Bildgattung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bildgattung · Nominativ Plural: Bildgattungen
Aussprache [ˈbɪltgatʊŋ]
Worttrennung Bild-gat-tung
Wortzerlegung BildGattung
DWDS-Vollartikel, 2020

Bedeutung

Kunst thematisches Fach, Genre der bildenden Kunst, besonders der Malerei
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: klassische, traditionelle Bildgattung
Beispiele:
Um die Mitte des 16. Jahrhunderts entwickelte sich die Landschaftsdarstellung zu einer neuartigen Bildgattung, die bereits in ihrer Entstehungszeit als Spezialität der niederländischen Malerei galt und in ganz Europa eine hohe Wertschätzung erfuhr. Zu ihren bedeutendsten Vertretern gehörten Pieter Bruegel d. Ä. und Peter Paul Rubens. [Die Zeit, 28.07.2003]
Tatsächlich ist das gemalte Porträt die klassische Bildgattung, die sich nach dem Krieg am schlechtesten von ihrem Missbrauch erholt hat. Während sie anderswo das Wesen des Dargestellten wiedergeben durfte, beschränkte sich das Porträt deutscher Politiker und Prominenter im Wesentlichen auf das Ziel physiognomische Ähnlichkeit. [Die Zeit, 25.03.2010]
Die Trennung von Produkt und Prozeß wird aufgehoben, das Bild wird zum Akt und ist ohne seine Entstehungs‑ und Seinsweise nicht zu denken. Bei keiner anderen Bildgattung kann die auktoriale Funktion so entschieden aufgehoben werden wie bei der Fotografie, ist doch hier der entscheidende Moment der Kontrolle entzogen und nur den Gesetzen der Mechanik und der Chemie unterworfen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.04.1999]
Im Februar 1802 postulierte R. eine neue »Landschaft«. Gemeint war damit nicht die traditionelle Bildgattung, sondern die Aufhebung aller bisherigen Bildgattungen in einer neuen, subjektiv bestimmten und naturhaften Kunst auf allegor. Grundlage. Das Ölgemälde »Triumph des Amor«[…] stellt das Wirken der Liebe in den verschiedenen Lebensaltern durch Kinderfiguren auf Wolken dar. [Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst Band 1: R – Stad, Leipzig: Seemann 1994, S. 29194]
Die reine Lehre: Aktzeichnen, Anatomie und Perspektive sind dabei die Voraussetzungen für die Kompositionen traditioneller Bildgattungen wie Figurenbild, Portrait, Landschaft und Stilleben. […] [Die Zeit, 16.02.1990]
Diese gesellschaftliche Kultur des Barockzeitalters hat sich in der Malerei die Bildgattung des Gesellschaftsbildes geschaffen. Die mannigfaltigen Ursprünge des Themenkreises, der als solcher seine Wurzeln schon im 16. Jahrhundert gehabt hat, brauchen hier nicht erörtert zu werden. [Beenken, Hermann, Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 318]

Typische Verbindungen zu ›Bildgattung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bildgattung‹.

Zitationshilfe
„Bildgattung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bildgattung>, abgerufen am 01.12.2020.

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