Beweiswürdigung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beweiswürdigung · Nominativ Plural: Beweiswürdigungen
Aussprache  [bəˈvaɪ̯svʏʁdɪgʊŋ]
Worttrennung Be-weis-wür-di-gung
Wortzerlegung BeweisWürdigung, ↗Beweiswürdigen-ung
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Recht richterlichen Prüfung und Entscheidung über die Wahrheit einer (strittigen) Tatsachenbehauptung aufgrund der dem Gericht vorgelegten Beweismittel
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die freie, richterliche Beweiswürdigung; eine fehlerhafte, vorsichtige, lückenhafte, mangelhafte Beweiswürdigung
in Präpositionalgruppe/-objekt: Mängel in der Beweiswürdigung; etw. bei der Beweiswürdigung berücksichtigen
mit Genitivattribut: die Beweiswürdigung des Gerichts, Landgerichts
hat Präpositionalgruppe/-objekt: die Beweiswürdigung durch das Gericht
als Genitivattribut: der Grundsatz der [freien] Beweiswürdigung
Beispiele:
Freie Beweiswürdigung setzt voraus, »dass sich die urteilende Instanz sorgfältig, gewissenhaft und unvoreingenommen ihre Meinung darüber bildet, ob der zu beweisende Sachumstand als wahr zu gelten hat oder nicht«. [Neue Zürcher Zeitung, 28.05.2008]
Das Obergericht hält in seinem Urteil fest, dass der Beweiswürdigung der Vorinstanz[…] nicht zu folgen sei. [Neue Zürcher Zeitung, 27.10.2017]
Um möglichst alle Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens zu zerstreuen, will sich das Tribunal für die Beweiswürdigung Zeit lassen. [Spiegel, 16.01.2014 (online)]
Richter verweisen gern auf den Grundsatz der »freien Beweiswürdigung« in der Strafprozessordnung, will sagen: Es gibt keine Methode. Das Mysterium funktioniert nur – und nur glaubwürdig –, wenn die wichtigste Voraussetzung der freien Beweiswürdigung gegeben ist: die Freiheit. Doch viele Richter räumen ein, dass sie in ihren Entscheidungen nicht immer frei sind, sondern allzu oft unter Druck geraten. [Der Spiegel, 30.05.2011, Nr. 22]
Bereits vor ihren Plädoyers hatten sich die Verteidiger der vorläufigen Beweiswürdigung der Strafkammer weitgehend angeschlossen. [Süddeutsche Zeitung, 12.05.2004]
Der Zivilrichter ist […] nicht an die Beweiswürdigung des Strafrichters [im selben Fall] gebunden; und auch ein Strafrichter muß sich nicht an das halten, was zuvor ein Zivilrichter festgestellt hat. [Süddeutsche Zeitung, 06.02.1997]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Beweiswürdigung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

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Zitationshilfe
„Beweiswürdigung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beweisw%C3%BCrdigung>, abgerufen am 17.06.2021.

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