Bienenkorb, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungBie-nen-korb (computergeneriert)
WortzerlegungBieneKorb
Wortbildung mit ›Bienenkorb‹ als Erstglied: ↗Bienenkorbhütte
eWDG, 1967

Bedeutung

Imkerei geflochtener Bienenstock
Beispiel:
In den Schiffen summte es wie in Bienenkörben [BrechtDreigroschenroman135]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Biene · Bienenkorb · Bienenstock · Bienenstich1
Biene f. staatenbildendes, zur Honiggewinnung gehaltenes Insekt. Ahd. bini n. (8. Jh.), mhd. bine, bin f., mnd. bēn(e), daneben dehnstufig ahd. bīna f. (10. Jh.), mhd. bīn, mnd. bīne und (ohne n-Erweiterung der Wurzel, aber in den älteren Sprachstufen weitgehend der Deklination der n-Stämme folgend) ahd. bīa f. (10. Jh.), mhd. bīe, nhd. (in obd. Mundarten) Beie, aengl. bēo, engl. bee, mnd. , bīe, mnl. bie, nl. bij, asächs. bī-, anord. bȳ- (in Zusammensetzungen), schwed. dän. bi. Außergerm. schließen sich an mit t-Erweiterung lit. bìtė, lett. bite, mit k-Erweiterung aslaw. bьčela, russ. pčelá (пчела), dazu mit abweichendem Vokalismus (kelt. *beko- voraussetzend) air. bech. Als wahrscheinlichste Ausgangsform läßt sich ein ie. *bhī̌- ‘Biene’ erschließen. Weitere Anknüpfungen an Verbalwurzeln bleiben unsicher; etwa über ie. *bh(u̯)ī̌- Anschluß an die unter ↗bauen (s. d.) behandelte Wurzel (im Sinne von ‘Waben bauen’), oder an die unter ↗beben (s. d.) angeführte Wurzel (mit einem vorauszusetzenden Bedeutungsübergang ‘beben, schwirren’, s. Franck/v. Wijk). Da die Biene als Honig und damit Süßstoff spendendes Tier hochgeschätzt war, können die unterschiedlichen Namensformen auch als tabuistische Entstellungen betrachtet werden, um das Tier durch korrekte Namensnennung nicht zu vertreiben. Die kelt.-germ.-baltoslaw. Bezeugungen erlauben allerdings auch die Vermutung, den Namen als Wort eines vorie. Substrats anzusehen, das den jeweiligen Sprachen unterschiedlich angepaßt wurde (de Vries Nl. 57). Bienenkorb m. geflochtenes Gefäß als Wohnung für einen Bienenstaat, mhd. bīnkorp, wahrscheinlich etymologische Umdeutung von ahd. (9. Jh.), asächs. bīkar, mnl. biecaer, nhd. (mundartlich) Beiekar, ahd. binikar (11. Jh.), bīūnkar (Hs. 12. Jh.); vgl. ahd. kar ‘Gefäß, Schüssel, Tonne’, anord. ker, got. kas ‘Gefäß’, ein Wort unsicherer Herkunft (s. auch ↗Imker). Bienenstock m. frühnhd. peinstoc, eigentlich der ausgehöhlte Baumstumpf als Bienenbehausung (s. ↗Stock). Bienenstich1 m. durch den Giftstachel einer Biene entstandene Verletzung (17. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

gleichen gläsern summen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bienenkorb‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Sixtinischen Kapelle geht es wie in einem Bienenkorb zu, in den verschiedene Völker eingefallen sind.
Die Zeit, 13.05.1966, Nr. 20
In den nächsten Tagen ging ich überall umher, zu den Bienenkörben und auf den Berg.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 136
Die eine war besonders fleißig, wurde deshalb mit einem Bienenkorb dargestellt.
Die Welt, 23.09.2000
Zeit entsteht daraus der Bienenkorb, mit dem nunmehr auf die Beredsamkeit angespielt wird.
o. A.: Lexikon der Kunst - A. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 6155
Der starke Verkehr an den Eingängen, von denen es wie vor den Fluglöchern eines Bienenkorbes wimmelte, blieb natürlich nicht unbemerkt.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 135
Zitationshilfe
„Bienenkorb“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bienenkorb>, abgerufen am 22.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Bienenkönigin
Bienenhonig
Bienenhaus
Bienenhaube
Bienenharz
Bienenkorbhütte
Bienenlarve
Bienennest
Bienenpfeife
Bienenschleier