Bibergeil, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungBi-ber-geil
eWDG, 1967

Bedeutung

Pharmazie starkriechende Drüsenabsonderung des Bibers, die in der Volksmedizin als krampfstillendes Heilmittel verwendet wurde
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Biber · Bibergeil
Biber m. an Gewässern in Burgen aus Holzteilchen lebendes Nagetier, ahd. bibar (9./10. Jh.), mhd. biber, asächs. biƀar, beƀar, mnd. mnl. bēver, nl. bever, aengl. beofor, engl. beaver, anord. bjōrr (germ. *bebru-) sind verwandt mit kslaw. aruss. bebrъ, bobrъ, russ. bobr (бобр), lit. bēbras, awest. bawra- ‘Biber’ sowie aind. babrúḥ ‘braun’ (s. ↗braun). Sie führen auf einen ie. Ansatz, der Reduplikation und Schwundstufe der Wurzel ie. *bher- ‘braun’ aufweist. Biber ist (wie auch ↗Bär, s. d.) ‘der Braune’. Bibergeil n. Sekret aus der Duftdrüse des Bibers (ehemals Heilmittel), mhd. bibergeil. Zu mhd. geil(e) ‘Hoden’ (s. ↗geil), da die am After des Bibers gelegene Drüse als Hoden gedeutet wurde.

Thesaurus

Biologie
Synonymgruppe
Bibergeil · ↗Castoreum
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zum anderen wurde einem Sekret aus den Drüsensäcken der Pelztiere, dem sogenannten Bibergeil, aphrodisierende Wirkung nachgesagt.
Die Zeit, 08.09.2008, Nr. 36
Das Bibergeil, auch „Castoreum“ genannt, von beiden Geschlechtern zur Duftmarkierung in zwei länglicheiförmigen Hautsäcken am Hinterleib getragen, erregte bereits die Phantasie der Griechen und Römer.
Die Zeit, 11.12.1987, Nr. 51
Vor allem wegen des sogenannten Bibergeils – ein Sekret, das angeblich potenzsteigernd wirkt ", sagt Frobel.
Süddeutsche Zeitung, 07.01.1998
Zitationshilfe
„Bibergeil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bibergeil>, abgerufen am 21.10.2019.

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