Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Beutel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Beutels · Nominativ Plural: Beutel
Aussprache 
Worttrennung Beu-tel
eWDG

Bedeutung

sackähnlicher Behälter aus weichem Material
Beispiel:
ein leinener, lederner, gestrickter Beutel
ein Beutel aus Stoff
Beispiele:
der Beutel ist leer, voll
den Beutel hervorziehen, füllen, aufmachen, auspacken
er trug einen Beutel mit Mehl
Tabak, Wäsche in den Beutel tun
das weibliche Känguruh hat einen Beutel (= Tasche am Bauch), in dem es die Jungen trägt
umgangssprachlich, übertragen Geldbeutel, Geldtasche
Beispiele:
den Beutel ziehen, aufmachen (= zahlen)
den Beutel festhalten, den Daumen auf den Beutel halten (= kein Geld ausgeben)
tief in den Beutel greifen (= viel Geld ausgeben)
mein Beutel ist leer (= ich habe kein Geld)
das erlaubt mein Beutel nicht (= geht über meine finanziellen Verhältnisse)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Beutel · beuteln · Beutelschneider · Beuteltier · Windbeutel
Beutel m. ‘Säckchen, Geldtasche’, ahd. būtil (8. Jh.), mhd. biutel ‘(Geld)tasche, Beutelsieb’, asächs. būdil, mnd. bǖdel, mnl. būdel, nl. buidel, buil, afries. būdel sowie (ohne Suffix *-ila) aengl. budda ‘Käfer, Insekt’, engl. bud ‘Knospe’, isl. budda ‘Geldbeutel’ gehören als runde, ‘aufgeschwollene’ Körper zu einer Dentalerweiterung *bud- der unter Beule (s. d.) angeführten Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ wie auch zu den dort genannten verwandten Wörtern. beuteln Vb. ‘schütteln’, mhd. biuteln ‘durch ein zu einem Beutel gefaltetes Tuch sieben, schütteln und dadurch reinigen’, dann übertragen ‘sichten, klären’, (seit dem 16. Jh.) einen Menschen ‘schütteln, schlagen’ und ‘beim Spiel Geld abnehmen’ (ausgehend von der Vorstellung: den Beutel durch Schütteln leeren). Beutelschneider m. ‘Taschendieb, Gauner’, mhd. biutelsnīder, mnd. bǖdelsnīder ‘wer fremde, am Gürtel getragene Geldbeutel abschneidet’, aber auch ‘Beutler, Täschner’. Beuteltier n. Name für Angehörige einer Ordnung der Säugetiere, die ihre Jungen in einem Brutbeutel aufziehen (18. Jh.). Windbeutel m. eigentlich ‘mit Luft gefüllter (d. h. leerer) Beutel’, daher ‘leichtes, luftiges Gebäck’ (18. Jh.), häufiger im Sinne von ‘Schwätzer, Taugenichts’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Beutel · Tasche · Täschchen
Synonymgruppe
Beutel · Sack · Tasche · Tragetasche · Tüte  ●  Sackerl  österr., süddt. · Gugg  ugs., schwäbisch · Stanitzel  ugs., österr.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Tütchen · kleine Tüte  ●  Giggle  ugs., schwäbisch

Typische Verbindungen zu ›Beutel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beutel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Beutel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie habe mehrfach vergeblich versucht, ihm diesen Beutel zu entreißen. [Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975 - 1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 208]
Er legt dann einen kleinen Beutel mit weißem Pulver auf den Tisch. [Die Zeit, 27.03.2013, Nr. 02]
Dennoch sei ein Teil der Charge von rund 14.000 Beuteln in den Handel gekommen. [Die Zeit, 30.08.2007 (online)]
Dann faltet sie ihren Beutel sorgfältig zusammen und geht wieder heim. [Die Zeit, 25.08.2005, Nr. 35]
Es blieb dabei: Gute Ergebnisse gab es nur mit brandneuem Beutel. [Die Zeit, 29.11.2004, Nr. 48]
Zitationshilfe
„Beutel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beutel>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Beutekunst
Beutegut
Beutegreifer
Beutegier
Beuteflug
Beutelmeise
Beutelnetz
Beutelratte
Beutelschneider
Beutelschneiderei