Biese, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Biese · Nominativ Plural: Biesen
Aussprache
WorttrennungBie-se (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
farbiger Vorstoß, besonders an Hose und Mütze der Uniform
Beispiel:
Des Generals rote Biesen leuchteten weithin [BredelEnkel373]
2.
kleiner Ziersaum
Beispiel:
die Bluse ist reich mit Biesen geschmückt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Biese f. ‘schmal genähtes Fältchen, Ziernaht an Kleidungsstücken’. Herkunft unsicher, zuweilen als Übertragung von nordd. Biese, dem nd. Namen für ↗Binse (s. d.), aufgefaßt. Doch vielleicht ist besser an frz. bisette ‘Borte aus Gold oder Silber, schmale Spitze’ anzuschließen. Ob dieses zu vlat. *bombyceus Adj. ‘aus Baumwolle’ (zu lat. bombȳx ‘Seidenraupe, Seide’) gehört, ist zweifelhaft (FEW 1, 431 f.). Im Dt. seit dem Ende des 19. Jhs.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie trug einen blauen Rock mit roten Paspeln oder Biesen.
Kant, Hermann: Die Aula, Berlin: Rütten & Loening 1965, S. 38
Ganz weich fühlt sich so ein Hut aus grauem Hasenhaarfilz mit Biesen an.
Süddeutsche Zeitung, 30.04.2001
Die Presse erhob einen scharfen Protest gegen Biesen Missbrauch der argentinischen Gastfreundschaft.
Das Andere Deutschland, 01.09.1938
Der Propst stopfte den Finger zwischen die weiße Biese am Kragen und seinen roten Hals und keuchte hörbar.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 1064
Der trug karminrote Biesen an den Hosen und rauchte seine Zigarette aus der Spitze.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 275
Zitationshilfe
„Biese“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Biese>, abgerufen am 15.11.2018.

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