Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bilanz, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bilanz · Nominativ Plural: Bilanzen
Aussprache  [biˈlanʦ]
Worttrennung Bi-lanz
Herkunft aus gleichbedeutend bilancioital < bilanxspätlat ‘Waage mit zwei Waagschalen’ (Balance)
eWDG

Bedeutung

Kaufmannssprache abschließende Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben
Beispiele:
eine Bilanz aufstellen, ziehen
umgangssprachlich Bilanz machen
eine Bilanz fälschen, verschleiern
umgangssprachlicheine Bilanz frisieren
eine ausgeglichene, aktive, passive Bilanz
übertragen Ergebnis
Beispiele:
die Bilanz des bisherigen Studiums, der letzten Spielzeit, der außenpolitischen Ereignisse des vergangenen Jahres ziehen
die blutige Bilanz zweier Weltkriege
eine traurige, erschütternde Bilanz
eine stolze, zufriedenstellende Bilanz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bilanz · bilanzieren
Bilanz f. ‘vergleichende Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben, Rechnungsabschluß’, auf gleichbed. ital. bilancio (zu spätlat. bilanx ‘Waage mit zwei Waagschalen’, s. Balance) beruhend, ist im Dt. seit der Mitte des 16. Jhs. nachweisbar (vorher Ende des 15. Jhs. vereinzelt in obd. Geschäftsbriefen in der Form balanc, balanca, wohl nach gleichbed. span. balanza, älter balança). Entsprechend der ital. Vorstufe erscheint der kaufmännische Ausdruck im 16./17. Jh. häufig als Maskulinum und Neutrum. Das seit dem 16. Jh. daneben vorkommende Femininum setzt sich im 18. Jh. durch, offenbar unter dem Einfluß von frz. balance f. ‘Waage, Gleichgewicht, Bilanz’, das zeitweilig auch auf die im Dt. übliche Schreibung (Bilance öfters im 17./18. Jh.) und Lautgestalt (Nebenform Balance, Balanz, 17. bis 19. Jh.) einwirkt. bilanzieren Vb. ‘die Bilanz ziehen’, seit Anfang des 17. Jhs. zu Bilanz (nach ital. bilanciare ‘abwägen, prüfen’); vom 18. bis ins 20. Jh. auch in der an frz. balancer angelehnten Form balancieren (s. Balance).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bilanz · Bilanzaufstellung · Erfolg · Ergebnis · Jahresabschluss
Assoziationen
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›Bilanz‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bilanz‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bilanz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir brauchen uns nur den Aufbau der Bilanz zu vergegenwärtigen. [Rieger, Wilhelm: Einführung in die Privatwirtschaftslehre, Erlangen: Palm & Enke 1964 [1928], S. 206]
Manchmal liege ich im Bett und ziehe Bilanz über mein bisheriges Leben. [Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 100]
Wo liegen aber die Ursachen einer so wenig ertragreichen Bilanz heilpädagogischer Methoden? [Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 25]
Ich bin stolz auf diese Bilanz, und ich hoffe, Sie auch. [Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]]
Das Museum zeigt sich für eine Bilanz des letzten Jahrhunderts bestens gerüstet. [Die Zeit, 05.01.2000, Nr. 2]
Zitationshilfe
„Bilanz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bilanz>.

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