinung, Ansicht, Einschätzung’. Die unterschiedlich gebildeten Substantive ahd. urteili n. (8. Jh.), urteilī f. (9. Jh.), urteila f. (9. Jh.), urteil m. n. (9. Jh.), urteilida f. (um 800), mhd. urteil(e), urtel, urteilde n. f. ‘richterliche Entscheidung, Urteil, Meinung, Ausspruch, Entscheidung’, asächs. urdēli n., mnd. ōrdēl n., mnl. o(o)rdeel, nl. oordeel n., aengl. ordāl m. n., engl. ordeal (‘Gottesurteil’) stehen als Abstrakta zu dem unter ↗erteilen (s. ↗Teil) behandelten Verb (zur unterschiedlichen Lautgestalt des Präfixes s. ↗ur- und ↗er-). Urteil wird von Anfang an in dem rechtssprachlichen Sinne ‘Zuteilung (des Rechts)’ gebraucht; die verallgemeinerte Bedeutung ‘Meinung, Ansicht’ entwickelt sich in der mystischen Literatur des Mittelalters. Neutrales Genus setzt sich im 18. Jh. durch. urteilen Vb. ‘ein Urteil fällen, eine feste Meinung, Ansicht haben und aussprechen, einschätzen’, mhd. urteilen ‘ein Urteil sprechen, be-, verurteilen’, älteres gleichbed. erteilen verdrängend. aburteilen Vb. ‘rechtskräftig verurteilen’ (Anfang 17. Jh.), zuvor ‘eine Rechtssache, einen Prozeß durch (gerichtliches) Urteil entscheiden’ (Ende 15. Jh.), ‘beurteilen’ (Anfang 16. Jh.); vgl. mnd. afōrdēlen ‘gerichtlich aberkennen’; Aburteilung f. (2. Hälfte 18. Jh.). beurteilen Vb. ‘ein Urteil abgeben, bewerten, abschätzen, begutachten’ (Anfang 16. Jh.); vgl. mnd. beȫrdēlen, beōrdēlen ‘urteilen, Urteil finden über’; Beurteilung f. ‘Bewertung, Einschätzung, Begutachtung’ (1. Hälfte 17. Jh.). verurteilen Vb. ‘durch Gerichtsbeschluß eine Strafe über jmdn. verhängen, ablehnend beurteilen, ablehnen’, mhd. verurteilen ‘richterlich entscheiden, ein Urteil verkünden’; vgl. mnd. vorȫrdēlen ‘gerichtlich verurteilen, abfällig urteilen über’; Verurteilung f. (2. Hälfte 16. Jh.). Urteilskraft f. ‘Fähigkeit, sachlich zu urteilen’ (17. Jh., neben Urteilungskraft und Urteilenskraft). Urteilsvermögen n. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Beurteilung · ↗Note · ↗Zensur · ↗Zeugniszensur  ●  ↗Schulnote  Hauptform
Unterbegriffe
  • (die) Note "mangelhaft" · (eine) 5 · ↗(eine) Fünf · ↗mangelhaft  ●  unterm Strich  fig. · volle Hand  ugs., salopp
Synonymgruppe
Abschätzung · ↗Begutachtung · Beurteilung · ↗Bewertung · ↗Einschätzung · ↗Gutachten · ↗Urteil
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Beurteilung · ↗Bewertung · ↗Einstufung · ↗Evaluation · ↗Evaluierung
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Beurteilung · ↗Validation · ↗Validierung · ↗Verifikation · ↗Überprüfung  ●  ↗Evaluation  fachspr.
Assoziationen
Kunst
Synonymgruppe
Besprechung · ↗Durchsicht · ↗Einschätzung · ↗Kritik · ↗Rezension · ↗Urteil · kritische Würdigung  ●  Beurteilung  Hauptform
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Geschäftslage Kreditwürdigkeit Kriterium Lage Maßstab Sachverhalt Vorgesetzter Wirtschaftslage abschließend berücksichtigen dienstlich differenziert ethisch gerecht heranziehen kritisch landesplanerisch mild moralisch negativ nüchtern objektiv optimistisch pessimistisch positiv realistisch rechtlich strafrechtlich subjektiv übereinstimmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beurteilung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei einem Verwalter, der eigene Fonds aufgelegt hat, ist die Beurteilung noch am leichtesten möglich.
Die Welt, 09.12.2005
So leicht darf man es sich bei der Beurteilung seiner Entscheidung nicht machen.
Der Tagesspiegel, 01.04.2001
Wie war nun damals die Beurteilung der innenpolitischen Lage für Sie?
o. A.: Einhunderteinundsechzigster Tag. Samstag, 22. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 11368
Nochmals sei ausdrücklich davor gewarnt, die gestoppte Zeit allein für die Beurteilung der Größe der Leistung während des Trainings heranzuziehen.
Hoke, Ralph Johann u. Schmith, Otto: Grundlagen und Methodik der Leichtathletik, Leipzig: Barth 1937, S. 165
Seine Beurteilung des Dramas an sich war durchaus ermutigend, ja, sogar höchst schmeichelhaft.
Schleich, Carl Ludwig: Besonnte Vergangenheit, Lebenserinnerungen (1859-1919). In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 31483
Zitationshilfe
„Beurteilung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beurteilung>, abgerufen am 20.03.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Beurteiler
beurteilen
Beurlaubung
beurlauben
Beurkundung
Beurteilungskriterium
Beurteilungsmaßstab
Beurteilungsspielraum
Beuschel
Beute