Bienenstich, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungBie-nen-stich (computergeneriert)
WortzerlegungBieneStich
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Verwundung durch den Giftstachel der Biene
2.
Blechkuchen mit einem gerösteten Belag von Mandeln und Honig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Biene · Bienenkorb · Bienenstock · Bienenstich1
Biene f. staatenbildendes, zur Honiggewinnung gehaltenes Insekt. Ahd. bini n. (8. Jh.), mhd. bine, bin f., mnd. bēn(e), daneben dehnstufig ahd. bīna f. (10. Jh.), mhd. bīn, mnd. bīne und (ohne n-Erweiterung der Wurzel, aber in den älteren Sprachstufen weitgehend der Deklination der n-Stämme folgend) ahd. bīa f. (10. Jh.), mhd. bīe, nhd. (in obd. Mundarten) Beie, aengl. bēo, engl. bee, mnd. , bīe, mnl. bie, nl. bij, asächs. bī-, anord. bȳ- (in Zusammensetzungen), schwed. dän. bi. Außergerm. schließen sich an mit t-Erweiterung lit. bìtė, lett. bite, mit k-Erweiterung aslaw. bьčela, russ. pčelá (пчела), dazu mit abweichendem Vokalismus (kelt. *beko- voraussetzend) air. bech. Als wahrscheinlichste Ausgangsform läßt sich ein ie. *bhī̌- ‘Biene’ erschließen. Weitere Anknüpfungen an Verbalwurzeln bleiben unsicher; etwa über ie. *bh(u̯)ī̌- Anschluß an die unter ↗bauen (s. d.) behandelte Wurzel (im Sinne von ‘Waben bauen’), oder an die unter ↗beben (s. d.) angeführte Wurzel (mit einem vorauszusetzenden Bedeutungsübergang ‘beben, schwirren’, s. Franck/v. Wijk). Da die Biene als Honig und damit Süßstoff spendendes Tier hochgeschätzt war, können die unterschiedlichen Namensformen auch als tabuistische Entstellungen betrachtet werden, um das Tier durch korrekte Namensnennung nicht zu vertreiben. Die kelt.-germ.-baltoslaw. Bezeugungen erlauben allerdings auch die Vermutung, den Namen als Wort eines vorie. Substrats anzusehen, das den jeweiligen Sprachen unterschiedlich angepaßt wurde (de Vries Nl. 57). Bienenkorb m. geflochtenes Gefäß als Wohnung für einen Bienenstaat, mhd. bīnkorp, wahrscheinlich etymologische Umdeutung von ahd. (9. Jh.), asächs. bīkar, mnl. biecaer, nhd. (mundartlich) Beiekar, ahd. binikar (11. Jh.), bīūnkar (Hs. 12. Jh.); vgl. ahd. kar ‘Gefäß, Schüssel, Tonne’, anord. ker, got. kas ‘Gefäß’, ein Wort unsicherer Herkunft (s. auch ↗Imker). Bienenstock m. frühnhd. peinstoc, eigentlich der ausgehöhlte Baumstumpf als Bienenbehausung (s. ↗Stock). Bienenstich1 m. durch den Giftstachel einer Biene entstandene Verletzung (17. Jh.).

Bienenstich2 m. Kuchen mit einer Auflage aus Mandelsplittern (19. Jh.). Herkunft unbekannt. Die augenfälligen Beziehungen zu ↗Biene und ↗Stich, ↗stechen (s. d.) sind nicht sicher zu klären.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kaffee essen überleben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bienenstich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von zehn Bienenstichen habe ich so was nicht gekannt, aber nach tausend bin auch ich verschwollen.
Süddeutsche Zeitung, 30.08.2002
Im Eingang brach sie tot zusammen, das Kind überlebte trotz 200 Bienenstichen.
Bild, 04.03.2000
Also versuchte ich erfolglos, die alte Frau dazu zu bewegen, mit mir in der Bäckerei einen Block weiter Bienenstich zu erstehen.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 146
Sie sind immun geworden gegen den gefürchteten Giftstoff wie alte Imker gegen Bienenstiche.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 95
Schmeckt dir denn der Bienenstich ohne Mandeln und der Kaffee ohne Bohnen?
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 79
Zitationshilfe
„Bienenstich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bienenstich>, abgerufen am 21.04.2019.

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