Bigotterie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bigotterie · Nominativ Plural: Bigotterien
Aussprache 
Worttrennung Bi-got-te-rie
Grundformbigott
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
a)
kleinliche, engherzige Frömmigkeit, übertriebener Glaubenseifer, Frömmelei
b)
Scheinheiligkeit
2.
bigotte Handlungsweise, Äußerung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bigott · Bigotterie
bigott Adj. ‘frömmelnd, scheinheilig’. Frz. bigot, seit dem 15. Jh. in derselben Bedeutung bezeugt und bereits im 17. Jh. als bigot ins Engl. und als bigotto ins Ital. entlehnt, gelangt um die Wende zum 18. Jh. ins Dt. und erscheint hier seit der Mitte des 18. Jhs. in der eingedeutschten Schreibung bigott. Die Herleitung des frz. Wortes, das zuerst im Afrz. (12. Jh.) als herabsetzende Charakterisierung der Normannen verwendet wird, ist ungeklärt, doch hat es seinen Ursprung wahrscheinlich in einer (der nhd. Fügung bei Gott entsprechenden) germ. Schwurformel (aengl. bī god?); vgl. dazu die Beteuerung bigott ‘wahrhaftig, fürwahr’ in obd. Mundarten. Das Substantiv span. bigote ‘Knebelbart’, das auch für die Erklärung von frz. bigot und dessen Bedeutungsentwicklung herangezogen wird (span. hombre de bigote ‘Mann mit Knebelbart’, übertragen ‘Mann von Charakter’), geht nach Corominas 1, 457 f. wohl ebenfalls auf eine solche Formel zurück. Best in: Die Neueren Sprachen N. F. 18 (1969) 497 ff. sieht dagegen in jidd. begotisch ‘fromm, gottbegnadet’ (zu mhd. got ‘Gott’) eine mögliche Quelle für das frz. Adjektiv. Bigotterie f. ‘Frömmelei, scheinheiliges Wesen’ (Ende 17. Jh.), Übernahme von gleichbed. frz. bigoterie.

Thesaurus

Typische Verbindungen zu ›Bigotterie‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bigotterie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bigotterie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor allem aber fällt auch er seiner eigenen Bigotterie zum Opfer. [Die Zeit, 06.07.2009, Nr. 27]
Das ist schlicht und einfach Diskriminierung – die sanfte Bigotterie niedriger Erwartungen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]]
Das war so moralisch, wie es automatisch war, das hatte Quote und Bigotterie. [Süddeutsche Zeitung, 16.03.1994]
Dort trifft sie jedoch auf die Art von Bigotterie und Drill, gegen die sie sich schon zu Hause aufgelehnt hat. [Die Zeit, 03.01.1983, Nr. 01]
Es war die Zeit heftiger politischer und sozialer Kämpfe und Bigotterie. [Die Zeit, 09.11.1962, Nr. 45]
Zitationshilfe
„Bigotterie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bigotterie>.

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